„Wir sind dafür da, um Probleme zu lösen“, hat Schalke-Trainer David Wagner schon öfter formuliert. Am Samstag gilt das in besonderem Maße.

Gelsenkirchen

, 06.02.2020, 18:29 Uhr / Lesedauer: 2 min

Denn vor dem Heimspiel gegen den SC Paderborn (Sa. 15.30 Uhr/Sky) gibt es in der Abwehr und im Mittelfeld große Personalsorgen, die das Schalker Trainerteam zu mehreren Umstellungen zwingen könnten. Ganz besonders drückt der Schuh auf der rechten Verteidigerposition.


Hier war der vom FC Everton ausgeliehene Jonjoe Kenny im bisherigen Saisonverlauf quasi gesetzt. In 19 von 20 Bundesligaspielen in dieser Saison hatte der junge Brite in der Schalker Startelf gestanden und so starke Leistungen abgeliefert, dass der Bundesligist Kenny liebend gern über die Saison hinaus behalten will. Nur wegen einer fiebrigen Grippe hatte der 22-Jährige die Partie in Berlin verpasst. Im Pokalspiel gegen die Hertha war fest mit einer Rückkehr von Kenny gerechnet worden, doch im Abschlusstraining zog sich der Rechtsverteidiger einen Bänderriss plus Kapselverletzung zu, sodass er einige Zeit ausfallen wird.

Einsatz von McKennie ist fraglich



Beim Bundesligaspiel in Berlin wurde Kenny von Daniel Caligiuri vertreten, dem Spieler mit der meisten Erfahrung im aktuellen Schalker Kader auf dieser Position. Doch bekanntlich wird der Routinier noch viel länger nicht zur Verfügung stehen als Kenny, weil er sich im Pokalspiel gegen die Hertha eine Teilruptur des Innenbandes zugezogen hat. Mit einer Zwangspause von rund acht Wochen wird gerechnet. Diese Verletzung ist für Caligiuri doppelt bitter, weil sein Vertrag am Saisonende ausläuft und er um eine Verlängerung kämpft. Werbung in eigener Sache kann er wohl erst frühestens Anfang April wieder auf dem Platz betreiben.

Weston McKennie wäre auch als Rechtsverteidiger eine Möglichkeit. Der US-Boy sieht sich zwar im Mittelfeld besser aufgehoben, aber aufgrund der angespannten Personallage auf der rechten Abwehrseite wäre er die nächstliegende Alternative. Vorausgesetzt, McKennie wird fit.

Denn der im Pokalspiel eingewechselte 21-Jährige verletzte sich nur wenig später am Fuß und humpelte den Rest der Spielzeit inklusive Verlängerung über den Platz. Weil Wagner die Wechselmöglichkeiten schon ausgeschöpft hatte, musste McKennie auf die Zähne beißen und durchspielen.



Schöpf wäre eine Alternative



Sollte er ausfallen, bliebe noch Schalkes Vielzweckwaffe Alessandro Schöpf, der auch schon einige Male als Rechtsverteidiger für die Königsblauen gespielt hat. Auch noch denkbar wäre eine Umstellung auf die Dreierkette. Doch Wagner hat schon öfter betont, dass er kein Freund der Dreierkette ist. „Generell bin ich kein Systemfanatiker. Aber was ich schon sagen kann ist, dass ich die Viererkette gegenüber der Dreierkette bevorzuge“, hatte der 48-Jährige kurz nach seinem Dienstbeginn auf Schalke erklärt. Seit er Schalker Trainer ist, hat er erst zweimal mit einer Dreierkette gespielt, dies allerdings erfolgreich, nämlich in der Bundesliga beim 2:1-Erfolg in Bremen und im DFB-Pokal, als es in Bielefeld einen 3:2-Erfolg gab.


Bei der Nachmittagseinheit am Donnerstag waren nur acht Schalker Feldspieler und zwei Torhüter auf dem Platz. Unter anderem fehlten McKennie und Suat Serdar, dem immer noch eine Sprunggelenksprellung zu schaffen macht. Das deutet darauf hin, dass Serdar auch gegen Paderborn ausfallen dürfte, was für die Königsblauen ein herber Schlag wäre, denn der Nationalspieler hat bisher eine starke Saison gespielt und ist aktuell mit sieben Treffern der torgefährlichste Schalker Spieler.

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