Schalker Spiel mit vielen Unbekannten

Schalke 04

Kaum ein Bundesligaverein hat zu Beginn der Vorbereitung seinen kompletten Kader zur Verfügung. Schalke-Trainer David Wagner muss besonders viel improvisieren. Dies hat verschiedene Gründe.

Gelsenkirchen

, 09.07.2019 / Lesedauer: 3 min
Schalker Spiel mit vielen Unbekannten

Ahmed Kutucu (l.) bekam viel Lob vom neuen Schalke-Trainer David Wagner. © dpa

Da sind zum einen die Nationalspieler (u.a. Alexander Nübel, Suat Serdar), die wegen internationaler Einsätze erst verspätet in den Urlaub gehen konnten. Dann gibt es Spieler, mit denen Schalke nicht mehr plant und die zurzeit auf der Suche nach einem neuen Verein sind. Doch bisher gibt es nur lose Anfragen für das Trio Yevhen Konopylanka, Hamza Mendyl und Nabil Bentaleb, so dass bei Sportvorstand Jochen Schneider Geduld gefragt ist.



Je früher bei diesen drei Personalien Transfers abgewickelt werden können, desto besser wäre es für Schalke. Denn dann hätte Schneider mit diesem Geld mehr finanziellen Spielraum, um den Kader zu verstärken. Mit Linksverteidiger Robin Gosens von Atalanta Bergamo sollen sich die Königsblauen zwar längst einig sein, doch über die Höhe der Ablösesumme besteht noch längst keine Einigkeit mit dem italienischen Klub.


Dünne Personaldecke sorgt für Engpässe

Und drittens – und dieser Punkt dürfte Schalke am meisten Kopfschmerzen bereiten – gibt es viele Spieler, die mit schweren Verletzungen, die teils noch aus der vergangenen Saison stammen, noch nicht wieder voll belastbar sind. Dazu gehören unter anderem Mark Uth, Alessandro Schöpf und Omar Mascarell, die allesamt das erste Testspiel in Oberhausen von der Tribüne aus beobachteten.

Trainer David Wagner hat es bisher vermieden, sich in der Öffentlichkeit über die dünne Personaldecke zu beklagen, aber die aktuellen Engpässe auf manchen Positionen sind in seinem Kader offensichtlich. So musste Fabian Reese, eigentlich ein Stürmer, im Test in Oberhausen auf der für ihn völlig ungewohnten Position des Rechtsverteidigers auflaufen.



Deshalb war es schon ernst gemeint, als der Schalker Trainer nach dem Spiel in Oberhausen sagte: Bei uns sind alle gesund geblieben. Das ist die allerbeste Nachricht.“ Er hofft natürlich, dass die Langzeitverletzten bald ins Mannschaftstraining zurückkehren. Momentan muss der 47-Jährige noch regelmäßig auf Spieler aus der eigenen U23 für den Trainingsbetrieb der Profis zurückgreifen. Dazu zählen zurzeit regelmäßig Torhüter Krystian Wozniak, Innenverteidiger Görkem Can, Rechtsverteidiger Sandro Plechaty und Mittelfeldspieler Münir Mercan.


Kutucu will seine Chance nutzen


Andererseits bietet die aktuelle Personallage jungen Spielern die Chance, sich in den Vordergrund zu spielen. So wie zum Beispiel Ahmed Kutucu, der nicht nur wegen seiner zwei Treffer im Testspiel in Oberhausen zu überzeugen wusste. Wagner fand jedenfalls viel lobende Worte für den 19-jährigen Gelsenkirchener. „Ahmed ist ein echter Straßenfußballer. Der Junge macht Spaß.“

Kutucu hat sich zum Ziel gesetzt, so viel Spielzeit wie möglich zu bekommen. Ansprüche auf Einsatzzeiten formuliert er keine, sondern sagt nur: „Mal gucken, wie die Vorbereitung weiter läuft. Ich gebe in jedem Training und in jedem Spiel Vollgas“.



Etwas Bewegung kommt in den Transferpoker um Alexander Nübel. Schalke bestätigte einen Bild-Bericht, wonach der Bundesligist dem Torwart ein neues Vertragsangebot vorgelegt hat. Ob die Rahmendaten stimmen – Vertrag bis 2023, Ausstiegsklausel ab 2021 – mochte der Verein natürlich nicht bestätigen. Schneider hat einen Zeitplan mit Nübels Management festgelegt, so dass die Gespräche in Kürze beginnen werden.



Fazit: Der aktuelle Vorbereitungsstand der Königsblauen ist ein Spiel mit vielen Unbekannten.

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