Schalke und die Zahlen des Grauens

Schalke 04

Wenn Bayern München in der Veltins-Arena aufkreuzt, dann sind die Rollen klar verteilt. Der letzte Schalker Bundesligasieg gegen den Deutschen Rekordmeister liegt schon sehr lange zurück.

Gelsenkirchen

, 21.08.2019, 19:58 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schalke und die Zahlen des Grauens

Benedikt Höwedes (l.) gehörte zu den Schalker Torschützen beim letzten Bundesligasieg gegen Bayern München. © dpa

Es war der 4. Dezember 2010, als in der Veltins-Arena der letzte Schalker Erfolg gegen den FC Bayern München bejubelt werden durfte. Innerhalb von neun Minuten stellten damals die Gastgeber die Weichen auf Sieg. Erst war es der Spanier Jurado (58.), der ansonsten bei den Königsblauen keine glückliche Zeit verbrachte, der zur Führung traf.



Wenig später war es dann Benedikt Höwedes, der die Veltins-Arena in ihren Grundfesten erschütterte, als ihm die Vorentscheidung zum 2:0 gelang. Damit hatten die Schalker den Spielverlauf quasi auf den Kopf gestellt, denn fast eine Stunde hatten die Münchner nach Belieben dominiert. Nur die Tore fehlten, und das sollte sich bitter rächen.


Neuer bringt Bayern zur Verzweiflung

Mit zahlreichen Glanzparaden hatte Schalke-Torhüter Manuel Neuer die Bayern zur Verzweiflung getrieben. Schalke war eine Woche zuvor mit 0:5 in Kaiserslautern untergegangen, so dass Trainer Felix Magath hinterher anführte: „Das Ergebnis aus Kaiserslautern hat noch nachgeklungen. In der ersten Halbzeit waren wir noch etwas zögerlich. Aber nach dem ersten Tor war die Mannschaft in einer ganz anderen Verfassung.“


Seitdem waren die Königsblauen gegen den Deutschen Rekordmeister allerdings nur noch Punktelieferant. Mittlerweile sind die Blau-Weißen gegen die Bayern seit 17 Ligaspielen ohne Sieg. Die letzten fünf Pflichtspiele gegen die Münchner gingen sogar allesamt für Schalke verloren.


Letzter Heimsieg am 20. Januar 2019

Eine weitere „schwarze Serie“ betrifft die aktuelle Heimschwäche. „Der letzte Heimsieg liegt schon eine halbe Ewigkeit zurück“, musste Daniel Cailgiuri zuletzt verwundert feststellen, als er auf dieses Thema angesprochen wurde. Es war am 20. Januar (!) 2019, als die Königsblauen mit 2:1 gegen den VfL Wolfsburg die Oberhand behielten. Es blieb der erste und letzte Heimsieg der gesamten Bundesliga-Rückrunde.


In den restlichen acht Heimspielen folgten fünf Pleiten und drei Unentschieden. Insgesamt waren es in der Saison 2018/2019 sogar zehn Heimpleiten. Kein Wunder, dass der neue Sportvorstand Jochen Schneider angesichts dieser Zahlen des Grauens auf der Mitgliederversammlung noch einmal ausdrücklich betonte: „So etwas darf nicht wieder vorkommen“.



„Werden uns vor den Bayern nicht verstecken“


Doch ob ausgerechnet gegen die Bayern die Heimwende gelingt? Vor allem in den zwei nicht öffentlichen Trainingseinheiten in dieser Woche will Trainer David Wagner am schnellen Umschaltspiel feilen, um damit die Bayern in Verlegenheit zu bringen.


Wagner stellte aber schon unmittelbar nach der Punkteteilung in Mönchengladbach fest: „Wenn ich sage, dass wir unabhängig vom Gegner sein wollen, dann meine ich auch jeden Gegner“. Und Teammanager Sascha Riether verspricht: „Auch vor den Bayern werden wir uns nicht verstecken“.



Eigenen Spielstil präsentieren


Die Gastgeber wollen auch gegen einen scheinbar übermächtigen Gegner ihren eigenen Spielstil auf den Platz bringen. Wagner möchte von seinen Spieler vor allem die Dinge sehen, die auch im Training eingeübt werden. In der Defensive klappte das in Mönchengladbach über weite Strecken sehr gut. In der Offensive ist noch viel Luft nach oben.

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