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Im Sommer war Sebastian Rudy mit vielen Vorschusslorbeeren von Bayern zu S04 gewechselt. Doch den Durchbruch hat er noch nicht geschafft.

Benidorm

, 10.01.2019 / Lesedauer: 3 min

Vielleicht ist es ja ganz einfach, und Sebastian Rudy hätte sich bei seinem Amtsantritt auf Schalke lediglich eine andere Rückennummer aussuchen sollen. Die 13 gilt ja bekanntlich als Unglückszahl, und unglücklich wirkt auch der Spieler – eigentlich, seit er auf Schalke angekommen ist. Doch ist er wirklich auf Schalke angekommen? Für viele Beobachter ist das ein bislang ungelöstes Rätsel.

Als er im Sommer für eine Ablösesumme von ca. 16 Millionen Euro von Bayern München zu Schalke 04 wechselte, wurde ihm ein mit vielen Erwartungen vollgepackter Rucksack aufgesetzt. Seit den Abgängen von Leon Goretzka und Max Meyer war Schalkes Mittelfeldzentrale qualitativ unterbesetzt: Der Nationalspieler sollte die Lücke schließen und auf der wichtigen Sechser-Position die Fäden im Mittelfeld ziehen.

Auf so viele Einsätze kommt Sebastian Rudy

Rudy, da waren sich fast alle Experten einig, sei ein guter Transfer. In seinem Jahr bei Bayern München kam er auf 25 Bundesliga-Einsätze, zuvor war er bei Hoffenheim einer der Leistungsträger. Nicht zuletzt deshalb hatte ihn Bundestrainer Joachim Löw in die Nationalmannschaft berufen; bei der WM in Russland war sein Einsatz im Spiel gegen Schweden einer der wenigen Lichtblicke.

Doch schon bei seinem ersten Auftritt im Schalker Trikot gegen Hertha BSC zeigte Rudy erstaunliche Schwächen: Seine Zweikampfbilanz war schlecht, er hatte nur wenig Ballkontakte und wurde bereits nach 51 Minuten ausgewechselt.


„Die Umstellung von Bayern auf Schalke ist schon groß

Bis zur Winterpause kam der 28-Jährige auf lediglich acht Einsätze in der Bundesliga, gegen Leverkusen stand er nicht einmal im Kader – wenig für jemanden, der mit so vielen Erwartungen verpflichtet wurde. Trainer Domenico Tedesco hatte sich für eine Verpflichtung von Rudy stark gemacht und verteidigte die Entscheidung: „Basti hat vier, fünf Monate kein Spiel über 90 Minuten gemacht. Uns ist klar, dass er seine Zeit braucht, um bei 100 Prozent zu sein“, sagte er im Herbst in einem Interview und forderte Geduld mit Rudy.

Offenbar hat man aber auch die Anpassungsfähigkeiten des Spielers überschätzt. „Die Umstellung von Bayern auf Schalke ist schon groß“, hatte Sebastian Rudy nach den ersten drei Spielen mit seinem neuen Klub gesagt.

Christian Heidel kündigt Gespräch mit Rudy an

Doch bei 16 Millionen Ablöse und einem nicht gerade geringen Jahresgehalt dürfte die Geduld mit dem Spieler irgendwann erschöpft sein: In der Rückrunde muss Rudy liefern, um nicht endgültig als Fehleinkauf abgestempelt zu werden.

„Er ist ein Typ, der eher ruhig ist – mit dieser Ruhe kann er uns auch weiterhelfen.“
Ralf Fährmann

Auch auf dem Trainingsplatz wirkt es oft so, als fühle sich Rudy nicht so richtig wohl in seiner Haut. Er gehört dort definitiv nicht zu den Lautsprechern. „Er ist ein introvertierter, sehr ruhiger Mensch“, bestätigt Manager Christian Heidel – in der Mannschaft sei er aber dennoch integriert. Das bestätigt auch Kapitän Ralf Fährmann: „In der Kabine ist er auf jeden Fall angekommen. Er ist ein Typ, der eher ruhig ist – mit dieser Ruhe kann er uns auch weiterhelfen.“

Heidel kündigte an, in Zukunft ein längeres Gespräch mit Rudy über dessen Situation führen zu wollen – allerdings erst nach der Rückkehr nach Deutschland. Das Trainingslager sei dafür nicht der geeignete Ort. „Die Spieler sollen sich hier auf die Arbeit auf dem Platz konzentrieren“, so Heidel, „ein solches Gespräch könnte sie nur unnötig belasten.“