Schalke und das dicke Finanzminus

Schalke 04

Auch der späte Wechsel von Yevhen Konoplyanka zu Donezk ändert nichts mehr daran: Schalke 04 muss ein dickes Minus verkraften.

Gelsenkirchen

, 02.09.2019, 19:18 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schalke und das dicke Finanzminus

Augen zu und durch: Yevhen Konoplyanka kehrt in seine ukrainische Heimat zurück. © dpa

Bei vielen Spielern, die mit großen Vorschusslorbeeren verpflichtet wurden, stimmte das Preis-Leistungs-Verhältnis überhaupt nicht. Dazu zählte zum Beispiel Yevhen Konoplyanka. 2017 für 12,5 Millionen Euro verpflichtet und zu den Großverdienern im Kader zählend, konnte der Ukrainer nie konstant starke Leistungen abrufen. Am meisten fiel „Kono“ dadurch auf, dass er einmal den früheren Schalke-Trainer Markus Weinzierl als „Feigling“ beschimpft hatte.


Der Mittelfeldmann war in der Saison 2016/2017 vom damaligen Europa-League-Sieger FC Sevilla von den Blau-Weißen verpflichtet worden. Im Schalker Trikot absolvierte der ukrainische Nationalspieler 57 Bundesliga-Duelle (sechs Tore), sieben Spiele im DFB-Pokal (fünf Tore) sowie 14 Partien im Europapokal (zwei Tore).

Konoplyanka zurück in seine Heimat


Nun schafften es die Königsblauen, den 29-Jährigen auf den letzten Drücker doch noch zu verkaufen. Der Ukrainer unterzeichnete in seiner Heimat, bei Schachtor Donezk, einen Dreijahresvertrag und wird somit auch in der Königsklasse spielen.



Ein Verlustgeschäft war auch die Verpflichtung von Sebastian Rudy, der als Wunschspieler des damaligen Schalke-Trainers Domenico Tedesco galt, aber in Gelsenkirchen gnadenlos floppte. Für 16,5 Millionen Euro verpflichtet, liest sich die Bilanz des Nationalspielers wie ein Offenbarungseid. Null Tore und null Torvorlagen in 21 Bundesligaspielen machen Rudy zu einem der größten Transferirrtümer der jüngsten Schalker Vereinsgeschichte.

Rudy war einer von vielen Fehleinkäufen


Dass Schalke für Rudys Rückkehr zu Hoffenheim nur eine Leihgebühr von ca. 850.000 Euro erhält – die Kaufoption soll sechs Millionen Euro betragen – macht diesen Transfer auch wirtschaftlich für die Königsblauen zu einem Desaster.

In diese Kategorie fallen auch Breel Embolo und Hamza Mendyl. Embolo, der Rekordtransfer mit 22,5 Millionen Euro plus Boni, schaffte auf Schalke nie den Durchbruch. Dabei spielte auch sein großes Verletzungspech eine Rolle, aber gänzlich entschuldigen kann das seine schwachen Auftritte und undurchsichtigen Laufwege auf dem Spielfeld beileibe nicht. Sein Wechsel zu Borussia Mönchengladbach für zehn Millionen Euro ist für Schalke ebenso ein riesiges Verlustgeschäft.


Wie auch bei Hamza Mendyl, der zwar „nur“ sieben Millionen Euro kostete, aber als einer der größten Fehleinkäufe der Klubgeschichte gilt. Schalke war heilfroh, dass man Mendyl nach Dijon wenigstens ausleihen konnte. Die Leihgebühr – rund 500.000 Euro – bringt Schalke keinerlei finanziellen Spielraum.


Bentaleb operiert


Die Hoffnung, mit Nabil Bentaleb wenigstens noch einen Großverdiener von der Gehaltsliste zu bekommen, erfüllte sich nicht. Am Montag wurde bekannt, dass sich Bentaleb in Lyon wegen eines Meniskusrisses im rechten Kniegelenk einer Operation unterziehen musste. Deshalb war Interessent Werder Bremen nicht mehr bereit, mit Schalke weitere Vertragsverhandlungen zu führen. Werder-Sportchef Frank Baumann: „Wir brauchen Spieler, die uns sofort helfen können„. Das kann Bentaleb nicht. Der algerische Nationalspieler wird nun weiterhin viele Monate ausfallen, aber weiterhin zum Schalker Kader gehören.


Dieser blieb gestern, am letzten Tag des Transferfensters, in Sachen Neuzugängen unverändert. Bis zuletzt suchten die Königsblauen einen Stürmer, der vom Anforderungsprofil passen und vor allem finanzierbar sein musste. Doch dies gelang trotz intensiver Bemühungen nicht.

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