Schalke-Trainer David Wagner und seine Härtefälle

Schalke 04

Die Länderspielpause hat an der guten Personallage bei Schalke nichts verändert. Vor der Partie bei 1899 Hoffenheim steht nur bei einem Stammspieler ein Fragezeichen hinter seinem Einsatz.

Gelsenkirchen

, 18.10.2019, 18:51 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schalke-Trainer David Wagner und seine Härtefälle

Hat Schalke sportlich stabilisiert: David Wagner, der am Samstag seinen 48. Geburtstag feiert. © dpa

Dabei geht es um Nationalspieler Suat Serdar, der sich schon seit einiger Zeit mit Adduktorenproblemen herumplagt. Sollte der Mittelfeldspieler ausfallen, fände das Trainer David Wagner natürlich schade. Doch der Schalker Trainer, der am Samstag seinen 48. Geburtstag feiert, betonte in gleichem Atemzug: „Wir haben immense Alternativen im Kader“.



Deshalb würde ein Ausfall von Serdar, der sich heute beim nichtöffentlichen Abschlusstraining einem Härtetest unterzieht, Wagner vor der Partie gegen Hoffenheim (Sonntag 18 Uhr/Sky) keine schlaflose Nacht bereiten. Gerade im Mittelfeld, wo Serdar zu Hause ist, könnte ein Weston McKennie, der nach seiner Einwechslung im Heimspiel gegen Köln viel frischen Wind in das Schalker Spiel brachte, problemlos in die Bresche springen. Aber Wagner tendiert offenbar dazu, keine großen Personalveränderungen vorzunehmen.


Viel Lob für Nastasic und Kabak


„Diejenigen die spielen, machen das sehr gut. Wir ändern nur etwas, wenn es auch taktisch Sinn ergibt. Aus körperlichen Gründen werden wir kaum rotieren, weil wir nicht unter der Woche spielen“, betonte der Schalker Trainer, der mit dem Engagent seiner Spieler bei den Einheiten höchst zufrieden ist.



„Das ist für einige sehr hart. Matija Nastasic ist sicher einer der Härtefälle. Aber alle meine Spieler sind sehr hungrig. Sie sind alle Top-Profis, insbesondere Matija. Der nimmt jedes Training total ernst. So muss es auch sein. Es gibt ja nichts dämlicheres, als jetzt nachzulassen. Vor allem dann, wenn ein Platz frei wird.“

Deshalb ist davon auszugehen, dass Wagner im Vergleich zum Köln-Spiel nicht viel verändern wird. Am meisten bangen muss wohl Mark Uth um seinen Startelfplatz. Ausgerechnet bei der Rückkehr zu seinem Ex-Verein wird er wohl auf der Bank Platz nehmen müssen, weil er im Heimspiel gegen Köln keine gute Leistung zeigte und früh ausgewechselt wurde.




In Hoffenheim viel gelernt


Doch gegen Hoffenheim dürften die Königsblauen noch mehr gefordert werden. „Wer Bayern München schlägt, das spricht für sich. Sie haben jeden wieder in die Realität geholt, der gedacht hat, bei denen läuft das nicht so gut“, warnte Wagner vor dem Gegner, bei dem er seine ersten zwei Jahre als hauptamtlicher Trainer in der Jugendakademie verbrachte. „Ich habe dort viel gelernt und viel Einblick erhalten. Es war eine ganz spannende und lehrreiche Zeit“, so der 48-Jährige.

Ebenfalls als lehrreich bezeichnete er das Gespräch mit Schalkes deutsch-türkischen Spielern, die der Bundesligist nach den vielkritisierten und vieldiskutierten Jubel-Saluten bei den Türkei-Länderspielen anberaumt hatte. „Wir haben uns ausgetauscht und gesagt, was wir nicht wollen: Krieg, Terror und Gewalt“, so Wagner. Auch er unterstellte seinem Spieler Ozan Kabak bei dessen Salutier-Jubel nichts Böses: „Ozan wusste nicht, wie die Bundeswehr hier bei uns angesehen wird im Vergleich zum Militär in der Türkei.“



Was die sportliche Entwicklung betrifft, scheint Kabak auf einem guten Weg zu sein. „Ozan hat am Donnerstag eine wahnsinnig gute Trainingseinheit gehabt. Er ist auch einer der Jungs, für die es im Moment hart ist, nicht zu spielen,“ lobte der Schalker Trainer. Doch der sportliche Erfolg gibt ihm recht. Vier Siege und ein Unentschieden holten die Königsblauen aus den vergangenen fünf Bundesliga-Begegnungen. Eine Bilanz, die für die nächste Aufgabe Mut macht.

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