Schalke-Torhüter Markus Schubert vor den Wochen der Wahrheit

Schalke 04

Es ist sein erstes Derby: Schalke-Torhüter Markus Schubert freut sich auf die Partie in Dortmund. Dabei steht der junge Schlussmann bis zum Saisonende unter besonderer Beobachtung.

Gelsenkirchen

, 12.05.2020, 17:41 Uhr / Lesedauer: 2 min
Willsich als Schalkes Nummer eins profilieren: Markus Schubert.

Willsich als Schalkes Nummer eins profilieren: Markus Schubert. © dpa

Die Bewohner des Johanniter Stifts in Gelsenkirchen-Resse kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Innerhalb von zehn Tagen erhielten die dort wohnenden Mitglieder des Schake-Fanklubs „Wohlauf Blau-Weiß“ im April gleich zweimal Besuch von Torhüter Markus Schubert.


Beim ersten Mal übergab der 21-Jährige nicht nur eine Spende an die Einrichtung, sondern er hatte höchstpersönlich Muffins für die Seniorinnen und Senioren sowie das Pflegepersonal gebacken. Und auch bei seinem zweiten Besuch kam Schubert nicht mit leeren Händen, sondern überbrachte 70 Schutzmasken. Das Klischee vom abgehobenen Fußball-Profi führte er damit eindrucksvoll ad absurdum.

Torhüterfrage wird heiß diskutiert


Kein Wunder, dass der gebürtige Freiberger, der im Vorjahr von Dynamo Dresden zu Schalke wechselte, durch diese eindrucksvoll praktizierte Solidarität in Corona-Zeiten neue Fans im Johanniter-Stift gewonnen hat. Sie werden Schalkes Nummer eins gewiss alle die Daumen drücken, wenn er am Samstag im „Spiel der Spiele“ in Dortmund das Tor hütet.

Es ist das erste Derby von Schubert. Aber nicht nur weil es seine Premiere ist, haben diese 90 Minuten für den Youngster einen besonderen Stellenwert. Denn auf keiner Position im Schalker Kader gab es so viele negative Schlagzeilen wie auf der des Torhüters. Die „Flucht“ von Ralf Fährmann, die endlosen Diskussionen um die Zukunft von Alexander Nübel, der schließlich seinen Wechsel zum FC Bayern am Saisonende bekannt gab und nach einer Formkrise zur Nummer zwei degradiert wurde, dies alles hat dem Verein nicht gut getan.


Wagner wünscht sich Ruhe im Tor



Kein Wunder, dass Trainer David Wagner nichts so sehr herbeisehnt, wie Ruhe und Stabilität auf der Torhüterposition. Deshalb stellte der 48-Jährige noch einmal in einem Sport-Bild- Interview klar: „Ich habe vor Wochen gesagt, dass Markus Schubert – wenn er gesund bleibt – die restlichen Spiele in dieser Saison für uns bestreitet. Dabei bleibt es“.


Schubert muss jetzt das Vertrauen seines Trainers zurückzahlen. Denn dauerhaft unumstritten ist der U21-Nationaltorhüter zwischen den Schalker Pfosten (noch) nicht. Als Alexander Nübel für vier Spiele gesperrt war, konnte Schubert nicht durchweg überzeugen. Nun hat er noch neun Spieltage Zeit, die eigene Position zu stärken.

Fährmann schon in Lauerstellung


Denn spätestens in der Vorbereitung auf die neue Saison werden die Karten im Schalker Tor neu gemischt. Ralf Fährmann („Ich möchte eine faire Chance“) heißt dann der neue Konkurrent für Schubert. Fährmann hat schon wissen lassen, dass er alles daransetzen wird, um wieder die Nummer eins zu werden.


Sollte Schubert familiäre Ratschläge für sein Spiel benötigen, kann er auf viele Menschen zurückgreifen. Denn Schubert kommt aus einer Torhüter-Familie. Sein Vater war früher Schlussmann, sein älterer Bruder steht ebenfalls zwischen den Pfosten, und selbst seine Tante hatte beim Fußballspielen die Handschuhe an. Zudem war seine Mutter Handball-Torhüterin. An guten Tipps wird es also nicht mangeln.

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