Schalke spielt - und Hoffenheim trifft

Schalke 04

Zwei Konter zerstören den Traum von der Tabellenspitze. Die Wagner-Elf ist bei der 0:2-Niederlage gegen Hoffenheim zwar überlegen, ihr fehlt aber die letzte Konsequenz im Torabschluss.

Sinsheim

, 20.10.2019, 20:56 Uhr / Lesedauer: 3 min
Schalke spielt - und Hoffenheim trifft

Hängende Köpfe: Salif Sané, Ahmed Kutucu und Amine Harit nach dem Spiel in Hoffenheim. © dpa

Schalke hätte als Tabellenführer ins Derby gegen Borussia Dortmund gehen können, stattdessen gab es die erste Auswärts-Niederlage in der Bundesliga unter Trainer David Wagner: 0:2 bei der TSG Hoffenheim – am Ende schob Schalke Frust statt Rückenwind für den kommenden Samstag mitzunehmen.

Auf zwei Positionen veränderte Wagner seine Mannschaft gegenüber der Start-Elf des letzten Spiels gegen den 1. FC Köln: Suat Serdar gehörte wegen Adduktorenbeschwerden gar nicht zum Kader, Mark Uth saß nur auf der Bank.

So reagierten Schalkes Fans auf Sebastian Rudy

Weston McKennie musste die Reise nach Sinsheim wegen muskulärer Probleme stornieren – neu in die Schalker Start-Formation rückten so Rabbi Matondo und erstmals seit Januar auch der lange verletzt fehlende Alessandro Schöpf.

Der begegnete im Mittelfeld mehrmals Sebastian Rudy – der Ex-Schalker wurde bei der Nennung seines Namens von den S04-Fans ausgepfiffen. Vielleicht auch, weil der Stadionsprecher sich den süffisanten Zusatz „Sebastian Rudy – wieder daheim, wo er hingehört“ nicht verkneifen konnte.

Im Abschluss fehlt die letzte Konsequenz

Solche verbalen Scharmützel schienen den Schalker Spielern relativ egal zu sein. Sie traten auch als Gast-Mannschaft so auf, wie es sich Wagner wünscht: Sehr präsent, sehr wach, für eine Auswärtsmannschaft fast schon dominant.

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Schalke war Chef im Ring, hatte durch einen Freistoß von Daniel Caligiuri ans Lattenkreuz (3.) auch die größte Chance der ersten Hälfte. Hoffenheims Fans durften nur in der 34. Minute ernsthaft auf einen Treffer ihrer Mannschaft hoffen, als ein Schuss von Stefan Posch am Schalker Tor vorbei ging. Bei aller Überlegenheit fehlte Schalke im Abschluss allerdings die letzte Konsequenz, exemplarisch bei Guido Burgstaller (17.) und Salif Sané (26.).

Der Stadionsprecher zitiert Huub Stevens

Die mögliche Eroberung der Tabellenspitze nannte David Wagner vor dem Spiel nur „ein Nebenprodukt“. Von der einfachen Hochrechnung – Schalker Sieg gleich Platz eins – galt es dann in der 72. Minute ohnehin, vorerst Abstand zu nehmen.

Denn mitten ins nach wie vor überlegene Schalker Spiel platzte ein Konter der Mannschaft von Hoffenheims Trainer Alfred Schreuder, der kurz danach erstmals an diesem Abend ein fröhliches Gesicht machen konnte.

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Bundesliga, 8. Spieltag: TSG 1899 Hoffenheim - Schalke 04 2:0 (0:0)

20.10.2019
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Bilder von der Bundesligapartie TSG 1899 Hoffenheim – Schalke 04© picture alliance/dpa
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Nachdem Ihlas Bebou fast widerstandlos aufs Schalker Tor schießen und Alexander Nübel den Schuss glänzend parieren konnte, staubte Andrej Kramaric ab zur 1:0-Führung für Hoffenheim. Mit der Huub-Stevens-Weisheit „Das ist Fußball“ verkündete der Stadionsprecher diesen Treffer – zielsicher darauf anspielend, dass es gefühlt erst das zweite Mal war, dass die gastgebende Mannschaft die Mittellinie in ernsthafter Angriffs-Manier überquert hatte.

Selbst ein sonst zuverlässiger Schalker wackelt beim 0:2

Als Auswärts-Mannschaft ausgekontert – was Schalke vorher gefehlt hatte, war die erkennbare, unbedingte „Gier“ nach einem eigenen Torerfolg. So besteht selbst bei einer sehr ordentlichen Leistung immer die Gefahr, dass am Ende nichts Zählbares dabei herausspringt.

So wie am Sonntag in Sinsheim: Mit seinem Tor zum 2:0 – wieder ein Konter – machte Ihlas Bebou in der 86. Minute den Deckel drauf. Jetzt wackelten auch die zuverlässigsten Schalker Spieler, in diesem Fall Benjamin Stambouli.

So kommentiert Alex Nübel das Spiel

Zwei Gegentore innerhalb einer knappen Viertelstunde – das „Nebenprodukt“ Tabellenführung hatte sich ohnehin erledigt, für David Wagner war einen Tag nach seinem 48. Geburtstag die wichtigere Erkenntnis, dass seine Mannschaft vor dem Rückfall in „alte“ Verhaltensmuster noch nicht gefeit ist. Schon gar nicht in Sinsheim, der sportlichen Heimat der TSG Hoffenheim: Von nun zwölf Bundesliga-Spielen gewann Schalke dort nur ein einziges.



S04-Torhüter Nübel will sich mit der aktuellen Niederlage nicht lange aufhalten: „Mund abwischen und weiter geht’s. Eigentlich haben wir ein gutes Spiel gemacht. Ich habe selten erlebt, dass wir auswärts so dominant aufgetreten sind. Aber vorne waren wir nicht zwingend genug. Und dass wir uns dann noch zwei solche Tore einfangen, darf uns nicht passieren.“ Nicht in Sinsheim. Und schon gar nicht am Samstag. Auf Schalke. Im Derby.

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