Nach dem 1:3 in der Champions League - und dem Erreichen des Achtelfinales - ist die Stimmungslage bei den Königsblauen schwer zu fassen, meint unser Kommentator.

Gelsenkirchen

, 29.11.2018, 08:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Das Positive zuerst: Der FC Schalke 04 hat sich bereits einen Spieltag vor dem Abschluss der Gruppenphase für das Achtelfinale in der Champions League qualifiziert. Damit haben die Königsblauen ein zweites Etappenziel nach dem Überwintern im DFB-Pokal erreicht.

Kritiker werden zwar sofort einwenden, dass Schalke in den Pokalwettbewerben Losglück gehabt habe, doch solche Einwände sind an den Haaren herbeigezogen. Was kann Schalke dafür, wenn die Gruppengegner FC Porto, Galatasaray Istanbul und Lokomotive Moskau heißen?

Die Champions League ist nicht der Maßstab

Das Weiterkommen ist nicht nur aus sportlicher Sicht wichtig, auch in finanzieller Hinsicht kann der Traditionsklub jede Zusatzeinnahme gut gebrauchen. Damit hat Schalke etwas mehr Handlungsspielraum, um den Kader in der Winterpause zu optimieren. Das erscheint durchaus notwendig, denn das Abschneiden in der Bundesliga ist der Maßstab, an dem die Königsblauen von den meisten Fußballfans letztlich gemessen werden.

Dass Schalke in der Champions League noch mehrere Runden übersteht, glauben selbst kühnste Optimisten nicht, dazu fehlt es der Elf von Trainer Domenico Tedesco an spielerischem Format und Kreativität, wie die letzten Wochen und Monaten eindeutig gezeigt haben.

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Aber in der Bundesliga sind die Erwartungen viel höher, als dass sich Schalker den Verbleib auf Rang 14 leisten könnte. So gesehen kann die erste Saisonhälfte erst dann abschließend beurteilt werden, wenn die restlichen Bundesliga-Spieltage bis zur Winterpause absolviert sind.

Dem Mutmacher des Nürnberg-Spiels ist jedoch mit dem Auftritt in Porto wieder ein Dämpfer gefolgt. Nürnberg ist leistungsmäßig ganz gewiss meilenweit vom FC Porto entfernt, aber Optimismus hat der Schalker Auftritt in Portugal bestimmt nicht verbreitet. So bleiben nach der Qualifikation für das Achtelfinale zwiespältige Gefühle. Bei mir überwiegt eher die Skepsis, aber vielleicht belehrt mich diese Mannschaft eines Besseren.

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