Schalke in Freiburg: Kein Spiel wie jedes andere

Schalke 04

Wenn der FC Schalke 04 am Samstag (15.30 Uhr/Sky) die Bundesligasaison 2019/20 beim SC Freiburg beendet, geht es für die Königsblauen um mehr als nur um Sieg oder Niederlage.

Gelsenkirchen

, 25.06.2020, 17:18 Uhr / Lesedauer: 2 min
Will die Negativserie in Freiburg endlich stoppen: Schalke-Trainer David Wagner.

Will die Negativserie in Freiburg endlich stoppen: Schalke-Trainer David Wagner. © dpa

Wie sich die Schalker Spieler in einem zwar sportlich bedeutungslosen Spiel präsentieren, kann erhebliche Auswirkungen auf die weitere Entwicklung des Vereins haben.

Image: Siegt Schalke auch im Breisgau nicht, wäre der negative Vereinsrekord auf 16 Spiele in Serie ohne Sieg angewachsen. Mit solch einer Hypothek in die Saisonvorbereitung zu gehen, wäre ein sehr großer Rucksack für Trainer David Wagner, der aber weiterhin davon überzeugt ist, dass mit ihm Schalke bald die Kurve kriegen wird. Doch schon seit Wochen ist der Verein Hohn und Spott ausgesetzt. Jüngst berichtete die „Süddeutsche Zeitung“ über den neuesten Schalke-Witz, der geht so: „Hätte ein Schalker damals auf John Lennon geschossen, wäre John Lennon heute 79 Jahre alt.“

Großer Ärger über die Führungsspitze

Fan-Wut: Ein Sieg in Freiburg könnte auch die Teilnehmer an der Schalke-Demo rund um das Vereinsgelände am Samstag etwas versöhnlicher stimmen. Dort wollen die Fans eine blau-weiße Menschenkette unter strenger Einhaltung der Corona-Regeln bilden. Wie viele Personen kommen werden, lässt sich schwer abschätzen. Doch weil unter anderem auch mächtige Fan-Gruppierungen zu dieser Veranstaltung aufgerufen haben, wird es wohl eine vierstellige Zahl werden. „Wir wollen ein Zeichen setzen“, sagte Mitinitiatorin Katharina Strohmeyer dieser Zeitung. Die Demonstranten sollen zwei Meter Abstand zueinander halten und mit blau-weißem Flatterband verbunden sein.

Für einen Teil der Fanszene wiegt der Ärger über die Schalker Führung – insbesondere über Clemens Tönnies – längst schwerer als der sportliche Absturz ihres Klubs, der nach der Hinrunde noch auf Europapokalkurs war, bis zum letzten Spiel in Freiburg aber lediglich neun weitere Punkte geholt hat.

Wagner hat schon bessere Tage erlebt

Auch Wagner macht keinen Hehl daraus, wie ihn die Horrorserie beschäftigt. „Es macht um einiges mehr Spaß, wenn man erfolgreich ist, wenn man Spiele gewinnt, wenn man das Gefühl hat, man ist konkurrenzfähig“, sagte der 48-Jährige: „Aber das geht ja allen so im Klub. Ich habe schon bessere Tage erlebt auf Schalke.“

TV-Gelder: Sackt Schalke am letzten Spieltag in der Tabelle weiter ab, könnten viele Millionen verloren gehen. Das schlimmste Szenario wäre bei entsprechenden Ergebnissen der Absturz auf Platz 15. Damit wäre für die Königsblauen ein Einnahmeverlust von bis zu sechs Millionen Euro verbunden. Das wäre für den mit fast 200 Millionen Euro verschuldeten Klub der Super-GAU, der entsprechende Konsequenzen auf dem Transfermarkt hätte.

Kader: In diesem Fall wäre Schalke nämlich noch mehr zum Sparen gezwungen, als dies ohnehin absehbar ist. Bisher konnte noch kein Neuzugang präsentiert werden. Anfang nächster Woche wollen der Vorstand und Trainer David Wagner die Ergebnisse ihrer Saisonanalyse erläutern. Dabei ist zu erwarten, dass es Veränderungen beim Personal geben wird. Doch zunächst heißt das Ziel, sich in Freiburg ordentlich zu präsentieren.

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