Das 0:2 gegen Bremen zeigt: Fünf Niederlagen in Serie waren kein Zufall. Schalkes Spielweise vereinigt mehrere Indikatoren von Schwäche. Auch die Neuzugänge helfen nicht. Ein Kommentar.

Gelsenkirchen

, 21.10.2018, 17:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Mann am Mikrofon hob warnend den Zeigefinger und nannte den 1. FC Köln als Beispiel, wie es einer Mannschaft nach der sehnsüchtig erwarteten Rückkehr in den Europapokal ergehen kann. Aber irgendwie wirkte Aufsichtsratschef Clemens Tönnies mitten im Freudentaumel während der letzten Schalker Jahreshauptversammlung mit seinem ernsten Appell deplatziert.

Schalke muss sich nach unten orientieren

Kann uns nicht passieren, wird uns nicht passieren. Dachten viele Schalker. Nun sollte man den Geißbock nicht an die Wand malen – Schalke ist noch lange kein Abstiegskandidat, muss sich aber spätestens nach dem ernüchternden 0:2 gegen Bremen eher nach unten orientieren. Denn dieses Spiel hat deutlich gemacht: Die fünf Niederlagen in Serie zum Saisonstart waren kein Zufall!

Drei 1:0-Siege in Serie haben das kaschiert, was immer offensichtlicher wird: Schalke fehlt es in ausgeglichenen Partien nicht nur an Spielgück, es fehlt auch an Qualität. Wenn der erste Schuss aufs Tor gleich zu einem Gegentor führt, ist das halt auch ein Zeichen von Schwäche. Und wenn von fünf glasklaren Torchancen, die Trainer Domenico Tedesco gezählt hat, keine einzige verwertet wird, ist das auch ein Zeichen von Schwäche.

Sebastian Rudy ist ein gutes Beispiel

Schalkes Spielweise vereinigt gleich mehrere Indikatoren von Schwäche – vielleicht lässt sich das am Beispiel Sebastian Rudy festmachen. Obwohl am Samstag sowohl Struktur als auch ein Stratege erkennbar fehlten, saß Rudy – für 16 Millionen Euro ja eigentlich genau für diese Rolle geholt – 90 Minuten lang auf der Bank. Noch bemerkenswerter: Kaum jemand in der Arena wird ihn als „Problemlöser“ herbeigesehnt haben.

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Bundesliga, 8. Spieltag: FC Schalke 04 - Werder Bremen 0:2 (0:1)

20.10.2018
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Bilder des Bundesliga-Spiels zwischen dem FC Schalke 04 und Werder Bremen.© dpa
Bilder des Bundesliga-Spiels zwischen dem FC Schalke 04 und Werder Bremen.© imago
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Das betrifft nicht nur Rudy. Von allen Neuzugängen, für die Schalke immerhin über 50 Millionen Euro hat springen lassen, hat der Mannschaft noch kein einziger entscheidend geholfen. Das wirkt alles wie Stückwerk, das sich gegen schwache Mannschaften vielleicht mit einem Kraftakt durchsetzen kann – sobald eine Mannschaft wie Werder Bremen aber auch mindestens durchdachten und „erwachsenen Fußball“ spielt (also wie Schalke in der Vorsaison), droht das fragile Gebilde in die falsche Richtung zu kippen.

Noch keine Automatismen

Ein Automatismus, ein Ineinandergreifen einzelner Rädchen, ist bei Schalke nicht zu erkennen. Die Frage, ob eine ständig in sich rotierende Mannschaft eine solche Struktur überhaupt bekommen kann, muss Tedesco beantworten.

Vielleicht sollte er seine Strategie überdenken und endlich einer Stamm-Elf vertrauen. Ein solcher Strategiewechsel kann auch ein Zeichen von Stärke sein.

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