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Schalke ist nie langweilig. Das gilt auch im Jahr 2018. Dem Gewinn der Vizemeisterschaft folgte der sportliche Absturz in der Bundesliga: Wir blicken zurück auf ein turbulentes Jahr.

Gelsenkirchen

, 26.12.2018 / Lesedauer: 3 min

Damit hätte wohl niemand im Sommer 2018 gerechnet. Schalke hatte zwar nicht attraktiv, aber höchst effektiv die Bundesligasaison als Zweiter mit acht Punkten Vorsprung auf Rang drei beendet.

„Viel mehr kann man nicht erreichen, das ist eine gefühlte Meisterschaft. Wir haben geliefert“, sagte im Mai ein strahlender Schalke-Sportchef Christian Heidel. Seine riskante Personalentscheidung in der Trainerfrage erwies sich als Glücksgriff. Domenico Tedesco machte da weiter, wo er 2017 aufgehört hatte und führte Schalke zum Vizetitel.

Schon vor der Saison wurde Tedescos Vertrag verlängert

Angreifer Guido Burgstaller lobte Tedescos „sensationelle“ Arbeit: „Wir arbeiten als Team gern zusammen, sind eine richtig eingeschworene Truppe.“ Disziplin, Struktur und Arbeitswille zeichneten die Schalker Mannschaft bis zum Sommer aus. Tedescos ursprünglich bis 2019 laufender Vertrag wurde vorzeitig bis 2022 verlängert.

Schalke erlebt ein Jahr mit zwei ganz unterschiedlichen „Halbzeiten“

Abschied: Mit Leon Goretzka (l.) und Max Meyer (r., hier mit Manager Christian Heidel) verließen im Sommer zwei wichtige Spieler den Verein. © imago

Zwar verlor Schalke mit Leon Goretzka (FC Bayern München), Max Meyer (Crystal Palace) und Thilo Kehrer (Paris St. Germain) drei Stammspieler, doch dies schien verkraftbar, weil Heidel unter anderem mit Mark Uth (Hoffenheim), Sebastian Rudy (FC Bayern München) und Omar Mascarell (Eintracht Frankfurt) prominente Neuzugänge verpflichten konnte, die wie Rudy Nationalspieler sind oder bei ihren Ex-Klubs überzeugt hatten.

Clemens Tönnies meldet sich zu Wort

Das war auf Schalke jedoch bis jetzt anders. Nicht nur der Bundesliga-Fehlstart wie vor zwei Jahren unter Trainer Markus Weinzierl (fünf Niederlagen in Folge) wiederholte sich, sondern der sportliche Niedergang in der Bundesliga hält bis heute an – beschleunigt durch den verletzungsbedingten Komplett-Ausfall des „ersten Sturms“ mit Guido Burgstaller, Breel Embolo und Mark Uth.

Schalke erlebt ein Jahr mit zwei ganz unterschiedlichen „Halbzeiten“

Mit (unter anderen) Breel Embolo und Mark Uth fielen im Herbst wichtige Spieler aus. © imago

Fast noch schlimmer für Schalke: Der Liebesentzug durch die Fans bringt den Klub in Turbulenzen. Dass Schalke-Boss Clemens Tönnies eine Debatte um einen zusätzlichen „Kaderplaner“ lostrat und dabei bei Sportvorstand Christian Heidel auf wenig Gegenliebe traf, verschärfte die Unruhe.

Die fand ihren vorläufigen Höhepunkt im letzten Heimspiel des Jahres: Mitten in die mit Emotionen vollgepumpte Atmosphäre zum endgültigen Abschied von der Steinkohle platzte beim „Kumpel- und Malocher-Klub“ die 1:2-Niederlage gegen Bayer Leverkusen – spätestens da war jedem klar, dass Schalke nun mitten im Abstiegskampf steckt. Von einem Abend der ganz großen Gefühle war am Ende nur eines übrig geblieben – die nackte Angst vor dem Überlebenskampf in der Bundesliga. Erst der 3:1-Sieg in Stuttgart zum Jahresabschluss verschaffte ein wenig Luft zum Durchatmen.

Das Erreichen des Achtelfinales der Champions League (Gegner ist Manchester City) und des DFB-Pokals (gegen Fortuna Düsseldorf) war da nur ein schwaches Trostpflaster, sollte bei der sportlichen Bilanz am Jahresende allerdings auch nicht verschwiegen werden.

Der Trainer rückt in den Mittelpunkt der Diskussion

Ein Absturz auf der nationalen Bühne, den sich vor wenigen Monaten niemand hätte vorstellen können – also will die Schalker Chefetage in der Winterpause alles auf den Prüfstand stellen. Über die Kaderplanung von Manager Heidel wurde schon diskutiert, mittlerweile rückt allerdings auch Trainer Domenico Tedesco immer mehr in den Blickpunkt. Heidel selbst wollte davon nach dem Leverkusen-Spiel noch nichts wissen: „Ich tue mich total schwer, einen Mann infrage zu stellen, den wir alle vor vier Monaten noch gefeiert haben.“

Schalke erlebt ein Jahr mit zwei ganz unterschiedlichen „Halbzeiten“

Jobgarantie für den Trainer: Manager Christian Heidel mit Domenico Tedesco. © imago

Damals galt Tedesco als Hauptverantwortlicher für das gute Schalker Abschneiden. Die Frage, ob das nun für die schlechten Bundesliga-Auftritte (in der Champions League und im DFB-Pokal ist Schalke im grünen Bereich) nicht gilt, wird eine der interessantesten sein, die Heidel nun zu klären hat. Der Manager selbst hat offenbar nicht vor, an Tedesco irgendeinen Zweifel aufkommen zu lassen. Er gab dem Trainer eine Job-Garantie – und zwar schon vor dem Spiel in Stuttgart.

Wie auch immer: Langweilig wird es auf Schalke auch 2019 nicht werden.

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