Schalke 04 wirft nichts um

Schalke 04

Nach 97 langen Minuten und aufopferungsvollem Kampf gewinnt Wagner-Team 1:0 gegen Frankfurt. Und trotzt dabei zwei deftigen Nackenschlägen.

Gelsenkirchen

, 15.12.2019, 21:02 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schalke 04 wirft nichts um

Völlig losgelöst: So jubelten Schalkes Spieler nach dem 1:0-Erfolg gegen Eintracht Frankfurt. © dpa

Denn in der zehnten Minute verletzte sich Weston McKennie bei einem Zusammenprall mit Bas Dost so schwer an der Schulter, dass er ausgewechselt werden musste – nach Salif Sané, Benjamin Stambouli und Matija Nastasic ist der Aushilfs-„Verteidiger“ damit schon der vierte Abwehrspieler, der den „Königsblauen“ in dieser Saison länger zu fehlen droht.


Schalkes Trainer David Wagner blieb zum Lamentieren nicht viel Zeit, er musste reagieren: Er wechselte Juan Miranda ein, der damit zu seinem ersten Pflichtspiel-Einsatz für Schalke kam – ausgerechnet an dem Tag, an dem das Gerücht die Runde machte, der FC Barcelona wolle die Ausleihe von Miranda an Schalke vorzeitig beenden, weil der Linksverteidiger bis dahin noch keinen Liga-Einsatz zu verbuchen hatte.

Oczipka als Innenvertediger



Für McKennie „verschob“ Wagner Bastian Oczipka von der linken Seite nach innen – ausgerechnet gegen seinen Ex-Klub musste Oczipka nun also beweisen, dass er seine dort zwischenzeitlich erworbenen Fähigkeiten als Innenverteidiger nicht verlernt hat.

Der Plan ging auf: Schalke steckte den frühen Ausfall von McKennie schnell weg, war schon in der ersten Hälfte die wesentlich aktivere Mannschaft gegen die Eintracht, die noch das Europa-League-Spiel vom Donnerstag in den Knochen hatte.


Großer Kampf in Unterzahl


Was Schalke fehlte, war ein Tor – Suat Serdar scheiterte mit einem Schuss an Frankfurts Torhüter Frederik Rönnow (28.), Ozan Kabak zielte in der 40. Minute nach einem schönen Offensiv-Vorstoß nicht präzise genug und schoss daneben.

Besser machte es Benito Raman kurz nach dem Seitenwechsel: Nach einer Schalker Balleroberung im Mittelfeld ging es ganz fix nach vorne, Amine Harit bediente Raman, der schoss ganz überlegt flach ein (53.) – das 1:0 für Schalke war gleichzeitig Ramans viertes Tor im vierten Bundesliga-Spiel in Folge.



Zur Ruhe kamen die Gastgeber trotzdem nicht, im Gegenteil: Nach einem Pass in die Schalker Hälfte rauschte Alexander Nübel aus seinem Tor heraus und fuhr dem Frankfurter Mijat Gacinovic so übel in die Parade (65.), dass Schiedsrichter Felix Zwayer überhaupt keine andere Wahl blieb, als dem Schalker Torhüter die Rote Karte zu zeigen – auch wenn sich die ganze Szene gut 30 Meter vor dem S04-Tor abgespielt hatte. Wagners Improvisations-Kunst war nun erneut gefragt: Markus Schubert kam zu seinem ersten Bundesliga-Einsatz, „Opfer“ unter den Feldspielern war Amine Harit, der ausgewechselt wurde. Auch für den verletzten Gacinovic war das Spiel beendet.



Torwart Schubert wird gefeiert


Durch Schalkes Unterzahl war die Fortsetzung der Partie nun logisch: Frankfurt drängte auf den Ausgleich, Schalke versuchte, nach vorne Nadelstiche zu setzen (der eingewechselte Burgstaller traf sogar noch den Pfosten/84.). Schubert wurde von den Zuschauern bei jedem Ballkontakt gefeiert – besonders in der 87. Minute, als er einen Schuss von Erik Durm entschärfte.

Nach am Ende insgesamt 97 Minuten hatten robust und aufopferungsvoll kämpfende Schalker den Sieg über die Zeit gebracht. Der völlig losgelöste David Wagner, in den letzten Minuten von Amine Harit an der Seitenlinie „unterstützt“, hätte am liebsten jeden der über 60.000 Zuschauer in der Arena vor Freude umarmt...

Hinterher bilanzierte Wagner: „Das war ein verrückter Tag. Wir sind glücklich, ohne Frage. Unsere Fans waren überragend“.

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