Schalke 04 spart zehn Millionen Euro

Schalke 04

Was eine Reihe von Bundesligisten bereits vollzogen haben, praktiziert nun auch der FC Schalke 04, nämlich den teilweisen Prämien- und Gehaltsverzicht.

Gelsenkirchen

, 27.03.2020, 17:58 Uhr / Lesedauer: 2 min
In ständigem Austausch: Sportvorstand Jochen Schneider (l.) und Aufsichtsrats-Chef Clemens Tönnies.

In ständigem Austausch: Sportvorstand Jochen Schneider (l.) und Aufsichtsrats-Chef Clemens Tönnies. © dpa

Am Donnerstag und Freitag hatten die gesamte Schalker Mannschaft sowie Vorstand, Trainerteam und Betreuerstab jeweils in fünf kleinen Gruppen getagt, um über die Konsequenzen der Corona-Krise zu diskutieren. Das Ergebnis bewertete Sportvorstand Jochen Schneider im Gespräch mit dieser Zeitung als „großartiges Zeichen der Loyalität für unseren Verein“.

Rund 70 Personen des FC Schalke 04 beteiligen sich an einem Sparpaket, das rund zehn Millionen Euro bis zum 30. Juni 2020 beinhaltet. „Die Mitwirkung lag bei 100 Prozent. Es wurde sogar mehr Geld zugesagt, als ursprünglich angedacht war“, freute sich Schneider und ergänzte: „Unsere Spieler haben damit eindrucksvoll dokumentiert, was ihnen unser Verein bedeutet. Das ist ein ganz klares Signal: Wir alle stehen zusammen für unseren FC Schalke 04, nicht nur in guten, sondern vor allem auch in schlechten Zeiten.“

Kurzarbeit noch nicht vom Tisch


Mit dieser Summe soll zum Erhalt der Arbeitsplätze der rund 600 Schalke-Mitarbeiter beigetragen werden. Das Thema Kurzarbeit ist damit allerdings bei den Königsblauen noch nicht vom Tisch, wie Schalkes Sporvorstand einräumte. „Wir müssen die weitere Entwicklung abwarten. Niemand kann sagen, was in den nächsten Wochen und Monaten passiert“, so Schneider.

Natürlich hoffen alle Bundesligisten, dass die Saison irgendwann weitergespielt werden kann. Ein Abbruch hätte für alle Vereine enorme wirtschaftliche Folgen, weil dann die TV-Einahmen wegbrechen würden. Beim FC Schalke 04 wären das allein 26 Millionen Euro.



Wie geht es trainingsmäßig weiter?


Je nach Entwicklung der Lage haben Mannschaft und Vereinsführung bereits signalisiert, auch über den 30. Juni 2020 hinaus weitere Schritte in Erwägung zu ziehen. Das macht deutlich, wie ernst die Corona-Krise ist.

Der Gehaltsverzicht ist erst einmal ein wertvoller Beitrag zur Liquiditätssicherung des Vereins. Für den aktuellen Tabellensechsten, der das Geschäftsjahr 2019 mit einem satten Minus von 26,1 Millionen Euro abgeschlossen hat, bedeutet die Vereinbarung nach eigenen Angaben eine monatliche Entlastung „im Millionenbereich“, die ihm etwas Luft verschafft.



Wettbewerbsnachteil droht


Wie es trainingsmnäßig weitergeht, konnte Jochen Schneider am Freitag noch nicht sagen. Denn es gibt in Nordrhein-Westfalen den Erlass, dass sportliche Aktivitäten auch in Kleingruppen verboten sind, unabhängig davon, ob es sich um Amateur- oder Profisport handelt. Schalke befindet sich nach Informationen dieser Zeitung in Gesprächen mit den NRW-Behörden über diese Thematik.

Denn je länger kein geregeltes Training möglich ist, desto schwieriger wird es, die Rückstände in kurzer Zeit aufzuholen. Langfristig könnte sich dieser Tatbestand als klarer Wettbewerbsnachteil erweisen.

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