Er trägt einen berühmten Namen: Philipp Max‘ Vater Martin gewann mit S04 den UEFA-Cup. Der Sohn spielt heute beim FC Augsburg, trifft am Samstag auf Schalke. Vorher gab er uns ein Interview.

Gelsenkirchen

, 13.12.2018 / Lesedauer: 4 min

Flanken Sie Schalke 04 am Samstag in den Tabellenkeller?

(lachend) Ich will es zumindest versuchen und werde alles geben, um der Mannschaft zu helfen. In diesem Spiel steckt eine Menge Brisanz. Der Gewinner dieser Partie hält den Anschluss an das Mittelfeld.

Zuletzt lief es ergebnismäßig für den FCA aber nicht rund. Es gab vier Niederlagen in Folge.

Das ist in dieser Spielzeit unser Problem. Wir betreiben einen riesigen Aufwand, holen aber zu wenig Punkte. Das letzte Spiel in Leverkusen zum Beispiel hätten wir nicht mit 0:1 verlieren dürfen.

Philipp Max, Jahrgang 1993, spielte in seiner Jugend unter anderem für 1860 München und Bayern München, bevor er 2010 zur Schalker Jugend kam. 2012 gewann er unter Trainer Norbert Elgert die Deutsche A-Jugend-Meisterschaft. 2014 feierte er sein Profi-Debüt, als er im Revierderby gegen den BVB in der Nachspielzeit eingewechselt wurde. Zur Saison 2014/15 wechselte er zum damaligen Zweitligisten Karlsruher SC, seit August 2015 spielt er in der Bundesliga beim FC Augsburg.
Philipp Max: „Schalke prägt einen auf seinem Karriereweg“

© imago

Schalke hat am Dienstag noch in der Champions League gegen Lokomotive Moskau spielen müssen. Ist das ein Vorteil für den FCA?

Ein kleiner sicherlich. Ich habe es selbst mit Augsburg erlebt, als wir uns für die Europa League qualifiziert haben. Solche englischen Wochen sind sehr kräftezehrend.

Haben Sie noch Kontakte zu Schalke?

Ralf Fährmann ist der einzige Spieler, mit dem ich noch zusammen aktiv war. Ansonsten habe ich durch meinen Vater Kontakt zu früheren Schalker Spieler wie zum Beispiel Olaf Thon. Zuletzt war ich in der Arena, als mein Vater dort seinen 50. Geburtstag gefeiert hat.

Sind Sie auch überrascht, wie schwer sich die Königsblauen in dieser Saison in der Bundesliga tun?

Ja. Aber ich bin sicher, dass sie wieder nach oben kommen. In der vergangenen Saison hat bei ihnen alles gepasst. Jetzt haben sie eine Phase, in der es viele Probleme gibt, zum Beispiel durch viele Verletzungen.

Wer die Knappenschmiede durchlaufen hat, schwärmt meistens von A-Jugendtrainer Norbert Elgert. Sie auch?

Auf jeden Fall. Wir haben immer noch einen regelmäßigen Austausch. Er hat mir für meine Karriere unheimlich viel mit auf den Weg gegeben. Nicht nur sportlich, sondern auch charakterlich. Da waren auch manche unangenehme Wahrheiten dabei.

Der sportliche Durchbruch im Profibereich blieb auf Schalke für Sie aus. In Augsburg hat Ihre Karriere jetzt richtig Fahrt aufgenommen. Wie kam es dazu?

Ich habe hier ein Umfeld, das perfekt passt. Man kann sich beim FCA gut entwickeln, wenn man die nötige Bereitschaft mitbringt. Und wir haben mit Manuel Baum einen Trainer, der uns akribisch und innovativ auf jeden Gegner vorbereitet. Manchmal denke ich, er lebt 24 Stunden am Tag nur für den Fußball.

Und die Fans? Bei Misserfolgen kommt auf Schalke schnell Unruhe auf. In Augsburg auch?

Ich habe hier noch nie erlebt, dass die Mannschaft ausgepfiffen wird. In Augsburg gibt es immer Zuspruch von unseren Anhängern, auch wenn es mal nicht so läuft. Das ist wohl ziemlich einzigartig in der Bundesliga.

„Mein Traum, für Deutschland zu spielen, lebt noch“

Im Sommer sind trotzdem viele Experten davon ausgegangen, dass Sie den FCA verlassen würden. Warum sind Sie geblieben?

Einerseits fühle ich mich hier sehr wohl. Ich spüre das Vertrauen des Trainers, die Mannschaft ist entwicklungsfähig und macht jede Saison Fortschritte. Das Gesamtpaket passt einfach. Ich will aber nicht verschweigen, dass es lose Gespräche mit anderen Vereinen gab, aber intensive Gedanken an einen Vereinswechsel habe ich mir nie gemacht.

Ist der FC Augsburg mittlerweile ein gestandener Bundesligist?

Das würde ich schon sagen. Der FCA spielt mittlerweile seit acht Jahren in der 1. Liga. Trotzdem gilt es für uns zunächst einmal alles dafür zu tun, so schnell wie möglich den Klassenerhalt zu schaffen.

Philipp Max: „Schalke prägt einen auf seinem Karriereweg“

Früher Förderer von Philipp Max: S04-Jugendtrainer Norbert Elgert. © imago

Ihr Vater hat mir kürzlich gestanden, dass er ein blau-weißes Herz habe. Sie auch?

Sagen wir so: Am Samstag werden wir Vollgas geben, um drei Punkte gegen Schalke zu holen. Aber es stimmt schon: Wer einmal für Schalke gespielt hat, das ist schon etwas Besonderes. Man merkt bei diesem Verein jeden Tag, wie die Menschen Fußball leben und lieben. Das prägt einen auf seinem weiteren Karriereweg.

„Am Samstag werden wir Vollgas geben, um drei Punkte gegen Schalke zu holen.“

Der Sie zur Überraschung vieler Fußball-Fans noch nicht in die Nationalelf geführt hat.

Aber mein Traum, für Deutschland zu spielen, lebt noch. Bisher gab es leider keinen Kontakt zum Bundestrainer. Aber ich mache mir über dieses Thema nicht ständig Gedanken. Das Wichtigste ist für mich, gute Leistungen beim FC Augsburg abzuliefern. Alles andere kann ich ohnehin nicht beeinflussen.

Internationale Erfahrung haben Sie aber schon gesammelt.

Das Olympische Fußballturnier 2016 in Rio de Janeiro war ein tolles Erlebnis. Da habe ich sozusagen Blut geleckt, was internationale Einsätze betrifft. Und mit dem Gewinn der Silbermedaille haben wir uns gut aus der Affäre gezogen und einen tollen Erfolg gefeiert. Den werde ich mein Leben lang nicht vergessen.

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