Seine größten Erfolge feierte er mit Uerdingen, aber Matthias Herget ist auch dem FC Schalke 04 eng verbunden. Am Samstag feiert der frühere Bundesliga-Profi seinen 65. Geburtstag.

Gelsenkirchen

, 13.11.2020, 17:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer in diesen Tagen mit Matthias Herget spricht, bekommt schnell den Eindruck, dass dieser Mann mit sich im Reinen ist. Der Rückblick auf seine Karriere, seine aktuellen Projekte und Fragen zur Entwicklung des FC Schalke 04, all dies beantwortet der heute seinen 65. Geburtstag feiernde Kicker vollkommen unaufgeregt und auch mit ein bisschen Distanz.

Dass seine Geburtstagsfeier wegen der Corona-Pandemie ausfallen muss, scheint den in Essen lebenden Herget auch nicht groß zu stören. „Was mich am meisten verwundert, ist mehr der Umstand, wie schnell die Zeit vergangen ist“, erzählt Herget im Gespräch mit dieser Zeitung.

Viel Spaß in der Nachwuchsarbeit

Er nimmt die Dinge, wie sie kommen. Eine Konstante ist und bleibt in seinem Leben jedoch der Fußball, dem er bis heute treu verbunden ist. Mittlerweile verschreibt sich der frühere Libero der Nachwuchsarbeit. In den Fußballschulen, für die er arbeitet, freut er sich immer wieder, mit welcher Begeisterung die Sieben- bis Vierzehnjährigen dem runden Leder hinterherjagen. Herget: „Diese Spielfreude zu sehen, ist immer wieder ein Erlebnis“.

Ein besonderes Erlebnis seiner eigenen Karriere war das „Wunder von der Grotenburg“ im März 1986. Im Trikot von Bayer Uerdingen sorgte Herget mit dafür, das die Krefelder das Viertelfinal-Rückspiel im damaligen Europapokal der Pokalsieger mit 7.3 gegen Dynamo Dresden gewannen, nachdem sie das Hinspiel mit 0:2 verloren hatten und zur Halbzeit im Rückspiel mit 1:3 hinten lagen.

Scheinbar aussichtslos, ehe eine atemberaubende Aufholjagd begann. Auf seine Uerdinger Jahre blickt Herget auf liebsten zurück, weil sie die erfolgreichsten waren. Vor allem der Sieg im DFB-Pokal im Finale gegen Bayern München (2:1) im Jahr 1985 bleibt unvergessen.

Riss der Patellasehne

Das Ende seiner langen Karriere fand beim FC Schalke 04 unter unglücklichen Umständen statt. Herget wollte mit Schalke den Wiederaufstieg in die Bundesliga schaffen. „Doch dann riss mir die Patellasehne und ich musste die Schuhe an den Nagel hängen“ so der frühere Bundesligaspieler, der von 1976 bis 1989 237 Mal (26 Tore) für den VfL Bochum und Bayer 05 Uerdingen in der Bundesliga sowie in der 2. Bundesliga für RW Essen, Bayer Uerdingen und FC Schalke 04 insgesamt 196 Spiele (43 Tore) absolvierte.

Die aktuelle Schalker Entwicklung betrachtet Herget mit einiger Sorge. „Das hat sich leider seit zwei Jahren abgezeichnet. Ich hoffe, Schalke kommt schnell da unten raus, aber das wird nicht so einfach werden“, glaubt der 65-Jährige.

Fußball habe viel mit Selbstvertrauen zu tun. „Die Schalker Mannschaft braucht dringend ein Erfolgserlebnis, und zwar so schnell wie möglich“, so Herget, der selbst noch in der Schalker Traditionself aktiv ist.

Kein Freund von Vergleichen

Vergleiche zwischen seiner aktiven Zeit und dem heutigen Fußball mag das Geburtstagskind nicht. Herget: „Jede Zeit hat ihre Höhen und Tiefen. Die Entwicklung im Fußball geht immer weiter“.

Der Name Matthias Herget wird jedoch nicht so schnell aus den Fußball-Annalen verschwinden. Denn bis heute hält er einen besonderen Rekord. Am 13. September 1980 erzielte Herget im Heimspiel gegen Holstein Kiel zwischen der 57. und 85. Minute für RW Essen einen Hattrick. Der Clou dabei: Alle Treffer gelangen ihm per Elfmeter. Das ist vor und nach ihm niemandem mehr im deutschen Profifußball gelungen. Aber auch darüber verschwendet das Geburtstagskind nicht viele Worte. Typisch Herget.

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