Vom Ausleih-Spieler zum neuen Offensiv-Chef der Königsblauen: Nicht bei allen Rückkehrern läuft es so glatt. Einer ist sogar schon wieder weg.

Gelsenkirchen

, 12.11.2020, 19:44 Uhr / Lesedauer: 2 min

Diese Zahl kreiselt über allen anderen: Seit 23 Bundesliga-Spielen ist Schalke 04 nun sieglos, das sprengt sogar die Erwartungshaltung der größten Pessimisten. Aber es gibt, wenn auch nicht in dieser Dimension, durchaus auch Zahlen, die den Königsblauen Hoffnung machen, dem Horror-Szenario Zweite Liga doch noch entgehen zu können.

Bei Chancen nicht mehr Letzter

Dazu gehören: Schalke ist nun seit drei Pflichtspielen ungeschlagen, außerdem hat die Mannschaft von Trainer Manuel Baum die Rote Laterne abgegeben – und zwar in der Disziplin „herausgespielte Torchancen“. Da lag Schalke bis zum Spiel in Mainz auf dem letzten Tabellenplatz, den nun Arminia Bielefeld belegt. Der Aufsteiger hat sich in den bisherigen sieben Saisonspielen insgesamt lediglich 15 Torchancen erspielt, Schalke immerhin 19.

Auch noch kein Wert, um die Korken knallen zu lassen, aber immerhin ein erster kleiner Schritt auf einer Reise, die für Schalke noch sehr lang werden kann. Mit verantwortlich dafür, dass die Gelsenkirchener zumindest in dieser Statistik einen Sprung nach oben gemacht haben, ist Mark Uth. Von den vier Toren, die Schalke in dieser Bundesliga-Saison bislang selbst erzielt hat (ein Eigentor kommt dazu), gehen zwei auf sein Konto, obwohl Uth in zwei Partien verletzt fehlte.

„Solche Spieler brauchst du“

„Mr. 50 Prozent“ – dank Uth schöpft Schalke neuen Mut im Tabellenkeller. Der 29-Jährige, 2018 von der TSG Hoffenheim ablösefrei nach Schalke gekommen, ist so etwas wie der neue Offensiv-chef des Tabellen-Vorletzten. Zu dem hat ihn Manuel Baum auserkoren, „weil er auch Dinge macht, die ihm ein Trainer nicht vorher auf die Taktik-Tafel malt. Solche Spieler brauchst du. Für mich ist Mark Uth ein Führungsspieler.“

Damit ist Mark Uth so etwas wie die personifizierte geglückte Integration eines Rückkehrers: Denn in der vergangenen Rückrunde war Uth an den 1. FC Köln ausgeliehen, der ihn gern fest verpflichtet hätte. Auch Uth wäre wohl gern in Köln geblieben – erst nach einem „Machtwort“ von Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider war das Kölner Werben um Uth offiziell beendet.

Uth ist also wieder auf Schalke angekommen und gilt als unverzichtbar – bei den anderen Rückkehrern gestaltet sich die Lage diffiziler.

Mendyl kaum ein Thema

– Ralf Fährmann war ausgeliehen an Norwich City und Brann Bergen. Ex-Trainer David Wagner machte Fährmann wieder zur Nummer eins, zwischenzeitlich hatte sich Schalke aber schon um Freiburgs Alexander Schwolow bemüht. Fährmann hatte kein Spielglück, musste in Leipzig verletzt raus und mitansehen, wie der zwischenzeitlich von Eintracht Frankfurt ausgeliehene Frederik Rönnow eine ordentliche Figur im S04-Tor machte. Trotz eines von Fährmann im Pokalspiel gegen Schweinfurt gehaltenen wichtigen Elfmeters setzte Baum in Mainz wieder auf den dann starken Rönnow. Einen Wechsel-Grund gibt es derzeit nicht.

- Nabil Bentaleb wurde nach seiner Rückkehr von Newcastle United vom Schalker Training freigestellt, um sich einen neuen Verein zu suchen. Doch dann spielte sich der Mittelfeldakteur während der Vorbereitung sogar in die Schalker Stamm-Elf: Fünfmal stand Bentaleb in den ersten fünf Bundesliga-Spielen dieser Saison in der Start-Formation der Königsblauen. Aber: Er enttäuschte ausnahmslos und scheint seinen Platz nun wieder los zu sein. Die Rückkehr von Suat Serdar wird Bentalebs Stammplatz-Chancen nicht gerade erhöhen.

– Hamza Mendyl (war ausgeliehen an den FC Dijon) kommt auf der linken Defensiv-Seite nicht an Bastian Oczipka vorbei, obwohl der schon bessere Tage als Fußballer erlebt hat. Gegen Schweinfurt durfte Mendyl ran, offenbarte aber bekannte Defensiv-Probleme und gehörte gegen Mainz nicht mal mehr zum Schalker Kader.

Skrzybskis sporadische Einsätze

– Steven Skrzybski (war ausgeliehen an Fortuna Düsseldorf) ist in der Vorbereitung immer so etwas wie ein Versprechen auf die Zukunft, trifft regelmäßig. In der Saison selbst reicht es dann nur zu sporadischen Einsätzen.

– Sebastian Rudy ist schon wieder weg und wurde erneut an die TSG Hoffenheim ausgeliehen. Die Integration dort verlief erfolgreich.

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