Mit der Inanspruchnahme einer neuen Bürgschaft durch das Land Nordrhein-Westfalen offenbart sich die ganze Dimension der Schalker Finanzkrise. Die Zeit des Beschwichtigens ist vorbei.

Gelsenkirchen

, 30.06.2020, 07:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Denn Landesbürgschaft ist im Falle des FC Schalke 04 nicht gleich Landesbürgschaft. Beim Bau der Veltins-Arena diente dieses Finanzinstrument zur Unterstützung eines bundesweit einzigartigen Stadionprojektes. Auch damals gab es schon Bedenken, ob ein Fußballverein so relevant ist, ein Stadion dieser Dimension mit Landeshilfe bauen zu müssen.

Jetzt ist die Lage eine ganz andere. Nun brauchen die Königsblauen eine Landesbürgschaft, um ihre Existenz zu sichern. Solche Hilfe hat in diesen Zeiten kein anderer Bundesligist nötig. Und das wirft ein ganz schlechtes Licht auf die Schalker Entscheidungsträger. Corona hin oder her, der Verein hat über Jahre offenbar nicht seriös gewirtschaftet und ist Risiken eingegangen, die nicht kalkulierbar waren. Sportlicher Erfolg ist nur bis zu einem gewissen Grad planbar. Dies haben die Königsblauen viel zu oft ignoriert. Obwohl Schalke bis auf die letzten vier Jahre fast ständig in der Champions League oder Europa League spielte, ist ein Schuldenberg von fast 200 Millionen Euro aufgelaufen. Tendenz steigend.

Und auch für den Steuerzahler könnte es noch ein böses Erwachen geben. Denn ist der Bundesligist nicht in der Lage, seine Kredite bei dem noch unbekannten neuen Darlehensgeber zu bedienen, muss Otto Normalverbraucher über die Bürgschaft die Zeche zahlen. Da stellt sich schon die Frage, ob es der FC Schalke 04 wert ist, vom Steuerzahler auch noch subventioniert zu werden?

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