Die Solidarität vieler S04-Fans nach dem 0:5 gegen Leipzig war vorbildlich, ist aber keine Garantie für Nachhaltigkeit. Denn auch auf Schalke ist Zustimmung nach Pleiten ein endliches Gut.

von Norbert Neubaum

Gelsenkirchen

, 24.02.2020, 06:30 Uhr / Lesedauer: 1 min

Da staunte ganz Fußball-Deutschland mal wieder über Schalke 04: 0:5 verloren, dabei sechs Kilometer weniger gelaufen als ein Gegner, der am Mittwochabend noch Champions League gespielt hatte, und trotzdem nach Spielschluss euphorisch von den Fans vor allem in der Nordkurve unterstützt. Sogar ein mit allen Wassern gewaschener Ex-Profi wie Lothar Matthäus bekam dabei eine wohlige Gänsehaut.

Solidarisch mit Chancenlosen

Schalke feierte sich selbst, und die Fans wurden gelobt für ihre unerschütterliche Solidarität mit einer chancenlosen Mannschaft – vorbildlich. Es waren, das nur am Rande bemerkt, zu einem erheblichen Teil die Fans, die ihren Torhüter vorher relativ humorlos ausgepfiffen hatten...





Alleine der nicht überraschende Umgang mit Alexander Nübel zeigt, dass die Zuneigung zur Mannschaft (nicht die zum Verein) auch der treuesten Anhänger selbst auf Schalke ein endliches Gut ist und der dicke Geduldsfaden nun dünner zu werden droht. Nicht unerwähnt bleiben sollte daher übrigens, dass viele Zuschauer, die ja auch Schalke-Fans sind, die Arena lange vor Spielschluss verlassen hatten.



Hinrunde als Schutz


Als die S04-Profis nach dem 0:3 gegen die Bayern in der Hinrunde schon über Gebühr gefeiert wurden, nannte Trainer Wagner die Kurve einen „guten Indikator“ für die Leistung der Mannschaft. Nur die starke Hinrunde schützt Schalke noch davor, dass dieser „gute Indikator“ dem aktuellen Leistungstrend folgend schon bald (zurecht) eine ganz andere Miene zum schlechten Spiel macht.





Schließlich ist es gerade Mal ein Jahr her, als die Kurve Kapitän Benjamin Stambouli durch öffentlichen Entzug der Binde „entmachtete“. Der Wind kann sich also ganz schnell drehen.