Gregoritsch macht Druck auf Burgstaller

Schalke 04

Der Neuzugang aus Augsburg ist erst seit einigen Tagen bei den Königsblauen - trotzdem fühlt er sich schon sehr wohl auf Schalke. Sein Nationaltrainer fand lobende Worte für ihn.

Fuente Alamo

, 08.01.2020, 17:37 Uhr / Lesedauer: 2 min
Gregoritsch macht Druck auf Burgstaller

Hoher Besuch im Trainingslager: Franco Foda, österreichischer Nationaltrainer, mit seinen Schützlingen Michael Gregoritsch und Alessandro Schöpf (v.l.). © dpa

Es hat wohl mit dem Dialekt zu tun, dass sich selbst unanständige Worte aus dem Mund eines Österreichers trotzdem irgendwie charmant anhören. Ob er es denn bedauere, dass in seinem Leihvertrag keine Kaufoption enthalten sei, wurde Neuzugang Michael Gregoritsch gefragt. Der schüttelte den Kopf: „Wenn Du scheiße spielst, hilft Dir die Kaufoption auch nicht“, sagte er mit leichtem Schmäh. Wo er Recht hat, hat er Recht.



Kurz vor Weihnachten hatte Schalke die Verpflichtung des 25-jährigen österreichischen Nationalspielers bekannt gegeben: Gregoritsch wird für ein halbes Jahr vom FC Augsburg ausgeliehen. Ohne Kaufoption – eine Rückkehr nach Augsburg im Sommer scheint aufgrund der Umstände des Wechsels derzeit unwahrscheinlich. Der Stürmer war in der Hinrunde kaum zu Einsatz gekommen – im November hatte er in einem Interview seinem Frust freien Lauf gelassen und bekundet, dass er „nur noch weg“ wolle.


Das sagt Gregoritsch über den Teamgeist auf Schalke


„Das Thema ist inzwischen erledigt“, mochte Gregoritsch ungern zurückblicken. Im kommenden halben Jahr wolle er sich voll und ganz auf Schalke konzentrieren und sich (erneut ein eher unanständiges Wort) „den Arsch aufreißen und helfen, die Ziele der Mannschaft zu erreichen.“



Auf jeden Fall scheint er sich hier wohler zu fühlen als in Augsburg. „Man merkt, dass das nicht nur Gerede war: Die Mannschaft ist sehr homogen, die Truppe hat mich super aufgenommen, und es fühlt sich nicht so an, als wäre ich der Neue, sondern als wäre ich schon drei Jahre hier“, sagte er.


Gregoritschs Privatduell mit dem Linienrichter


Ein wenig Abstimmungsbedarf ist aber schon noch vorhanden: Das wurde beim Testspiel gegen den belgischen Erstligisten VV St. Truiden deutlich, das Schalke am Dienstag mit 0:1 verlor. Gregoritsch kam in der zweiten Hälfte zum Einsatz und lieferte sich ein „Privatduell“ mit dem Linienrichter, der fast in jeder Situation die Abseitsfahne hob. „Da müssen wir noch einmal schauen, ob das alles richtig war“, grinste Gregoritsch am Tag danach.



Trainer David Wagner jedenfalls lobte seinen Neuzugang nach dem Spiel dennoch. „Er war sehr aktiv, hat einen guten Freistoß geschossen – nur an der Sache mit der Abseitslinie müssen wir noch arbeiten“, schmunzelte Wagner. „Aber alle haben noch Luft nach oben – wir sind ja auch erst seit fünf Tagen wieder im Training.“


Foda: „Bin überzeugt, dass er Schalke weiterbringt“


Am liebsten spiele er direkt vor dem Tor, erklärte Gregoritsch seine Position – mit seiner Größe von 1,93 Metern könnte zusammen mit dem flinken und wendigen Benito Raman das neue Schalker Angriffspärchen bilden. Diese Qualitäten schätzt auch Österreichs Nationaltrainer Franco Foda, der sich Anfang der Woche vor Ort in Fuente Alamo selbst ein Bild verschaffte. „Er ist groß, kopfballstark und hat eine gute Nase im Strafraum“, sagte Foda, „ich bin überzeugt davon, dass er Schalke weiterbringen kann.“



Damit erhöht Gregoritsch auch den Konkurrenzdruck auf seinen Landsmann Guido Burgstaller, der jetzt schon seit 1115 Minuten auf ein Tor wartet und auch im Testspiel gegen St. Truiden keinen guten Eindruck hinterließ.

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