Domenico Tedesco trifft in Düsseldorf auf Aufstiegsspezialist Friedhelm Funkel

Schalke 04

Friedhelm Funkel gehört zur „alten Garde“ der Bundesliga-Trainer. Beim Spiel gegen Schalke trifft der Coach der Fortuna auf einen Kollegen, der altersmäßig sein Sohn sein könnte.

Düsseldorf

, 06.10.2018, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Domenico Tedesco trifft in Düsseldorf auf Aufstiegsspezialist Friedhelm Funkel

Gewohnter Erfolg: Mit Fortuna Düsseldorf schaffte Friedhelm Funkel den Sprung in die erste Bundesliga - es war sein sechster Aufstieg als Trainer. © dpa

Als Friedhelm Funkel 1989 seine erste Trainer-Station beim VfR Neuss antrat, war Domenico Tedesco drei Jahre alt. Von einem „Treffen der Trainer-Generationen“ zu sprechen ist also nicht übertrieben, wenn Fortuna Düsseldorf heute Schalke 04 empfängt.

Funkel hat sich den Respekt seiner Kollegen verdient

Obwohl: Einer wie Friedhelm Funkel ist ja im Prinzip zeitlos. Mit seinen 64 Jahren beweist er in einer immer aufgeregter werdenden Branche ein fast schon phänomenales Stehvermögen. Offen für Neues, aber die alten Tugenden nicht über Bord werfen. Keine Häme oder abfällige Äußerungen über die „Emporkömmlinge“, die da plötzlich neben ihm in den Coaching-Zonen stehen, sondern stets voller Respekt gegenüber ihren Leistungen. Mit dieser Haltung hat sich Funkel selbst den Respekt seiner Trainer-Kollegen verdient. Motto: Funkel währt am längsten.

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Dass der Senior unter den Bundesliga-Trainern nun tatsächlich wieder in der deutschen Elite-Liga angekommen ist, lässt sich durchaus als „Comeback des Jahres“ bezeichnen. Denn eigentlich war Funkel, auch wenn es hart klingt, schon so gut wie weg vom Fenster.

Nachbarschaftshilfe für die Fortuna

Nach fünf äußerst stabilen Jahren bei Eintracht Frankfurt wurde der in Neuss geborene begeisterte Karnevalist ab dem Jahr 2009 zum unfreiwilligen Wandervogel: Hertha BSC, VfL Bochum, Alemannia Aachen, 1860 München – allesamt erfolglose Kurzzeit-Engagements, und spätestens nach seiner Freistellung bei den „Löwen“ im Jahr 2014 ging Fußball-Deutschland davon aus, dass es das mit dem Trainer Friedhelm Funkel im Profi-Bereich war.

Domenico Tedesco trifft in Düsseldorf auf Aufstiegsspezialist Friedhelm Funkel

Der Ex-Schalker Kaan Ayhan (r.) ist in Düsseldorf einer der Schützlinge von Friedhelm Funkel. © dpa

Doch geduldig und ohne den Druck, noch einmal etwas machen zu „müssen“, wartete Funkel auf eine neue Chance. Als Fortuna Düsseldorf im März 2016 in Schwierigkeiten steckte, schaute sich der Zweitligist in der Nachbarschaft um – und erinnerte sich an den in Krefeld wohnenden Friedhelm Funkel. Aus der Nachbarschaftshilfe wurde eine vom Bundesliga-Aufstieg 2018 gekrönte Erfolgsstory.

Funkel ist Realist genug um zu wissen, dass es sich auch schnell wieder ausgefunkelt haben kann – die Fortuna ist für den Aufstiegs-Spezialisten (sechs Bundesliga-Aufstiege) die zehnte Profi-Station als Trainer.

Kein Sieg gegen Schalke seit 19 Spielen

Insofern ist das schon beachtlich, wenn so ein Routinier den Schalker Umgang mit der Saisonstart-Krise in den höchsten Tönen lobt: „Domenico Tedesco hat die 100-prozentige Rückendeckung von allen, die auf Schalke etwas zu sagen haben. Das hat er gespürt, das ist das Entscheidende. Und dann war es nur eine Frage der Zeit, bis Schalke wieder in die Spur kommt. Das haben alle gemeinsam – nicht nur er – sehr gut gemacht.“

Funkels Trainer-Bilanz gegen Schalke ist übrigens ausbaufähig: Kein Sieg seit 19 Spielen.