Auf Schalke wird man froh sein, wenn die Saison endich vorbei ist: Gegen Wolfsburg verlor das Team von David Wagner mit 1:4 und zeigte eine schwache Leistung. Hier unsere Einzelkritik.

Gelsenkirchen

, 20.06.2020, 17:59 Uhr / Lesedauer: 4 min

Alexander Nübel: Hatte in der ersten Hälfte nicht viel zu tun, seine Abschläge waren allerdings nicht immer eine große Aufbau-Hilfe für die Mannschaft. Beim 0:1 durch Wout Weghorst aus kurzer Distanz konnte er kaum noch eingreifen, dieses Tor muss die in dieser Szene schläfrige Abwehr auf ihre Kappe nehmen. Auch beim 0:2 tauchte Weghorst völlig frei vor Nübel auf. Und beim 0:3 ließ sich Schalkes Abwehr von einem schnell ausgeführten Freistoß übertölpeln, Nübel war das nur das letzte Glied der brüchigen Kette. Beim 0:4 patzte dann auch Nübel fulminant. Note: 5,0

Jonjoe Kenny: Ist nur noch eine schwache Kopie des Jonjoe Kenny, der in seinen ersten Spielen für Schalke, eigentlich in der ganzen Hinrunde, auf der rechten Abwehrseite für seine Leistungen viel verdientes Lob bekam. Mittlerweile ist er nur noch darum bemüht, seine Seite irgendwie dicht zu halten, was auch nicht immer gelingt. Sah gegen Wolfsburg seine fünfte gelbe Karte, ist am kommenden Samstag in Freiburg gesperrt - gut möglich also, dass die Partie gegen Wolfsburg für den vom FC Everton ausgeliehenen Kenny die letzte im Schalker Trikot war. Wurde in der Halbzeit ausgewechselt. Note: 5,0

Ist in der kommenden Woche gesperrt: Jonjoe Kenny.

Ist in der kommenden Woche gesperrt: Jonjoe Kenny. © dpa

Ozan Kabak: Bei allen Unruhen, die es regelmäßig in der Schalker Abwehr gibt, ist Kabak noch einer der wenigen, die zumindest teilweise die Übersicht zu behalten scheinen. Die große Power und Souveränität, mit denen Kabak in seinen ersten Spielen für Schalke noch bestach, kann er derzeit aber auch nicht rüberbringen, Kabak ist wie seine Mitspieler auch weitestgehend mit sich selbst beschäftigt - viel mehr ist aktuell aber wohl von keinem Schalker Spieler zu erwarten. Note: 4,0

Bastian Oczipka: Natürlich spielt er nur notgedrungen auf der Innenverteidiger-Position, aber Oczipka gehört aufgrund seiner Routine natürlich zu den Spielern, an denen sich vor allem die jüngeren in dieser kritischen Saisonphase gerne aufrichten würden. Das kann Oczipka nicht liefern, mit dieser Rolle ist er überfordert. Ihm unterliefen auch gegen Wolfsburg viele technische Fehler, zahlreiche seiner Pässe kamen entweder nicht an oder brachten die Kollegen in die Bredouille. Note: 4,5

Zeigte eine schwache Leistung: Juan Miranda.

Zeigte eine schwache Leistung: Juan Miranda. © picture alliance/dpa

Juan Miranda: Von allen Schalkern, die sich beim 0:1 ungeschickt verhielten, war Miranda am meisten in der Verlosung. Mit der körperlichen Robustheit in der Bundesliga fremdelt Miranda nach wie vor, auch seine technischen Qualitäten können das nicht kaschieren. Ob Miranda der Spieler ist, der Schalke auf der linken Seite in der kommenden Saison nachhaltig nach vorn bringt, ist auch nach seiner schwachen Leistung gegen Wolfsburg höchst zweifelhaft, auch wenn er Caligiuris Chance in der 55. Minute gut vorbereite. Beim 0:3 war Miranda ebenfalls nicht auf der Höhe, wurde danach ausgewechselt. Note: 5,5


Daniel Caligiuri: In seinem vielleicht letzten Heimspiel für Schalke (Caligiuri ist ein Kandidat beim FC Augsburg) fiel der Routinier erst in der 45. Minute auf, als die von ihm geschossene erste Schalker Ecke zu einer Chance durch McKennie führte. Auch von Caligiuri kam vor allem in der ersten Halbzeit viel zu wenig - wenn über den schwachen Schalker Sturm gesprochen wird, sollte mitunter auch ans ideenlose Mittelfeld gedacht werden. Dazu gehört auch Caligiuri. Hatte in der 55. Minute die große Chance zum 1:1, aber Casteels hielt seinen Linksschuss. Note: 5,0

Weston McKennie: Hatte mit einem Linksschuss nach einer Ecke Schalkes erste Torchance (45., Casteels hielt). Taute erst nach einer halben Stunde etwas auf und bemühte sich, die Initiative an sich zu reißen. Mit einem feinen und energischen Sololauf bereitete McKennie auch Schalkes zweite Torchance durch Caligiuri (55.) vor. Wenn sich einer den Titel „Antreiber“ bei Schalke verdient hatte, war es McKennie. Note: 3,5

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Alessandro Schöpf: Wenn er derjenige sein soll, der dem Schalker Offensivspiel auch nur ein kleines Lebenszeichen an Kreativität einhauchen soll, wurde Schöpf auch gegen Wolfsburg bis auf wenige Szenen zu Beginn des Spiels, seiner Rolle nicht gerecht. Er ist ein Mitläufer, mehr nicht - dabei müsste er im Moment einer der Spieler sein, die das Ruder energisch in die Hand nehmen. Note: 4,5

Levent Mercan: Von einem der jungen Spieler wäre es vermessen zu erwarten, in dieser krisengeschüttelten Truppe die Akzente zu setzen. Andererseits ist es für Spieler wie Mercan natürlich auch eine Gelegenheit, positiv auf sich aufmerksam zu machen. Diese Chance konnte Mercan gegen Wolfsburg im Schalker Mittelfeld nicht nutzen. Wurde in der Halbzeit ausgewechselt, für ihn kam Benito Raman. Note: 5,0

Erzielte den Ehrentreffer: Rabbi Matondo.

Erzielte den Ehrentreffer: Rabbi Matondo. © picture alliance/dpa

Rabbi Matondo: Es ließe sich trefflich darüber lästern, dass seine Solo-Läufe zwar spektakulär anzuschauen sind, aber meistens zu nichts führen. Andererseits war Matondo zumindest in der ersten Spielhälfte einer der Schalker Spieler, denen zumindest das Bemühen anzumerken war, überhaupt irgendetwas zu bewegen. Und alleine das verdient - so traurig das ist - schon Anerkennung. Sein Tor zum 1:4 hatte er sich zumindest für seinen Einsatz verdient. Note: 4,0

Michael Gregoritsch: Seine Sternstunde gleich in seinem ersten Spiel für Schalke gegen Mönchengladbach bleibt möglicherweise seine einzige im S04-Trikot. Auch gegen Wolfsburg lieferte der vom FC Augsburg ausgeliehene Offensivspieler kein einziges Argument dafür, Schalkes Chefetage von einer Verpflichtung zu überzeugen. Weitestgehend wirkte Gregoritsch wie ein Fremdkörper, seine Auswechslung nach einer guten Stunde konnte für Schalke keine Schwächung bedeuten. Note: 5,0

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Bundesliga, 33. Spieltag: Schalke 04 - VfL Wolfsburg 1:4 (0:1)

20.06.2020
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Bilder der Bundesligapartie Schalke 04 – VfL Wolfsburg© picture alliance/dpa
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20.06.2020, Nordrhein-Westfalen, Gelsenkirchen: Fußball: Bundesliga, FC Schalke 04 - VfL Wolfsburg, 33. Spieltag in der Veltnis Arena: Levent Mercan (M) vom FC Schalke 04 und Wout Weghorst (l) von VfL Wolfsburg kämpfen um den Ball. Foto: Martin Meissner/AP-Pool/dpa - WICHTIGER HINWEIS: Gemäß den Vorgaben der DFL Deutsche Fußball Liga bzw. des DFB Deutscher Fußball-Bund ist es untersagt, in dem Stadion und/oder vom Spiel angefertigte Fotoaufnahmen in Form von Sequenzbildern und/oder videoähnlichen Fotostrecken zu verwerten bzw. verwerten zu lassen. +++ dpa-Bildfunk +++ | Verwendung weltweit© picture alliance/dpa

Timo Becker: Kam in der 46. Minute für den gelb-rot-gefährdeten Jonjoe Kenny. Zwar versuchte er den einen oder anderen mutigen Vorstoß nach vorne, insgesamt blieb er aber auch blass. Note 4,0

Benito Raman: Kam in der 46 Minute für für Mercan. Von ihm hatte sich Wagner sicherlich mehr versprochen - sein unglücklicher Auftritt begann schon damit, dass er zu spät aus der Kabine kam. Im Spiel tauchte er unter. Note: 4,5

Ahmed Kutucu: Kam in der 66. Minute für Gregoritsch, ohne Note

Malick Thiaw: Kam in der 69. Minute für Miranda, ohne Note

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