Schalke taumelt durch die Bundesliga. Trainer David Wagner sollte den Mut aufbringen, auch einmal öffentlich seine Spieler zu kritisieren. Sonst wird nichts besser werden.

Gelsenkirchen

, 28.05.2020, 07:30 Uhr / Lesedauer: 1 min

Wo soll das noch enden? Nach dem zehnten Bundesligaspiel in Folge ohne Sieg sind viele Schalke-Fans mittlerweile froh, dass ihre Mannschaft schon 37 Punkte auf dem Konto hat. Denn wäre das nicht der Fall, hätte Schalke in der aktuellen Verfassung längst große Abstiegssorgen.


Es stimmt nichts mehr in dieser Mannschaft, die zum Rückrundenauftakt Borussia Mönchengladbach noch in einem begeisternden Spiel mit 2:0 bezwungen hatte. In allen Mannschaftsteilen gibt es so große Defizite, dass es nicht mehr ausgeschlossen erscheint, dass dieses Team bis zum Saisonende überhaupt keine Punkte mehr holt.


Kuschelkurs ist kein Erfolgsrezept


Trainer David Wagner hatte vor dem Düsseldorf-Spiel viele nachvollziehbare Gründe genannt, die für den sportlichen Absturz verantwortlich sind. Seinen Spielern mochte er eine mangelhafte Berufsauffassung jedoch nicht absprechen. Aber wer sich gegen einen so biederen Gegner wie Düsseldorf nach einer Führung so den Schneid abkaufen lässt, der muss sich schon fragen lassen, ob dieser Kuschelkurs gegenüber den eigenen Spielern das richtige Mittel ist, um diese Krise erfolgreich zu bewältigen.

Wenn Fußball-Profis es nicht aushalten, dass sie auch einmal namentlich von ihren Vorgesetzten in der Öffentlichkeit kritisiert werden, dann sollten diejenigen ihre Berufsauffassung schnellstens hinterfragen. Es ist Zeit für ein Machtwort. Wenn Wagner das nicht tun will oder kann, dann müssen eben andere Führungskräfte ran. Sonst droht eine Saison, die so gut begann, in einem Desaster zu enden.

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