David Wagner und die Grenzen des Schlaraffenlands auf Schalke

Schalke 04

Erstmals in seiner Schalker Amtszeit muss Trainer David Wagner vor dem Spiel gegen Fortuna Düsseldorf die Abwehr im großen Stil umbauen – er nimmt’s sportlich.

Gelsenkirchen

, 08.11.2019, 15:08 Uhr / Lesedauer: 2 min
David Wagner und die Grenzen des Schlaraffenlands auf Schalke

David Wagner mit Weston McKennie: Als „fußballschlau“ bezeichnet der Coach den Spieler. © imago

Er hätte ein großes Geheimnis draus machen und die Spekulationen ins Kraut schießen lassen können. Doch David Wagner wollte nicht um den heißen Brei herumreden: „Ozan Kabak und Weston McKennie werden gegen Fortuna Düsseldorf unsere Innenverteidiger sein.“

Das Duo also, das bereits in Augsburg nach der frühen schweren Verletzung von Abwehrchef Salif Sané versuchte, den Laden hinten einigermaßen zusammenzuhalten. Sané fällt möglicherweise vier Monate lang aus, auch Benjamin Stambouli wird Schalke länger fehlen – das wäre die Chance für den in dieser Saison nur selten berücksichtigten Matija Nastasic gewesen.

Nastasic ist vielleicht in Bremen wieder ein Thema

Doch den Stammspieler vergangener Tage plagen hartnäckige Achillessehnenprobleme, am Training konnte er in dieser Woche nicht teilnehmen und ist daher auch kein Thema fürs Düsseldorf-Spiel. „Vielleicht klappt es bis zu der Partie gegen Bremen in zwei Wochen, aber auch das ist noch ungewiss“, weiß Wagner, wie hartnäckig Probleme mit der Achillessehne sein können.

Drei prominente Innenverteidiger auf einen Schlag nicht einsatzbereit – Wagner nimmt‘s sportlich, dass er erstmals in seiner Schalker Amtszeit zu größeren Umbau-Maßnahmen in der Defensiv-Abteilung gezwungen ist.

Der „fußballschlaue“ Weston McKennie

„Die vier Wochen davor waren ja auch fast wie im Schlaraffenland. Ich habe immer gewusst und gesagt, dass es auch mal wieder anders kommen wird“, spielt Wagner darauf an, dass Schalke in dieser Saison von größeren Verletzungs-Problemen bislang verschont worden war.

Aber auch das Schlaraffenland hat offenbar seine Grenzen – Wagner hat nun vollstes Vertrauen in das Personal, das er gegen die Überraschungsmannschaft der Vorsaison ins Rennen schickt.

Weston McKennnie gilt auf Schalke schließlich als Allzweckwaffe – der Mittelfeldspieler wurde von Ex-Coach Domenico Tedesco im Derby gegen Dortmund in der Vorsaison sogar im Sturm eingesetzt, als dort Not am Mann war.

Auch in der Innenverteidigung hat McKennie schon mehrmals ausgeholfen. Als „fußballschlau“ bezeichnet Wagner den erst 21-Jährigen – soll heißen: McKennie weiß sich so ziemlich auf jeder Position irgendwie zu helfen und versteht es, das Beste daraus zu machen. Nicht die schlechteste Eigenschaft für einen Profi-Fußballer...

„An unserer Spiel-Idee halten wir fest“

Am Schalker Spiel-Stil soll sich trotz der Ausfälle nichts ändern. Bemühten sich zuletzt Salif Sané und vor allem Benjamin Stambouli in dieser Saison meistens mit Erfolg um einen geordneten Spielaufbau und um den gepflegten Pass in Richtung Mittelfeld, soll nun nicht plötzlich nur noch „Hau-Ruck“ gespielt werden, nur weil sich das Personal geändert hat.

„Entscheidend“, so Wagner, „ist nicht, wer spielt, sondern wie wir spielen. Und an unserer Spiel-Idee halten wir fest.“ Soll heißen: Vorne früh attackieren, den Gegner unter Druck setzen, nach der angestrebten Balleroberung überfallartig den Weg Richtung Tor suchen.

Klingt in der Theorie großartig, muss den Praxis-Test aber immer wieder aufs Neue bestehen. In Augsburg wäre es fast in die Hose gegangen – dass es dann doch noch ein Sieg wurde, „gibt mir zusätzliches Vertrauen“, so David Wagner.

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