Christian Heidel und sein Treueschwur: Domenico Tedesco bleibt!

Schalke 04

Angespannte Stimmung vor dem letzten Spiel des Jahres: Bei einer Schalke-Niederlage in Stuttgart droht der Sturz auf den Relegationsplatz. Doch der Trainer bekommt weiterhin Rückendeckung.

Gelsenkirchen

, 21.12.2018, 18:07 Uhr / Lesedauer: 2 min
Christian Heidel und sein Treueschwur: Domenico Tedesco bleibt!

Da passt kein Blatt Papier zwischen: Manager Christian Heidel (l.) hält an Trainer Domenico Tedesco fest. © imago

Schalke-Trainer Domenico Tedesco ist bekanntlich ein sehr höflicher, zurückhaltender, eher leise auftretender Mensch (wenn er nicht gerade an der Seitenlinie steht und sich mit dem vierten Offiziellen anlegt). Insofern sagt es wohl schon etwas über sein derzeitiges Innenleben aus, wenn er vor dem letzten Saisonspiel zu einem Kraftausdruck greift, den man so nicht von ihm gewohnt ist.



„In meiner Mannschaft gibt es keine Spieler, die sich jetzt verpissen“, sagt Tedesco mit leiser Stimme, aber in aller Deutlichkeit. „Es liegt nicht in meinem Naturell, dass ich gerne verliere. Und das erwarte ich auch von der Mannschaft, dass sie zeigt, dass sie ein Spiel gewinnen will.“


Diese unangenehmen Fragen muss sich Tedesco gefallen lassen

Vor der Partie beim VfB Stuttgart (Samstag, 15.30 Uhr/Sky) steht Schalke – und damit auch der Trainer – mächtig unter Druck. Im schlimmsten Fall könnte Schalke bei einer Niederlage auf Platz 16 landen und damit die Winterpause auf dem Relegationsplatz verbringen – es wäre der Tiefpunkt einer durch und durch verkorksten Hinrunde und ein fast beispielloser Absturz für einen Vizemeister.



Und auch die Schonfrist für Domenico Tedesco scheint vorbei: Nachdem der Trainer – im Sommer noch als absoluter Glücksgriff für Schalke gefeiert – in den vergangenen Monaten meist von der Kritik ausgenommen wurde, ist das spätestens seit dem Leverkusen-Spiel anders. Tedesco muss sich unangenehme Fragen gefallen lassen: Hat er es mit der Rotation etwa übertrieben? Überfordert er seine Spieler mit seinen taktischen Maßnahmen?


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Tedesco hält dagegen: „Es gab ja durchaus gute Gründe für die Rotation“, führt er an. Zum einen natürlich das Verletzungspech – zum anderen sei aber von vorneherein klar gewesen, dass bei dem straffen Programm aus Bundesliga, Pokal und Champions League die Belastung der Spieler gesteuert werden müsse.



„Wir hatten ja teilweise fünf, sechs Spiele in nur zwei Wochen – da musst du rotieren, alles andere macht ja keinen Sinn“, so Tedesco. Drittens ginge es auch um Leistung. „Wenn wir mit der Leistung eines Spielers nicht einverstanden sind, bekommt ein anderer Spieler seine Chance“, sagt er.


Christian Heidel: „Ich stelle mich der Kritik“

Für Tedescos Chef Christian Heidel ist die Diskussion um den Coach ohnehin kein Thema. „Eines ist sicher: Wir werden definitiv nicht den Trainer wechseln“, versichert der Manager. Alles andere wolle man aber in der Winterpause auf den Prüfstand stellen. „Es wird alles hinterfragt – so, wie es sich gehört, wenn man eine schlechte Vorrunde spielt“, sagt Heidel.



Dabei nimmt er sich selbst nicht aus. „Ich bin Teil des Ganzen und stelle mich dieser Kritik“, sagt der Manager. „Wir müssen uns fragen: Was hatten wir im Sommer vor, was haben wir gemacht, was ist daraus entstanden?“


In Stuttgart soll ein Erfolgserlebnis her

Wenn Fehler passiert seien, werde man alles dafür tun, dass diese Fehler nicht noch einmal gemacht würden, so Heidel. Er warnte aber auch davor, Spieler zu schnell als „Fehleinkauf“ abzustempeln.



Mit einem Sieg in Stuttgart würde man zumindest mit einem Erfolgserlebnis in die Winterpause gehen: „Da werden wir noch einmal alles in die Waagschale werfen“, sagt Heidel. „Es ist extrem wichtig, dass wir da noch einmal ein gutes Spiel abliefern.“

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