Seit August 2017 ist Benedikt Höwedes kein Schalker mehr - inzwischen spielt der Ex-Kapitän bei Lok Moskau. Jetzt bestreitet er zum ersten Mal wieder ein Pflichtspiel auf Schalke.

Gelsenkirchen

, 10.12.2018, 17:24 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als sich Schalkes Spieler Anfang Oktober in Moskau auf die Champions-League-Partie gegen Lokomotive Moskau vorbereiteten, staunten viele nicht schlecht. Auf großen Plakaten sahen sie ein ungewohntes Bild: Benedikt Höwedes machte Dampf für Lokomotive im Zuge einer Werbekampagne für Heimspiel gegen Schalke.

Acht Wochen später ist die Gefühlswelt von Höwedes ebenfalls ein bisschen durcheinander. Denn der 30-Jährige kehrt zum ersten Mal nach seinem unfreiwilligen Abschied von seinem Herzenklub im Jahre 2017 in sein „Wohnzimmer“, die Veltins-Arena zurück.

So fühlte es sich für Höwedes an, gegen Schalke zu spielen

„Einerseits freue ich mich darauf, nach Hause zu kommen. Aber es wird nie normal für mich sein, gegen Schalke zu spielen. Den Verein, für den ich 16 Jahre lang aktiv war und dessen Fan ich immer noch bin,“ sagte Höwedes in einem Kicker-Interview.

Schon im Hinspiel hatten beim langjährigen Kapitän der Königsblauen, der am 13. Mai 2017 seine 335. und letzte Partie für die Gelsenkirchener in der Veltins Arena bestritt, die Gefühle verrückt gespielt. „Ganz, ganz merkwürdig“ hatte es der 30-Jährige gefunden, nach dem 0:1 in die Schalker Kabine zu kommen und seine alten Kollegen jubeln zu sehen, weil sie gegen ihn gewonnen hatten.

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Während Schalke sich bereits vorzeitig für das Achtelfinale in der Königsklasse qualifiziert hat, kann sich Lokomotive Moskau bestenfalls noch für die Europa League qualifizieren. „Deshalb wird das keine Spaßveranstaltung“, betonte Höwedes, der trotz großen Verletzungspechs in den vergangenen Jahren noch immer vor Ehrgeiz sprüht.

Dass Tedesco ihn aussortierte, hat der Weltmeister von 2014 bis heute nicht verwunden. Sprechen möchte er über das Thema nicht mehr. Nach seiner Ausleihe zu Juventus Turin, die wegen langer verletzungsbedingter Auszeiten unter keinem guten Stern stand, hat Höwedes in Moskau sportlich nun Fuß gefasst. Sein Vertrag läuft bis 2021.

Den Ex-Kapitän erwartet ein großer Empfang durch die Fans

Dass er zu Moskau wechselte, hing wesentlich mit Lok-Sportdirektor Erik Stoffelshaus zusammen, der von 198 bis 2009 als Jugendtrainer und Teammanager bei den Königsblauen arbeitete und den Abwehrspieler viele Jahre lang begleitete.

Benedikt Höwedes und seine emotionale Rückkehr nach Schalke

Kein einfaches Verhältnis: Schalke-Coach Domenico Tedesco mit Benedikt Höwedes im Sommer, kurz vor seinem Wechsel nach Moskau. © imago

Die Schalker Fans werden Höwedes am Dienstagabend sicherlich einen würdigen Empfang bereiten. „Er war hier ein überragender Spieler und Kapitän. Unsere Anhänger vergessen das nicht. Er wird wie auch Jefferson Farfan einen schönen Rahmen bekommen“, glaubt Tedesco.

Schalke will seinen Weltmeister auch noch gebührend verabschieden, vorausgesetzt, die oft an ihren Regularien klebende UEFA lässt diese besondere Ehrung zu.

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