Bei Schalke stimmt die Richtung - aber in Butter ist noch nichts

dzKommentar

Die nächsten Gegner in der Bundesliga heißen Werder Bremen und RB Leipzig. Für Schalke sind diese beiden Spiele richtungsweisend: graues Mittelfeld oder doch Anschluss nach oben?

Gelsenkirchen

, 19.10.2018, 16:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der gute Bekannte aus der Nachbarschaft, eingefleischter BVB-Fan und vor allem in Zeiten schwarz-gelber Höhenflüge geradezu erpicht auf Gespräche über Fußball, klopft dem verdutzten Autoren dieser Zeilen hinterrücks auf die Schulter und vermeldet mit offenbar hellseherischem Talent unter Missachtung der journalistischen Neutralitätspflicht seines Gesprächspartners: „Guck‘ nicht so grimmig. Bei Euch Blauen ist doch jetzt auch wieder alles in Butter!“

Dieses joviale Mutmachen bedarf nach dem Verfliegen der ersten Schockstarre wegen des abrupten verbalen Überfalls einer sorgfältigen Analyse. Alles in Butter bei den Blauen? Na ja...

Probleme gibt es derzeit woanders - in München und in Stuttgart etwa

Obwohl man den Eindruck durchaus gewinnen könnte. Nach drei Siegen in Folge (zwei Mal Bundesliga, ein Mal Champions League) ist Königsblau als Krisen-Klub aus der öffentlichen Wahrnehmung komplett verschwunden. Probleme gibt es ganz woanders: Bei den Bayern machte die Chefetage das am Freitag im großen Stil öffentlich, bei der Nationalmannschaft läuft es seit einiger Zeit auch nicht rund, und in Stuttgart hat man mit dem Trainerwechsel unter Beweis gestellt, dass die Nerven dort jetzt schon blank liegen.

Auf Schalke stimmt dagegen die Richtung wieder – das ist aber auch schon alles. Denn tabellarisch gehört Schalke nach wie vor zu den Krisengebieten der Bundesliga. Die Siege gegen Mainz und in Düsseldorf haben Schalke zwar immerhin von Platz 18 auf Rang 15 befördert – aber diese Erfolge waren bei allem Respekt vor den Gegnern für eine Mannschaft mit den Schalker Ansprüchen im Prinzip auch „alternativlos“, also geradezu Pflicht.

Zwei Siege wären ein starkes Signal an die Konkurrenz

Noch immer sind es sieben Punkte Rückstand auf das Zielgebiet, die Europapokalplätze. Die aufzuholen wäre auch für eine Top-Mannschaft, die Schalke aktuell noch nicht wieder ist, ein dickes Brett.

Die kommenden Spiele gegen Bremen und in Leipzig werden zeigen, wohin das Pendel in dieser Saison ausschlägt. Geht Schalke in diesen Duellen mit potenziellen Europa-Mitbewerbern leer aus, winkt ein Abo im grauen Mittelfeld. Gibt es fette Beute, wäre das ein starkes Signal an die Konkurrenz. Solange das nicht ertönt ist, ist auch noch nichts in Butter bei den Blauen.

Schlagworte: