Beendete die Länderspiel-Reise mit Island früher und bereitet sich seit Montag auf das Schalker Spiel in Hannover am Freitag vor: Die Rot-Sperre von Victor Palsson ist abgelaufen. © Tim Rehbein/RHR-FOTO
Schalke 04

Überraschungs-Trio auf Schalke – und Victor Palsson meldet sich zurück

Die Rot-Sperre von Victor Palsson ist abgelaufen. Der Isländer bereitet sich seit Montag auf das Schalker Spiel in Hannover am Freitag vor. Sein National-Team musste einmal ohne ihn auskommen.

Die Zaungäste beim Schalker Training am Dienstag Nachmittag, über eine Aktion der Knappen-Kids aufs Gelände rund ums Parkstadion eingeladen, trauten ihren Augen kaum: Moment mal, das sind doch…?

Tatsächlich, sie waren es. Drei Überraschungsspieler gab es zu Beginn der Schalker Trainingseinheit am Dienstagnachmittag: Danny Latza, Blendi Idrizi und wahrhaftig auch Salif Sané waren am Ball, als sich Schalkes Profis in Schwung für die Übungsstunde brachten.

Trio am Ball, aber keine Option

Wer daraus aber nun den Schluss zog, auch nur einer dieser Langzeit-Verletzten wäre eventuell sogar schon eine Option für das Spiel in Hannover am Freitag (18.30 Uhr, live bei Sky), sah sich getäuscht: Als es in einem Trainingsspiel mit dem Schwerpunkt des Einstudierens diverser Offensiv-Varianten zur Sache ging, wechselte das Trio auf einen anderen Platz und trainierte dort weiter.

Victor Palsson blieb dagegen – der Isländer hat sich bereits am Montag wieder auf Schalke zurückgemeldet, obwohl seine Nationalmannschaft da noch das WM-Qualifikationsspiel gegen Liechtenstein (4:0) vor der Brust hatte. Belastungssteuerung heißt das „Zauberwort“, das Palsson eine Pause verschaffte. Dabei hatte Palsson die ja eigentlich schon gehabt. Allerdings zwangsweise…

Zwei Spiele, sechs Punkte

Denn nach einem rüden Foul gegen den Karlsruher Marvin Wanitzek hatte Schalkes Ersatzkapitän die Rote Karte gesehen, war für zwei Spiele gesperrt worden und musste außerdem 5.000 Euro Strafe zahlen. „Die Verantwortung liegt bei mir“, entschuldigte sich Palsson kurz danach für seine relativ sinnfreie Aktion und nahm damit zumindest den Diskutanten den Wind aus den Segeln, die der Meinung waren, die Rote Karte sei wegen eines vorher nicht geahndeten Fouls an Schalke-Stürmer Marius Bülter überzogen gewesen.

Die beiden Spiele ohne Palsson hat Schalke gut überstanden, keine Frage: Durch den 2:0-Erfolg in Rostock und den 3:0-Sieg gegen Ingolstadt sind die Königsblauen auf Kurs und befinden sich im Windschatten der Aufstiegsplätze. In Rostock wurde Palsson von Dries Wouters vertreten, der sich allerdings in der Trainingswoche danach am Sprunggelenk verletzte, so dass gegen Ingolstadt Florian Flick seine Chance im zentralen defensiven Mittelfeld bekam.

Als Führungsspieler gefragt

Beide lösten ihre Aufgaben unterm Strich zufriedenstellend, Sorgen um seinen Stammplatz braucht sich Victor Palsson allerdings wohl nicht zu machen. Er gilt als Führungsspieler, und so einen Typ braucht Schalke gerade auch im Mittelfeld, solange Danny Latza noch nicht wieder zur Verfügung steht.

Palsson steht nun allerdings ein wenig mehr unter Beobachtung. Und muss beweisen, dass er sein Nervenkostüm nun wieder im Griff hat – die Aktion gegen Karlsruhe „roch“ schon ein wenig nach Frust-Foul, weil Schalke drauf und dran war, im Spiel nach vorn kaum noch etwas gebacken zu bekommen.

Fischers Forderung

„So etwas darf ihm nicht passieren. Denn das Foul geschah im Mittelfeld, er hatte eigentlich keine Chance mehr, an den Ball zu kommen. Und es war ja nicht so, dass der Karlsruher alleine aufs Schalker Tor zulief. Da waren noch genug andere, die ihn hätten stoppen können“, erwartet nicht nur RN-Gastkommentator Klaus Fischer, dass der 30-jährige Palsson seinen kühlen Kopf auch in hitzigen Situationen einschaltet.

Die könnte es in Hannover durchaus gaben. Denn die Zuschauer-Kapazität für die Partie am Freitag in der niedersächsischen Landeshauptstadt wurde auf 49.000 erhöht, bislang wurden schon weit mehr als 30.000 Karten abgesetzt. Vor so einer großen Kulisse hat Schalke in dieser Saison noch nicht gespielt.

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