Martin Fraisl hat sich als Nummer eins im Tor des FC Schalke 04 etabliert. © Tim Rehbein/RHR-FOTO
Schalke 04

Schalke-Torwart Martin Fraisl und der Kabinenzoff in Sandhausen

Wenn der FC Schalke 04 am Samstag (13.30 Uhr) den SV Sandhausen empfängt, trifft Torhüter Martin Fraisl auf seinen früheren Klub. Sein Abschied verlief alles andere als störungsfrei.

Vor knapp einem Jahr gab es beim für sein ruhiges Umfeld bekannten SV Sandhausen mächtig Ärger. Im Mittelpunkt: Schalkes aktueller Torhüter Martin Fraisl.

Der war 2019 zum SV Sandhausen gewechselt, wo er sich sofort als Nummer eins durchsetzte. Der Österreicher versäumte kein einziges Saisonspiel. Lediglich am letzten Spieltag verpasste er seine einzige Spielminute, als er gegen den Hamburger SV in der 89. Minute durch Rick Wulle ersetzt wurde, damit dieser noch zu einem Saisoneinsatz kam.

„Disziplinarische Maßnahme“

So weit, so gut – bis zum 21. Dezember 2020. An diesem Tag wurde Fraisl nach einem Vorfall in der Vorbereitung auf das Spiel gegen Holstein Kiel mit sofortiger Wirkung freigestellt. Eine Woche später wurde schließlich auch sein Vertrag beim SV Sandhausen aufgelöst.

Was genau passiert war, blieb bis heute im Dunkeln. „Es ist eine disziplinarische Maßnahme“, begründete Sandhausens Präsident Jürgen Machmeier die harte Entscheidung des Vereins. „Die Grenzen des Respekts wurden leider überschritten. Fakt ist, dass Martin nicht mehr für den SV Sandhausen spielen wird“, führte Machmeier in einer Pressemitteilung damals weiter aus.

„Kein körperlicher Angriff“

Machmeier wurde später bei „Heidelberg24“ mit den Worten zitiert: „Es war kein körperlicher Angriff, aber es war kurz davor.“ Es sei „ untypisch, dass unsere Werte beim SV Sandhausen so mit Füßen getreten werden“.

Doch mittlerweile ist längst Gras über diesen Vorfall gewachsen. Der 28-Jährige, ursprünglich als Torhüter Nummer drei verpflichtet, fühlt sich auf Schalke pudelwohl.

Wenn Fraisl über seinen aktuellen Arbeitgeber spricht, bekommt er sofort Gänsehaut. Schalke 04 hat ihn sichtlich gepackt. „Schalke ist für viele eine Art Religion. Da fühle ich mich einfach zuhaue“, sagt der Keeper kürzlich in einem Bild-Interview. Fraisl betont, dass mit seiner Vertragsunterzeichnung ein Traum für ihn in Erfüllung gegangen sei.

Der ehrgeizige Schlussmann will seinen Beitrag dazu leisten, dass Schalke in der nächsten Saison wieder erstklassig spielt. „Der Traum ist mit dem Ziel Bundesliga versehen“, so Fraisl. Sein Vertrag gilt zunächst bis zum 30. Juni 2022.

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