Schalke-Stürmer Simon Terodde: Auf der Jagd nach dem Zweitliga-Rekord von Dieter Schatzschneider. © Tim Rehbein/RHR-FOTO
Schalke 04

Schalke-Knipser Simon Terodde: Noch neun Tore bis zum „Schatz“

Schalkes Sturmspitze jagt den Zweitliga-Rekord von Dieter Schatzschneider. Der liegt in der „ewigen Tabelle“ mit 154 Toren vorn, Terodde kommt bislang auf 145.

Der Weckruf war bis auf die Pressetribüne des Holstein-Stadions in Kiel zu hören. Schalke führte bereits mit 2:0, als die Hintermannschaft bei einem Einwurf der Gastgeber nicht ganz im Bilde war. Simon Terodde, obwohl von der Szene recht weit entfernt, stauchte die Kollegen nach allen Regeln der Kunst zusammen und mahnte vollste Konzentration an.

Weckruf in Kiel als Signal

Das klare Signal: Da will einer nicht nur „knipsen“ – da will auch einer seiner Rolle als Führungspersönlichkeit gerecht werden.

Die ist Simon Terodde auf Schalke jetzt schon. Der 33-jährige gebürtige Bocholter ist eine der wichtigsten Korsettstangen im Schalker Zweitliga-Konzept. Terodde hat im Profi-Fußball schon so ziemlich alle Höhen und Tiefen erlebt, ist ab- und aufgestiegen, er kennt große Niederlagen genau so wie große Siege.

So einen wirft so schnell nichts um, und solche Spieler brauchen vor allem die zu Profis beförderten Talente aus der Knappenschmiede um sich herum, um auch mental in der Zweiten Liga zu bestehen. Folgerichtig ernannte S04-Trainer Dimitrios Grammozis den vom HSV ablösefrei verpflichteten Terodde zu einem der Stellvertreter von Kapitän Danny Latza.

Lob von Sturm-Idol Fischer

Akzeptiert als Führungsspieler wird aber auch der routinierteste Profi nur dann, wenn er selbst liefert – dass Terodde das auch auf Schalke machen würde, daran hatte Klaus Fischer keinen Zweifel. Der S04-Rekord-Torjäger (182 Tore in 295 Bundesliga-Spielen für Schalke) ist von Berufs wegen besonders streng bei der Bewertung seiner Nachfolger. Über Terodde sagte er nach dessen Verpflichtung: „Der kann was. Vor allem weiß er, wo das Tor steht. Aber du musst ihn mit Bällen füttern – hintenrum und quer spielen wie in der letzten Saison geht jetzt nicht mehr. Dafür brauchst du keinen Terodde.“

Bislang wurde Terodde „gefüttert“, und er hat geliefert – drei Tore nach zwei Liga-Spielen stehen in seiner Bilanz, und damit rückt er einem ehemaligen Schalker Sturm-Kollegen näher auf die Pelle: Dieter Schatzschneider, von 1984 bis 1986 ein Königsblauer, erzielte für Hannover 96 und Fortuna Köln insgesamt 154 Tore und führt die ewige Zweitliga-Torjägerliste an.

Zuletzt 4x mindestens 24 Tore

Terodde steht jetzt bei 145 Toren – besonders bemerkenswert, dass er es bei seinen letzten vier Zweitliga-Stationen (Bochum, Stuttgart, Köln und HSV) auf jeweils mindestens 24 Saisontore brachte.

Noch neun Tore bis zum damals auf Schalke übrigens nicht sehr erfolgreichen „Schatz“: Die Richtung zum Rekord stimmt bei Simon Terodde. Hält er Kurs, profitieren davon auch die Schalker Kollegen – die „Weckrufe“ werden sie ihm daher nicht verübeln.

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