Aufgeben ist keine Option: Gegner wie Aue (hier Dimitrij Nazarov gegen Rodrigo Zalazar) geben sich offenbar erst geschlagen, wenn rechnerisch nichts mehr möglich ist. Auf Schalke gelang Aue so der späte 1:1-Ausgleich. © Tim Rehbein/RHR-FOTO
Schalke 04

„Knochen-Job“ Zweite Liga: Schalke und die Sehnsucht nach Geduld

Laufstarke Gegner, die sich nicht geschlagen geben: Das Spiel gegen Aue war für Schalke der vielleicht letzte noch fehlende Beweis, dass die Warnungen keine leeren Versprechungen waren.

Die Aufregung war groß, das Entsetzen riesig, sogar von einem „Skandal“ war die Rede. Tatsächlich hatte es der Fernsehsender „Sky“ gewagt, während des gemeinsamen Singens des Steigerliedes von Schalker und Auer Fans eine Werbeunterbrechung ins Programm zu nehmen. In den sozialen Netzwerken gab es für diese Instinktlosigkeit kaum Verständnis.

Genau wie für den zumindest nicht bedeutungsloseren Umstand, dass es Schalke auch im zweiten Anlauf nicht gelang, den ersten Saison-Heimsieg in der Zweiten Bundesliga einzufahren. Nur 1:1 gegen Aue, und das erneut nach einer 1:0-Führung und dominanter erster Halbzeit. Erstliga-Absteiger Schalke merkt so langsam, dass die Warnungen, die Zweite Liga sei ein Knochen-Job, keine leeren Versprechungen waren. Eine Erfahrung, die übrigens gerade auch Mit-Absteiger Werder Bremen macht..

„Verdient bestraft worden“

Schalkes Gegner Aue verkörperte vieles von dem, was Schalke im Unterhaus noch erwarten wird: Fußballerisch im Prinzip unterlegen, aber niemals aufsteckend und bis zum Schluss auf die Chance wartend, die dann wirklich noch kaum. Aue lief insgesamt drei Kilometer mehr als Schalke – das ist alleine schon deshalb verblüffend, weil die Mannschaft aus dem Erzgebirge am Montagabend noch ein (verlorenes) Pokalspiel in Ingolstadt hatte.

Schalke ließ sich wie schon beim 1:3 gegen den HSV das Heft des Handelns aus der Hand nehmen, „und dafür sind wir verdient bestraft worden“, urteilte S04-Torhüter Ralf Fährmann erfrischend ehrlich.

Grammozis ist gefordert

Bei Themen dieser Art ist dann irgendwann halt der Trainer der Ansprechpartner. Dimitrios Grammozis hatte schon vor der Saison vor einer „brutalen Zweiten Liga“ gewarnt, nach dem Aue-Spiel nannte er sie „knochenhart“ und kritisierte seine Mannschaft dafür, dass sie den Fuß vom Gaspedal genommen und zu wenig Mut gezeigt habe.

Bei der Frage nach dem „Warum“ lässt sich trefflich darüber diskutieren, ob die relativ frühe Auswechslung von Rodrido Zalazar nun das richtige Signal des Trainers war oder ob eine unterm Strich ja routinierte Mannschaft wie Schalke nicht auch in der Lage sein müsste, ein solches Spiel über die Runden zu schaukeln, auch ohne ständig aufs Gaspedal zu treten.

Samstag zum Spitzenreiter

Noch bleibt als Erklärung der Verweis darauf, dass Schalkes komplett neu formierte Mannschaft sich noch finden muss, damit aus guten 60 auch erfolgreiche 90 Minuten werden. Die Sehnsucht nach Geduld wird am kommenden Samstag erneut auf eine harte Probe gestellt: Dann sind die Königsblauen zu Gast bei Jahn Regensburg – aktuell Spitzenreiter der Zweiten Liga: Drei Spiele, drei Siege.

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