Neuer Schalker Cheftrainer: Dimitrios Grammozis.
Schalke 04

Im dritten Anlauf hat‘s geklappt: Grammozis ist neuer Schalke-Trainer

Auf den 42-Jährigen wartet am Freitag bereits eine hochinteressante Aufgabe: Dann kommt Mainz 05 in die Veltins-Arena. Sportvorstand bei den Mainzern: Christian Heidel.

Am Dienstagabend machte Schalke die Nachricht offiziell, die die Ruhr Nachrichten schon am Vormittag angekündigt hatten: Dimitrios Grammozis wird neuer Schalker Cheftrainer – und damit der fünfte in dieser Saison.

Grammozis hatte schon seit längerer Zeit das Schalker Interesse geweckt. Gleich zweimal soll er auf der Kandidatenliste des Ex-Sportvorstandes Jochen Schneider gestanden haben. Einmal als ein Nachfolger für David Wagner gesucht wurde, und später noch einmal nach der Entlassung von Manuel Baum.

Keine Interimslösung

Im dritten Anlauf hat es nun geklappt. Der in Wuppertal geborene und aufgewachsene Ex-Bundesliga-Profi Dimitrios Grammozis bekam den Zuschlag. Sein Vertrag wird unabhängig von Schalkes Ligazugehörigkeit bis zum 30. Juni 2022 laufen.

Das war offenbar eine wesentliche Bedingung des 42-Jährigen, um die Arbeit auf Schalke aufzunehmen. Für eine Interimslösung, das heißt als Schalker Trainer erst einmal nur die restlichen elf Bundesliga-Spiele zu bestreiten, hätte Grammozis nicht zur Verfügung gestanden.

Kein Kind von Traurigkeit

Sollte Schalke in die Zweite Bundesliga absteigen, wofür momentan sehr viel spricht, will der frühere Bundesliga-Profi den Neuaufbau mitgestalten. Sollte am Ende dieser Wegstrecke der Wiederaufstieg stehen, dann wird sich die Zusammenarbeit nach Informationen dieser Zeitung automatisch um ein Jahr verlängern.

Peter Knäbel, der momentan die sportliche Gesamtverantwortung bei den Königsblauen trägt, traut Grammozis zu, die schwierige Schalker Kabine schnell in den Griff zu bekommen.

In Darmstadt erfolgreich

Mit schwierigen Charakteren kennt sich der neue Schalker Trainer bestens aus. Er hat in seiner Profi-Laufbahn mit zahlreichen Kickern zusammengespielt, die alles andere als pflegeleichte Typen waren. Außerdem war er auf dem Platz auch kein „Kind von Traurigkeit“. Seine Bilanz: Insgesamt neun Platzverweise.

Was seine Trainertätigkeit betrifft, hat Grammozis sowohl Erfahrungen im Nachwuchs- als auch im Profibereich. Er war lange Zeit bei verschiedenen Jugendteams des VfL Bochum aktiv. Später wechselte er ins Profi-Lager und führte Darmstadt 98 in der Saison 2019/20 auf einen starken fünften Platz in der Zweiten Liga, ehe sich die Wege trennten. Grammozis war seit dem vergangenen Sommer vereinslos.

„Die richtig Wahl“

Peter Knäbel: „Wir sind überzeugt davon, dass wir mit Dimitrios Grammozis den richtigen Trainer für das letzte Drittel der Saison gefunden haben. Wir alle wissen um die sportliche Situation, aber völlig unabhängig davon stehen noch elf Bundesliga-Spiele aus – und die wollen wir so erfolgreich wie möglich absolvieren. Dafür ist Dimitrios aus unserer Sicht fachlich wie menschlich die richtige Wahl.“

Schalkes neuer Chef-Trainer blickt mit Freude auf seine Herausforderung: „Ich habe riesige Lust auf diese Aufgabe. Ich werde die kurze Zeit bis zum ersten Liga-Spiel nutzen, um mir mit meinem Trainer-Team ein möglichst umfassendes Bild von der Mannschaft zu machen – und natürlich wollen wir mit einem Sieg gegen Mainz starten.“

Naldo zur Knappenschmiede

Der 143-fache Bundesliga-Profi wird am Mittwoch das erste Mal das Schalker Training leiten. Neben Mike Büskens stößt Sven Piepenbrock als Assistent zum Trainer-Team. Der gebürtige Oberhausener war bereits in Darmstadt Co-Trainer von Grammozis.

Außerdem gab der FC Schalke 04 zwei weitere Personalentscheidungen bekannt. Onur Cinel und Naldo müssen den Trainerstab der Profis verlassen und werden zukünftig in der Knappenschmiede arbeiten. Naldo soll zudem seine Trainer-Lizenz erwerben.

Buchta: Trennungen alternativlos

Aufsichtsrats-Chef Dr. Jens Buchta gab am Abend in einer digitalen Fragerunde zu, dass die Suche nach einem neuen Sportvorstand alles andere als einfach ist. „Das ist eminent schwierig, weil unsere finanzielle Situation und die sportliche Lage diese Entscheidung beeinflusst“. Der „erdrutschartige Absturz“ (O-Ton Buchta) in sportlicher Hinsicht habe ihn schockiert. Um die kleine Restchance auf den Klassenerhalt zu wahren, sei die Entscheidung, sich von Sportvorstand Jochen Schneider und Trainer Christian Gross zu trennen, alternativlos gewesen.

Auf Grammozis wartet am Freitag sofort eine Partie mit wegweisender Bedeutung. Will Schalke noch ernsthaft eine Chance um den Klassenerhalt haben, dann muss gegen den Tabellenvorletzten Mainz 05 unbedingt ein Sieg her. Dass Schalkes ehemaliger Sportvorstand Christian Heidel, der nun wieder für seinen Heimatverein Mainz 05 tätig ist, sorgt für zusätzliche Brisanz. Denn Heidel wird von vielen Schalker Anhängern als ein wesentlicher Verursacher für die Schalker Misere ausgemacht.

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