Schuster aus Vreden hilft

Schuhgröße 69: Weltgrößte Sandalen kommen aus dem Münsterland – der Hintergrund ist traurig

Jeison Rodriguez aus Venezuela hat Schuhgröße 69 - und bekommt bald neue Schuhe aus Vreden im Münsterland. Sie sind so lang wie Bierkästen. Der Hintergrund der „Riesenfüße“ ist traurig.
Schuhmacher Georg Wessels zeigt die neue Sandalen für die größten Füße der Welt und sein Buch mit Bildern des Empfängers, Jeison Rodriguez. Mit Hilfe des Lateinamerika-Hilfswerks der katholischen Kirche Adveniat sollen die Schuhe zu ihm nach Venezuela gebracht werden. Er leidet unter der Krankheit Riesenwuchs und hat laut Guinnessbuch der Rekorde die größten Füße der Welt. © picture alliance/dpa

Mit mehr als 40 Zentimetern sind sie lang wie ein Bierkasten: Der Mensch mit den laut Guinnessbuch der Rekorde größten Füßen der Welt bekommt bald ein neues Paar Sandalen aus einer Schuhmacherwerkstatt im Münsterland – in Schuhgröße 69. Seit vielen Jahrzehnten beschenkt der Schuhspezialist Georg Wessels aus Vreden die größten Menschen der Welt mit passendem Schuhwerk. Am Dienstag übergab er in Essen ein Paar schwarze Ledersandalen an das katholische Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat, damit die Riesenschuhe den Weg zu Jeison Rodriguez nach Maracay in Venezuela finden.

„Wegen der Pandemie kann ich nun nicht hinfahren und Jeison kann auch nicht einfach zu uns kommen, um die Schuhe abzuholen“, sagte Wessels der Deutschen Presse-Agentur. Da sei es gut, dass Adveniat helfe, die Schuhe an den richtigen Mann zu bringen.

Trauriger Rekord: Wachstum geht auf einen Tumor zurück

Der 24-jährige Rodriguez hat laut Guinnessbuch der Rekorde die größten Füße der Welt – ein trauriger Rekord, denn sein nicht enden wollendes Wachstum geht auf die Krankheit Akromegalie zurück. Ein Tumor an der Hirnanhangdrüse lässt die Erkrankten immer weiter wachsen – mit gefährlichen Folgen. Stoppen Medikamente und eine Operation das Wachstum nicht, sterben die Riesenwüchsigen meist früh. Der Körper kommt dann nicht mehr mit der Größe zurecht.

Rodriguez sei dringend auf das „extrem robust gearbeitete“ Schuhwerk mit den orthopädischen Einlagen angewiesen – inzwischen in Größe 69. Er wachse einfach unaufhörlich weiter, schilderte Wessels. Beim Kennenlernen vor rund sieben Jahren habe er noch die Schuhgröße 66 für den damals 17-Jährigen angefertigt. Rodriguez habe einen ziemlichen Knickfuß, so der orthopädische Schuhmacher. „Würde er barfuß laufen, könnte er schon nach kurzer Zeit gar nicht mehr gehen“, erklärte Wessels.

dpa

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