Nur wenige künstliche Lichtquellen trüben im Nationalpark Eifel den Blick in den Nachthimmel. © Thorsten Lejeune
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Internationaler Sternenpark: Ausflug in die Eifel lohnt sich besonders bei Nacht

Der Nationalpark Eifel bietet schon bei Tag besondere Naturerlebnisse. Doch richtig spannend wird es erst in der Nacht. Denn das Schutzgebiet ist als Internationaler Sternenpark ausgewiesen.

In einem Ballungsraum wie dem Ruhrgebiet gibt es viel zu sehen – viel Kultur, viel Architektur, viel Infrastruktur – und genau deswegen fehlt eine Sache: die meisten Himmelsköper. Denn viel zu hell leuchten die Städte auch bei Nacht und viel zu viele Schmutzpartikel trüben die nächtliche Sicht auf Sterne und Planeten.

Wer die Milchstraße doch mal mit bloßem Auge sehen möchte, hat etwa 150 Kilometer von Dortmund entfernt die beste Chance: Im Sternenpark Eifel.

Was ist der Sternenpark Eifel?

Kaum besiedelt, 17.000 Fußballfelder groß und so natürlich wie möglich belassen. Der Naturpark Eifel ist mit seinen 240 Kilometern Wegenetz schon bei Tag einen Ausflugstipp wert. Der Wildnis-Trail zum Beispiel führt auf vier Tages-Etappen durch den gesamten Park.

So richtig deutlich wird die Einzigartigkeit des 11.000 Hektar großen Schutzgebietes erst bei Nacht.

Der Nationalpark Eifel hat sich dem nachhaltigen Sternentourismus verschrieben. So können Touristen einen möglichst ungetrübten Blick in den nächtlichen Himmel werfen und gleichzeitig nachtaktive Tiere erleben.
Der Nationalpark Eifel hat sich dem nachhaltigen Sternentourismus verschrieben. So können Touristen einen möglichst ungetrübten Blick in den nächtlichen Himmel werfen und gleichzeitig nachtaktive Tiere erleben. © Guan Hao © Guan Hao

Denn die absolute Dunkelheit ist nicht nur gut für nachtaktive Tiere sondern lässt auch tief blicken – tief ins Weltall. 2014 wurde der Nationalpark Eifel als erster Dark Sky Park in Deutschland von der International Dark Sky Association (IDA) ausgewiesen und trägt seit 2019 ganz offiziell den Titel Internationaler Sternenpark.

Neben Flora und Fauna wird in dem Gebiet auch der Nachthimmel strikt vor Lichtverschmutzung geschützt. Das bedeutet, dass möglichst wenig künstliches Licht dem Himmel entgegenleuchten soll. Wer nachts durch den Park wandert, ob alleine oder in einer geführten Gruppe, sollte deshalb auch eine rot leuchtende Taschenlampe mitnehmen.

Was sollte jeder unbedingt sehen?

Auf diese Frage fällt die Antwort recht leicht: Die Milchstraße. Denn die lässt sich nur noch an wenigen Orten in Deutschland mit bloßem Auge entdecken.

Ein seltener Anblick: Mit bloßem Auge lässt sich die Milchstraße beobachten.
Ein seltener Anblick: Mit bloßem Auge lässt sich die Milchstraße beobachten. © Eifel Nationalpark © Eifel Nationalpark

Besonders gut kann man den Himmel aktuell entweder bei einer der inszenierten Himmelsbeobachtungen der Astronomiewerkstatt „Sterne ohne Grenzen“ beobachten oder ganz individuell am „Weißen Stein“ bei Hellenthal-Udenbreth am Südrand des Parks.

Die Astronomiewerkstatt „Sterne ohne Grenzen“ lädt regelmäßig auf dem Internationalem Platz Vogelsang zu öffentlichen Himmelsbeobachtungen ein.
Die Astronomiewerkstatt „Sterne ohne Grenzen“ lädt regelmäßig auf dem Internationalem Platz Vogelsang zu öffentlichen Himmelsbeobachtungen ein. © Silvia Vanselow © Silvia Vanselow

Momentan entwickelt der regionale Tourismusverband besondere Beobachtungspunkte, die Sternenblicke – sie sollen allerdings erst kommendes Jahr zur Verfügung stehen.

Wo können Reisende übernachten?

Schlafen unter dem Sternenzelt. Wo bietet sich das wohl besser als auf einem Campingplatz an einem ausgewiesenen Sternenpark. Die Schlafbachsmühle liegt in einem bewaldeten Tal samt Bachlauf und Teichen. Mehrere Wanderwege des Nationalparks starten direkt vor der Tür.

Wer der Natur ganz nah sein möchte, kann auch einen der Trekkingplätze buchen und ist dann mitten im Wald ganz auf sich allein gestellt. Der Naturlagerplatz Nordstern zum Beispiel ist mitten im Naturpark.

Hier gilt zwar bei Nacht definitiv „Licht an“. Aber auch aus der Autofahrt wird schnell eine Sternfahrt.
Hier gilt zwar bei Nacht definitiv „Licht an“. Aber auch aus der Autofahrt wird schnell eine Sternfahrt. © Thorsten Lejeune © Thorsten Lejeune

Alle Plätze sind nur zu Fuß über Wanderwege erreichbar, haben eine Holzplattform mit Platz für zwei Zelte und eine Komposttoilette. Die GPS-Daten zur genauen Lage der Plätze gibt es erst bei Buchung.

Für alle die ein kuscheliges Bett bevorzugen, gibt es immer mehr Gastgeber, die sich mit eigenen Angeboten auf Himmelsbeobachtungen spezialisiert haben. Aktuell werden vom regionalen Tourismusverband die sternenfreundlichen Gastgeber qualifiziert.

Wie kommt man hin?

Wer mit der Bahn anreist, kann an den Bahnhöfen Kall oder Heimbach aussteigen. Von dort aus fahren Busse zu verschiedenen Einstiegspunkten in den Park. Vom Dortmunder Hauptbahnhof dauert das samt einem Umstieg knapp drei Stunden.

Mit dem Auto lassen sich die knapp 150 Kilometer über die A1 in knapp zwei Stunden bewältigen.

Picknick-Tipp

Ein Picknick im Licht der Himmelskörper macht das Erlebnis im Sternenpark komplett. Im Gepäck sollten Snacks und warme Getränke, eine rotleuchtende Taschenlampe, Mückenschutz und warme Kleidung enthalten sein. Auf dem Internationalen Platz Vogelsang-IP in der Nähe der Sternwarte lässt sich ein gutes Plätzchen finden.

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