Herbstferien in NRW: Längere Wartezeiten am Flughafen Düsseldorf - auch am Sonntag

Ein kleiner Passagier sitzt auf seinem Koffer in der Wartschlange vor der Sicherheitskontrolle am  Flughafen.
Der Düsseldorfer Flughafen rechnet mit einem besonderen Ansturm in der ersten Ferienwoche. © picture alliance / dpa
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An den Sicherheitschecks im Abflugbereich bildeten sich nach Angaben des Flughafens zu den Stoßzeiten am Samstagmorgen und -vormittag längere Schlangen. Die Wartezeiten lagen demnach zwischen 10 und 60 Minuten, vergleichbar mit den teilweise chaotischen Zuständen zu Beginn der Sommerferien sei es nach Angaben eines Sprechers aber bei weitem nicht gewesen. Verdi-Sekretär Özay Tarim berichtete aber von „Schlangen wie im Phantasialand.“

Auch für diesen Sonntag rechnet Tarim mit langen Wartezeiten zu den Stoßzeigen: „Vor allem am Morgen zwischen 4 und 7 Uhr müssen Reisende Geduld mitbringen“, sagt Tarim der WAZ, wenn die meisten Urlaubs-Flieger starten. Waren am Samstag laut Flughafen etwa 68.000 Reisende von Düsseldorf aus gestartet, werde diese Zahl am Sonntag nicht ganz erreicht, sagte Tarim.

Auch am Sonntag wieder lange Warteschlangen

Dass es aber auch am Sonntag in den Terminals voll werden wird, habe sich am Samstagabend angedeutet, erklärte Tarim: „Es hatten sich lange Schlangen vor den Late-Night-Check-Ins von Condor und Eurowings gebildet“. Viele andere Fluglinien bieten diesen Service, sein Gepäck bereits am Vorabend flugfertig aufzugeben, jedoch gar nicht an, sagte Tarim.

Vor dem Hintergrund langer Warteschlangen sagte Flughafenchef Thomas Schnalke, man habe sich „bestmöglich auf die Ferienzeit vorbereitet“. Es könne aber besonders in den Verkehrsspitzen zu Verzögerungen kommen. Ein Sprecher des Düsseldorfer Flughafens berichtete am vergangenen Freitag (30.9.) von 20 bis 40 Minuten Wartezeit an der Sicherheitskontrolle am frühen Nachmittag.

Flufghafen Köln/Bonn: Wartezeit um die fünf Minuten

In Köln/Bonn sei es unterdessen nach Angaben des Flughafens bisher ein „normaler Betrieb“ gewesen, mit Wartezeiten an der Sicherheitskontrolle am Vormittag um die fünf Minuten. Im vergangenen Chaossommer hatte es in Köln/Bonn Warteschlangen von bis zu 1,8 Kilometern gegeben.

Während der Herbstferien rechnet der Flughafen mit rund 560.000 Fluggästen. Das sei gut ein Viertel mehr als im Vorjahr und etwa 80 Prozent des Vorkrisenniveaus von 2019. „Aufgrund des höheren Passagieraufkommens in den Ferien sollten Gäste ausreichend Zeit einplanen und gut vorbereitet zum Flughafen kommen“, teilte der Flughafen mit. Man habe sich bestmöglich vorbereitet, hieß es auch hier. „Wir wissen aber auch, dass die nach wie vor angespannte personelle Situation im Luftverkehr und bei beteiligten Dienstleistern operative Herausforderungen mit sich bringt“, sagte Flughafenchef Thilo Schmid.

Gewerkschaft Verdi kritisiert Personallage

Die Gewerkschaft Verdi, die den Ferienstart in Düsseldorf beobachtete, kritisierte, dass weiter viel zu wenig Sicherheitspersonal zur Verfügung stehe. Vor dem Flugsteig C habe es Schlangen von mehreren Hundert Metern in Fünferreihen gegeben. „Man musste nach dem Sommer nachlegen, und es ist nichts passiert. Das ist ein Desaster“, sagte Sprecher Özay Tarim der dpa. Es sei wieder auf Hilfskräfte oder sogar die Bundespolizei am Security-Check zurückgegriffen worden.

Schuld sei laut Tarim das gewinnorientierte System im Sicherheitsdienstleistungs-Bereich. Es würden nur Teilzeit-Stellen über zwölf Monate angeboten, dem saisonalen Bedarf entsprechend. Das sei „nicht attraktiv“ für Arbeitnehmer, weil eine Perspektive fehle.

Tarim sieht daher auch die Politik in der Pflicht: An den Sicherheitsschleusen müssten staatliche Firmen eingesetzt werden, die attraktivere Arbeitsbedingungen böten. So eine staatliche Firma sei am Münchner Flughafen aktiv, und dort sei die Lage viel besser als in NRW. Der Gewerkschafter betont, dass die Situation nicht nur für die Passagiere, sondern auch für die Beschäftigten unerträglich sei. „Die Mitarbeiter müssen acht Stunden Akkordarbeit machen, schier endlose Menschenmassen abfertigen und für Sicherheit garantieren.“

390 Kilometer Stau auf NRW-Autobahnen

Auf den NRW-Autobahnen gab es am Freitagnachmittag (1.10.) nach WDR-Informationen 390 Kilometer Stau. Eine Sprecherin der Kölner Polizei sagte, nach ihrem Eindruck sei die Situation für einen Freitagnachmittag nicht ungewöhnlich. Vor allem betroffen waren demnach die A1, A2 und A3.

Autofahrten dürften in der Ferienzeit wohl ebenfalls zu einer Geduldsprobe werden. Besonders betroffen seien die Autobahnen, die auf dem Weg an die Küste genutzt werden, also die A1, A3, A32, A40, A57 und A61, heißt es in einer Mitteilung der Autobahn-Gesellschaft.

Der Herbstferien-Auftakt fällt in diesem Jahr mit einem langen Wochenende zusammen: Am Montag (3.11.) ist Tag der Deutschen Einheit. Daher dürften ab Freitagmittag nicht nur Familien mit Schulkindern, sondern auch Pärchen und Singles unterwegs gewesen sein. Vom ADAC hieß es, das Staupotenzial sei am Freitagnachmittag entsprechend hoch, wenn Berufspendler, Urlauber und Wochenendausflügler auf den Straßen aufeinandertreffen.

dpa/seh