Die neuesten Corona-Daten deuten fast alle auf gute Perspektiven für den Herbst hin. Vieles spricht dafür, dass bei uns die vierte Welle der Pandemie ihren Höhepunkt bereits überschritten hat. © picture alliance/dpa
Corona-Wochen-Bilanz

Gute Perspektiven für den Herbst: Daten deuten Anfang vom Ende der vierten Corona-Welle an

Noch ist die Corona-Pandemie nicht zu Ende, aber: Langsam verliert sie bei uns ihren großen Schrecken. Aktuelle Daten deuten klar darauf hin, dass die vierte Infektionswelle gebrochen ist.

Viele hatten befürchtet, dass die vierte Welle, die sich seit Mitte Juli langsam bedrohlich aufgebaut hatte, ähnlich schlimm verlaufen würde wie die zweite Welle mit dem Höhepunkt zum Jahreswechsel und die dritte Welle Ende April. Doch eine Auswertung der aktuellen Daten ergibt ein anderes Bild. Die vierte Welle scheint gebrochen zu sein. Die allermeisten, entscheidenden Zahlen weisen eine positive Entwicklung auf.

Das gilt zunächst für die Zahl der Neuinfektionen generell. In der ersten Juliwoche wurden gerade einmal 4.198 Neuinfektionen gezählt. Danach schoss diese Zahl Woche für Woche hoch und erreichte in der Woche vom 30. August bis 6. September ihren Höhepunkt mit 73.284 neuen Fällen innerhalb von sieben Tagen.

Auch die 7-Tage-Inzidenz sinkt wieder

Nachdem sich bereits sei August der wöchentliche Anstieg der Neuinfektionen verlangsamt hatte, gab es jetzt erstmals wieder einen Rückgang, denn zwischen dem 6. und 13. September gab es nur noch 72.761 Neuinfektionen – 523 weniger als in der Woche zuvor. Das ist noch kein gewaltiger Rückgang, aber ein klares Zeichen für eine Trendumkehr.

Auch die 7-Tage-Inzidenz, die am 6. September noch 89,0 betragen hatte, ging zurück. Sie liegt jetzt am 13. September auf 81,9. Auch wenn die Zahl der Neuinfektionen nicht mehr die alles entscheidende Rolle spielt, ist sie nicht unwichtig, denn nach wie vor gilt die Warnung der Experten: Mit steigenden Infektionszahlen steigt auch die Gefahr, dass Mutationen neue gefährliche Varianten des Virus hervorbringen.

So entwickeln sich die Krankenhaus-Zahlen

Eine viel größere Bedeutung bei der Bewertung der Pandemie hat inzwischen die Hospitalisierungs-Inzidenz eingenommen. Sie gibt die Zahl der in den vergangenen sieben Tagen mit einer Corona-Infektion neu in ein Krankenhaus eingewiesenen Patienten wieder.

Auch dieser Wert war seit Anfang Juli kontinuierlich auf bis zu 3,15 am 30. August gestiegen. Inzwischen aber ist auch dieser Anstieg gestoppt. Seit Anfang September sinkt der Wert. Inzwischen liegt er nur noch bei 1,89. Zum Vergleich : Am 24. Dezember 2020 lag er bei 15,91, am 15. April bei 9,71.

Was sich auf den Intensivstationen tut

Und auch ein Blick auf die Intensivstationen gibt durchaus Anlass, relativ gelassen dem Herbst entgegen zu blicken. Zar stieg die Anzahl der mit Corona-Patienten belegten Intensivbetten pro 100.000 Einwohnern von 0,42 Ende Juli auf jetzt 1,67 an, allerdings: Auch in diesem Punkt sind wir noch meilenweit von den Werten Ende Dezember (6,91) und Ende April (6,05) entfernt. Wenn jetzt die anderen Parameter wie die 7-Tages- und die Hospitalisierungs-Inzidenz weiter sinken, dürfte sich auch dieser Wert wieder nach unten bewegen.

Gleiches gilt auch für die Entwicklung der Menschen, die im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorben sind. Hier gab es zwar in der Woche einen leichten Anstieg bei der Zahl der Toten auf 264. Aber auch das ist überhaupt nicht vergleichbar mit der Zahl von wöchentlich 1.652 Corona-Toten Ende/April Anfang Mai und erst recht nicht mit der Zahl von 6.112 Corona-Opfern Anfang Januar.

Gute Perspektiven für Geimpfte

Alles in allem sind das also durchaus gute Perspektiven für die nächsten Monate, zumindest für all jene, die geimpft sind. Noch immer nämlich handelt es sich bei jenen Covid-19-Patienten, die in einer Klinik und auf einer Intensivstation landen, zum allergrößten Teil um Ungeimpfte. Stand heute sind rund 62,2 Prozent der Bevölkerung vollständig, 66,5 Prozent zumindest einmal geimpft.

Das sind nach wie vor zu wenige. Deshalb gibt es in dieser Woche spezielle Impf-Aktionen, bei denen man an vielen Orten ohne Termin und kostenlos ohnehin sich spontan impfen lassen kann.

Die meisten Neuinfizierten sind zwischen 5 und 19 Jahren alt

Denn das zeigen auch die Infektionszahlen, dass sich die neuen Fälle besonders in denen viele noch nicht geimpft sind. So liegt die 7-Tages-Inzidenz in allen Altersgruppen zwischen 0 und 49 Jahren über 100. Die höchsten Werte gibt es bei den 10- bis 14-Jährigen (223), den 14- bis 19-Jährigen (195) und den 5- bis 9-Jährigen (186).

Über den Autor
Redakteur
Ulrich Breulmann, Jahrgang 1962, ist Diplom-Theologe. Nach seinem Volontariat arbeitete er zunächst sechseinhalb Jahre in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten, bevor er als Redaktionsleiter in verschiedenen Städten des Münsterlandes und in Dortmund eingesetzt war. Seit Dezember 2019 ist er als Investigativ-Reporter im Einsatz.
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