Noch immer steigen die Corona-Zahlen dramatisch an, aber: Erstmals seit langem deutet ein Wert darauf hin, dass sich der Anstieg der Welle abschwächt. © Foto: Monar auf Pixabay
Coronavirus

Erste Werte deuten darauf hin, dass sich die Ausbreitung des Coronavirus langsam abschwächt

Die Zahl neuer Corona-Fälle steigt immer noch ebenso dramatisch wie die Zahl der Schwerkranken und Toten. Und doch gibt es erste zaghafte Zeichen, die auf ein Ende der vierten Welle hindeuten.

Die aktuellen Corona-Wochenzahlen sind nach wie vor desaströs, gar keine Frage. Und das gilt – mit einer Ausnahme – für wirklich alle Parameter, mit denen die Pandemie-Lage bewertet wird. Aber – und das ist die gute Nachricht: Erstmals seit Wochen deutet sich an einem Punkt eine Entwicklung an, die eine Wende zum Besseren markieren könnte.

Ob es tatsächlich so kommt, wird sich in den nächsten Wochen entscheiden. Dabei dürfte auch die Frage mitentscheidend sein, als wie gefährlich sich die neue Omicron-Variante herausstellt und welche weiteren Schutzmaßnahmen jetzt ergriffen werden.

Zunächst einmal gab es in der Woche vom 22. bis 29. November 405.475 Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Das ist weit mehr als doppelt so viele als auf dem Höhepunkt der zweiten Welle, als zwischen dem 14. und 21. Dezember 173.574 gezählt wurden, dem bis vor wenigen Wochen geltenden Höchstwert der Pandemie.

3.243 weitere Coronatote – mit Sicherheit

Selbstverständlich sind mehr als 405.000 Neuinfektionen in einer Woche eine fürchterliche Zahl. Nach den Berechnung von RKI-Chef Lothar Wieler bedeutet das, dass von diesen neuinfizierten Menschen mit Sicherheit 0,8 Prozent – das wären 3.243 Menschen – in den nächsten Wochen sterben werden.

Trotzdem sollte man eines beachten: Der Anstieg der Infektionszahlen hat sich verlangsamt. Gab es in der Woche vom 9. bis 15. November noch 87.192 mehr Neuinfektionen als in der Vorwoche, sank dieser Wert in der Woche vom 16. bis 22. November auf 77.979 und in der jüngsten Woche vom 23. bis 29. November noch weiter auf 64.966.

Diese sinkenden Zahlen spiegeln sich auch in der Reproduktionszahl R wider, die angibt, wie viele andere Menschen ein Infizierter ansteckt. Dieser Wert sank am Montag mit 0,93 erstmals seit langem wieder unter die kritische Marke von 1.

All diese Zahlen bedeuten noch lange keine Entwarnung und schon gar kein Argument, jetzt auf eine Verschärfung der Maßnahmen zu verzichten, aber sie können als ein erster Silberstreifen am Horizont gedeutet werden. Sie könnten ein erstes Anzeichen sein, , dass wir irgendwann doch den Höhepunkt der vierten Welle hinter uns lassen können und es dann wieder besser wird.

Hoffnung macht auch, dass die Zahl der Erstimpfungen wieder deutlich gestiegen ist. Zwischen dem 18. und 24. November gab es 476.012 Erstimpfungen. Das sind so viele wie seit Mitte September nicht mehr und etwa das zweieinhalbfache des tiefsten Wochenwertes Mitte Oktober.

Alles andere als erfreulich sind die anderen Parameter. Auf den Intensivstationen hat sich die Lage weiter zugespitzt. Inzwischen werden dort 4.521 Covid-19-Patientinnen und Patienten behandelt, von denen 2.316 beatmet werden.

Das sind Größenordnung, wie wir sie zuletzt Mitte Mai auf dem Höhepunkt der dritten Welle erlebt haben. Und die Tendenz ist weiter steigend. Die Hospitalisierungs-Inzidenz liegt jetzt bei 5,52 und inzwischen sind 20,4 Prozent aller Intensivbetten mit Covid-Kranken belegt.

Auch die Zahl der Menschen, die an oder mit einer Coronainfektion gestorben sind, schnellt weiter nach oben auf jetzt 1.832 innerhalb einer Woche. Das ist ein so hoher Wert, wie wir ihn zuletzt Ende Februar/ Anfang März am Ende der zweiten Welle hatten. Es ist noch nicht vorbei.

Über den Autor
Redakteur
Ulrich Breulmann, Jahrgang 1962, ist Diplom-Theologe. Nach seinem Volontariat arbeitete er zunächst sechseinhalb Jahre in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten, bevor er als Redaktionsleiter in verschiedenen Städten des Münsterlandes und in Dortmund eingesetzt war. Seit Dezember 2019 ist er als Investigativ-Reporter im Einsatz.
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