Die Polizei in NRW überprüft stichprobenartig Einreisende aus den Niederlanden aufgrund der Hochstufung des Landes zum Hochinzidenzgebiet. © picture alliance/dpa
Coronavirus

Corona in den Niederlanden: Stichprobenkontrollen bei Einreise nach Deutschland – was jetzt gilt

Deutschland hat die Niederlande zum Hochinzidenz-Gebiet erklärt. Die Polizei in NRW überprüft nun stichprobenartig Einreisende. Hier ist ein Überblick über die Regeln für die Niederlande.

Wegen besonders hoher Corona-Infektionszahlen in den Niederlanden stuft die Bundesregierung das Nachbarland nach Ostern als Hochinzidenzgebiet ein. Wer ab Dienstag (6.4.) von dort nach Deutschland einreist, muss bereits bei der Einreise einen negativen Corona-Test vorweisen können, wie das Robert Koch-Institut am Ostersonntag bekanntgab.

Die Polizei in Nordrhein-Westfalen überprüft seit Dienstag (6.4.) stichprobenartig Einreisende aus den Niederlanden aufgrund der Hochstufung des Landes zum Hochinzidenzgebiet. Seit Mitternacht müssen Einreisende beim Grenzübertritt einen Testnachweis vorzeigen können, der höchstens 48 Stunden alt sein darf.

„Wir sind mobil unterwegs, die Grenze ist nicht geschlossen“, sagte ein Sprecher der Bundespolizei in Kleve. Kontrolliert werde auf Autobahnen, Kreis- und Bundesstraßen sowie in Zügen. Wenn jemand keinen negativen Test vorweisen könne, werde er aber auch nicht an der Einreise gehindert. „Wir weisen keinen Reisenden an der Grenze zurück.“ Vielmehr würden dann die Daten des Reisenden aufgenommen, und er werde aufgefordert, umgehend in Deutschland einen Test nachzuholen und das Ergebnis zu mailen.

Die Quarantänepflicht von zehn Tagen mit der Möglichkeit, sich nach fünf Tagen mit einem zweiten Test zu befreien, bleibt unverändert. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt in den Niederlanden aktuell bei etwa 300 Infektionen pro 100.000 Einwohner.

Ausnahmeregeln für Pendler in NRW

Für Pendler in NRW gibt es Ausnahmeregelungen.: „Für Pendler, die die Grenze wegen ihres Berufs, ihres Studiums oder ihrer Ausbildung regelmäßig überqueren müssen, ist ein negativer Test 72 Stunden gültig, so dass sie sich bis zu zwei Mal in einer Arbeitswoche testen lassen müssen“, erklärt das Land NRW zu den Ausnahme-Regeln für NRW.

Ausgenommen von der Testpflicht sind kraft Bundesrechts Durchreisende sowie Transporteure, die weniger als 72 Stunden in Deutschland bleiben. Weitere Ausnahmen können beim zuständigen Gesundheitsamt beantragt werden.

Zusätzliche Anmeldepflicht für alle anderen Reisenden

Zusätzlich zur Testpflicht besteht zudem eine Anmeldepflicht für Einreisende aus den Niederlanden. Die Anmeldung muss vor Ankunft auf www.einreiseanmeldung.de erfolgen. Von der Anmeldepflicht sind Durchreisende und Aufenthalte unter 24 Stunden ausgenommen.

Ausgangssperren zwischen 22 Uhr und 4.30 Uhr

Der Lockdown in den Niederlanden wurde um weitere drei Wochen bis zum 20. April verlängert. Auch die Ausgangssperren bleiben in Kraft, beginnt aber nun eine Stunde später: Zwischen 22 Uhr und 4.30 Uhr dürfen sich weiterhin keine Personen im Freien aufhalten. Seit dem 3. März sind allerdings Schüler, die in ihrem Prüfungsjahr praktischen Unterricht nehmen (und ihre Lehrer) und Schüler der Erwachsenenbildung von der Ausgangssperre befreit.

Seit dem 1. März sind die Schulen in den Niederlanden wieder geöffnet. Weitere Lockerungen sind am 3. März in Kraft getreten: Seitdem dürfen Jugendliche unter 26 Jahren wieder gemeinsam draußen Sport machen, kontaktbasierte Berufe dürfen wieder ausgeübt werden. Auch für den Einzelhandel gelten bereits Lockerungen. Geschäfte dürfen jeweils zwei Kunden pro Etage empfangen. Die Kunden müssen allerdings mindestens vier Stunden im Voraus einen Termin vereinbaren. Jeder Kundenplatz muss mindestens 10 Minuten betragen. Die allgemeinen Regeln wie die Maskenpflicht gelten weiterhin.

Geschäfte dürfen unter bestimmten Umständen bis zu 50 Kunden einlassen. Angesichts des weiter hohen Drucks auf die Krankenhäuser wären größere Erleichterungen zur Zeit unverantwortlich, sagte Rutte. Auf Reisen ins Ausland sollen die Niederländer außerdem noch bis mindestens 15. April verzichten.

Grundsätzlich gilt in den Niederlanden der harte Lockdown, Geschäfte und Einrichtungen sind seit dem 15. Dezember geschlossen. Vorher mussten die Geschäfte im Nachbarstaat seit Beginn der Pandemie noch nie schließen. Von deutscher Seite gilt weiterhin die Reisewarnung für die Niederlande. Das Auswärtige Amt warnt vor „nicht notwendigen, touristischen Reisen in die Niederlande“. Das ausschlaggebende Kriterium für die Einstufung als Risikogebiet sind die Infektionszahlen der vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner.

Andersherum hat die Niederlande Deutschland ebenfalls als Risikogebiet eingestuft. Das hat für Einreisende besonders strenge Regeln zur Folge. Was gilt für Reisende, die in die Niederlande fahren wollen oder wieder zurück kommen? Und welche Corona-Regeln gelten vor Ort? Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

Für welche Provinzen gelten die aktuellen Reisewarnungen?

In weiterhin allen Provinzen (Nordholland, Südholland, Utrecht, Nord Brabant, Groningen, Gelderland, Flevoland, Drenhe, Overijssel, Limburg, Zeeland und Friesland) liegen die Inzidenzen laut Auswärtigem Amt derzeit bei mehr als 50 Fällen pro 100.000 Einwohner auf sieben Tage. Das bedeutet, dass all diese Provinzen als Risikogebiet eingestuft worden sind.

Die bei Urlaubern besonders beliebte Provinz Zeeland gilt seit Mitte Oktober ebenfalls als Risikogebiet. Lange Zeit war das die einzige Provinz ohne Reisewarnung. Allerdings lässt sich ein positiver Trend feststellen, die Zahl der Neuinfektionen ist nicht mehr so hoch, wie sie es noch vor einigen Wochen war.

Durch die Einstufung der genannten Provinzen in Risikogebiete, sind auch die Großstädte Amsterdam, Den Haag und Rotterdam von den Reisewarnungen betroffen. Ebenfalls betroffen sind die Großstädte Alkmaar, Haarlem, Leiden, Dordrecht, Utrecht, Eindhoven und Nimwegen.

Ist die Einreise in die Niederlande von Deutschland aus beschränkt?

Nein, zwischen der Niederlande und Deutschland finden keine Grenzkontrollen statt. Die Einreise für Reisende aus Deutschland ist uneingeschränkt möglich. Generell gilt, dass Reisende aus Ländern, deren Gesundheitsrisiko gleich oder niedriger als das der Niederlande eingestuft ist, einreisen können. Deutschland ist als gleich eingestuft. Reisende, die mit dem Flugzeug in die Niederlande einreisen wollen, brauchen ein Gesundheitsformular der niederländischen Regierung.

Was gilt für Einreisende aus Deutschland in den Niederlanden?

Die Niederlande haben auch Deutschland zum Corona-Risikogebiet erklärt. Das hat Auswirkungen auf deutsche Touristen, die in die Niederlande einreisen wollen. In den Niederlanden angekommen, wird dringend empfohlen, sich in eine zehntägige Hausquarantäne zu begeben. Der negative Test, der für die Einreise in die Niederlande benötigt wird, ist kein Ersatz für die Quarantäne. Diese Regel gilt auch in Ferienunterkünften. Wer sich also nur zeitlich begrenzt in den Niederlanden aufhalten möchte, sollte bei der Reiseplanung die zehntägige Quarantäne einkalkulieren. Aktuell handelt es sich bei der Quarantäne um eine dringende Empfehlung, eine gesetzliche Pflicht soll aber demnächst kommen.

Am fünften Tag nach der Ankunft in den Niederlanden kann auch ohne Symptome ein Coronavirus-Test durchgeführt werden. Mit einem negativen Testergebnis kann die Selbstquarantäne beendet werden. Testtermine können telefonisch beim städtischen Gesundheitswesen (GGD) unter 0800 1202 (oder +31 850 659 063, von einem ausländischen Telefon aus) vereinbart werden. Auch online ist eine Terminvereinbarung möglich unter coronatest.nl. Der telefonische Termin kann im Voraus vereinbart werden, der Online-Termin jedoch erst am fünften Tag.

Seit dem 29. Dezember 2020 müssen alle Flugreisenden ab einem Alter von 13 Jahren beim Einchecken einen negativen PCR-Test vorweisen, wenn sie in die Niederlande fliegen wollen. Gleiches gilt für Reisende per Zug, Bus oder Schiff, die sich weiter als 30 km in das niederländische Inland begeben. Der Test darf nicht älter als 72 Stunden alt sein. Auch mit einem Schnelltest kann eine Einreise in die Niederlande gewährt werden. Die Zeit zwischen der Entnahme der Proben und dem Einsteigen in das Flugzeug oder die Fähre darf nicht mehr als 4 Stunden betragen. Das Testergebnis muss bekannt sein, bevor man an Bord geht.

Sind Tagesausflüge in die Niederlande aktuell möglich?

Theoretisch ja, es gilt aber auch hier die dringende Empfehlung, sich in eine zehntägige Quarantäne zu begeben. Diese Empfehlung gilt auch, wenn man nur zum Einkaufen einreist oder theoretisch sogar beim Tanken. Berufspendler und Personen, die aus triftigen Gründen in die Niederlande einreisen, sind von der Quarantäne ausgenommen. Das gilt beispielsweise auch für Schülerinnen und Schüler oder Studierende. Ausnahmen hat das niederländische Gesundheitsministerium auf seiner Internetseite aufgelistet.

Was passiert, wenn während des Aufenthalts Corona-Symptome auftreten?

Wenn während des Aufenthalts Symptome auftreten, muss man sich mit den örtlichen Gesundheitsbehörden in Verbindung setzen und einen Test mit dem städtischen Gesundheitsdienst (GGD) vereinbaren. Wenn der Test positiv ausfällt, muss man in Quarantäne und darf nicht reisen. Familienmitglieder oder Reisebegleiter müssen ebenfalls unter Quarantäne gestellt werden. Die Kosten für die Selbstquarantäne müssen selbst getragen werden. Wenn eine Unterkunft nicht für die Isolation/Quarantäne geeignet ist, hilft die GGD bei der Suche nach einem geeigneten Ort.

Was müssen deutsche Reiserückkehrer beachten?

Wer ab Dienstag (6.4.) aus den Niederlanden nach Deutschland einreist, muss bereits bei der Einreise einen negativen Corona-Test vorweisen können. Die Quarantänepflicht von zehn Tagen mit der Möglichkeit, sich nach fünf Tagen mit einem zweiten Test zu befreien, bleibt unverändert. Für Pendler in NRW gibt es Ausnahmeregelungen. Ein negativer Test ist für sie 72 Stunden gültig, so dass sie sich zwei Mal die Woche testen lassen müssen. Anerkannt werden auch PoC-Schnelltests, die von medizinischem Personal durchgeführt wurden.

Die gleichen Regeln gelten für Menschen, die regelmäßig mehrmals pro Woche enge Familienangehörige (Verwandte 1. Grades, Ehegatte, Lebenspartner, Lebensgefährte, Kinder aufgrund geteilten Sorgerechts oder Umgangsrechts) auf der anderen Seite der Grenze besuchen. Analog zur Regelung für die Grenzpendler gilt in diesen Fällen ein negativer Test 72 Stunden, so dass in sechs Tagen zwei Tests notwendig sind.

Ausgenommen von der Testpflicht sind kraft Bundesrechts Durchreisende sowie Transporteure, die weniger als 72 Stunden in Deutschland bleiben. Weitere Ausnahmen können beim zuständigen Gesundheitsamt beantragt werden.

Welche Corona-Regeln gelten in den Niederlanden?

Die Infektionszahlen in den Niederlanden sind dramatisch hoch. Deshalb hat die niederländische Regierung seit dem 15. Dezember 2020 einen Lockdown für das öffentliche und private Leben seit Beginn der Pandemie verhängt. Das bedeutet, dass die meisten öffentlichen und Läden Einrichtungen geschlossen sind.

  • Für alle Bürgerinnen und Bürger gilt von 22 Uhr bis 4.30 Uhr eine Ausgangssperre. Wohnungen dürfen nur in begründeten Ausnahmefällen verlassen werden.
  • Kinos, Theater und Museen sind weiterhin geschlossen, ebenso wie Fitnessstudios und Schwimmbäder. Friseure sind seit dem 3. März wieder geöffnet.
  • Restaurants, Bars und Cafés bleiben weiterhin geschlossen.
  • Hotels sind geöffnet, aber die Hotelrestaurants sind geschlossen und der Zimmerservice ist nicht verfügbar.
  • Bürger dürfen sich pro Tag nur noch mit einer anderen Person oder einem Haushalt treffen.
  • Geschäfte im Einzelhandel dürfen Termine vergeben und so Kunden empfangen. Termine müssen bis vier Stunden im Voraus gebucht werden.
  • Veranstaltungen sind verboten.
  • Alkohol und Softdrugs (wie Cannabis) dürfen zwischen 20 Uhr und 7 Uhr nicht verkauft werden. Außerdem ist es nicht erlaubt, zwischen 20 Uhr und 7 Uhr Alkohol im Freien mit sich zu führen oder im öffentlichen Raum zu konsumieren.

Außerdem ist das Tragen einer Maske in öffentlichen Innenräumen und in öffentlichen Verkehrsmitteln verpflichtend. Auch überdachte Parkplätze sowie Tankstellen gehören dazu. Die Maskenpflicht gilt für alle Personen ab 13 Jahren. Bei Missachtung droht eine Geldstrafe von 95 Euro.

Können Touristen gebuchte Reisen in die Provinzen stornieren?

In der Regel schon. Ob und wie viel Geld man zurück bekommt, hängt von der Art der Reisebuchung ab. Bei Pauschalreisen in Regionen, die als Risikogebiet eingestuft worden sind, ist eine kostenfreie Stornierung möglich. Es besteht ein Anspruch auf eine Erstattung des Reisepreises.

Anders sieht es aus, wenn die Unterkünfte und Verbindungen selbst zusammengestellt und gebucht worden sind. Dann muss man auf Kulanz der Anbieter hoffen. Da auf viele Niederlande-Touristen die zweite Variante zutrifft, gestalten sich die Stornierungen generell als schwierig.

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Studium der Germanistik und Geschichtswissenschaften in Düsseldorf. Nach freier Mitarbeit bei verschiedenen Medien im Rheinland nun seit 2018 für die Ruhr Nachrichten im Ruhrgebiet unterwegs. Ist als Volontär für verschiedene Redaktionen tätig, immer auf der Suche nach spannenden Themen.
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