Sechsfacher Mord durch Bombenanschlag: Urteil erwartet

Im Alter von 15 Jahren soll er als Schüler mit einer Bombe sechs Menschen in Sri Lanka getötet haben. Nach nur einer Woche könnte im Prozess gegen einen 27-jährigen Tamilen und mutmaßlichen Terroristen in Düsseldorf das Urteil fallen.
Der Angeklagte hält sich im Gerichtssaal des Oberlandesgerichts einen Aktenordner vor sein Gesicht. Foto: Federico Gambarini/dpa/Archivbild

Nach nur einer Woche soll im Prozess gegen einen mutmaßlichen Terroristen der tamilischen Terrorgruppe LTTE an diesem Donnerstag das Urteil verkündet werden. Der Mann aus Werne bei Dortmund soll als 15-Jähriger in Sri Lanka vor einem Konvoi der Armee eine Bombe ferngezündet und dabei sechs Menschen umgebracht haben, wie ihm die Düsseldorfer Generalstaatsanwaltschaft in ihrer Anklage vorwirft. Der Prozessbeginn ist um 10.30 Uhr. Die Urteilsverkündung wird gegen Mittag erwartet.

Die Vorwürfe beruhten allerdings maßgeblich auf den eigenen Angaben des Angeklagten bei seinem Asylantrag. Beim Prozessauftakt im Hochsicherheitstrakt des Düsseldorfer Oberlandesgerichts hatte der inzwischen 27-Jährige sie widerrufen. Seine Angaben beim Bundesamt seien falsch gewesen. Zudem kam ein Sachverständiger zu dem Schluss, dass die Aussagen im Asylverfahren 2018 vermutlich nicht stimmten.

Bei dem Anschlag sollen im September 2008 sechs Menschen getötet und viele weitere verletzt worden sein. Dem Angeklagten droht im Fall einer Verurteilung die Jugend-Höchststrafe von zehn Jahren Haft.

Die tamilischen „Befreiungstiger“ LTTE kämpften jahrzehntelang für einen eigenen Staat der tamilischen Minderheit auf Sri Lanka und gegen die Unterdrückung durch die singhalesische Mehrheit. Inzwischen ist der Bürgerkrieg beendet und die LTTE gilt seit 2009 als besiegt und zerschlagen.

© dpa-infocom, dpa:210127-99-195238/2

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