Schachgroßmeister und ehemaliger Solinger Kavalek gestorben

Der US-amerikanische Schachgroßmeister tschechischer Abstammung, Lubomir Kavalek, ist tot. Das berichtete die Zeitung „Lidove noviny“ aus Prag am Dienstag unter Berufung auf seine Ehefrau. Kavalek starb demnach am Montag im Alter von 77 Jahren nach kurzer Krankheit in Reston im US-Bundesstaat Virginia. Bereits im Alter von nur 19 Jahren hatte er 1968 die tschechoslowakische Schachmeisterschaft gewonnen. Drei Jahre später wurde er in Helsinki Internationaler Großmeister.

1968 nutzte Kavalek die Teilnahme an einem Turnier in Polen und floh in den Westen. Nach einer Zwischenstation in Deutschland ließ er sich als Profi-Schachspieler und Trainer in den USA nieder. Der Schachgesellschaft Solingen blieb er darüber hinaus eng verbunden. Mit dem traditionsreichen Verein gewann er in den 1970er- und 80er-Jahren wiederholt die deutschen Mannschaftsmeisterschaften.

Der studierte Journalist schrieb jahrzehntelang eine Schachkolumne für die „Washington Post“. Sein Spiel zeichnete sich nach Einschätzung von Kennern durch Taktik und Einfallsreichtum aus. Doch er pflegte auch vielseitige andere Interessen. Legendär wurde eine Episode: Bei einem Turnier in den Niederlanden soll er sich mit dem Ex-Weltmeister Boris Spasski auf ein Remis geeinigt haben, um noch Zeit für eine gemeinsame Partie Tennis zu finden.

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