Regierungsvertreter weisen Appell an Laschet zurück

Nach der Wahl von Armin Laschet zum CDU-Chef haben Regierungsvertreter auf Appelle der Opposition, der Ministerpräsident dürfe seine Pflichten in NRW nicht vernachlässigen, mit Unverständnis reagiert. „Hätte Laschet nicht kandidiert oder verloren, hätten doch dieselben Leute gesagt, der Landesregierung fehle es an Einfluss in Berlin“, sagte Vize-Ministerpräsident Joachim Stamp (FDP) der „Rheinischen Post“ (Sonntag). Die Konzentration gelte der Pandemiebekämpfung. Darüber herrsche zwischen ihm und Laschet völlige Einigkeit.
Der neue Parteivorsitzende Armin Laschet spricht beim Bundesparteitag der CDU. Foto: Michael Kappeler/dpa

Zuvor hatte etwa der Oppositionsführer im Düsseldorfer Landtag, Thomas Kutschaty (SPD) gemahnt, dass das Land einen „Teilzeit-Ministerpräsidenten“ nicht verdient habe und sich einen solchen „in dieser Zeit auch nicht leisten“ könne. SPD-Landeschef Sebastian Hartmann hatte gefordert, dass die Interessen der Menschen in Nordrhein-Westfalen und die Bekämpfung der Pandemie absolute Priorität haben müssten.

NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) verwies in der Rheinischen Post auf die Bundeskanzlerin, die auch jahrelang Parteivorsitzende gewesen sei. „Und in der Corona-Pandemie haben wir alle gelernt, dass man nicht ständig reisen und Zeit verlieren muss: man kann eben auch vieles sehr gut per Videokonferenz machen“, sagte der Christdemokrat. Finanzminister Lutz Lienenkämper (CDU) sagte, dass die neue Rolle des Ministerpräsidenten das bundespolitische Gewicht Nordrhein-Westfalens stärke.

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