Betonplatte auf Auto geworfen: Mann verurteilt

Wegen versuchten Mordes und schwerer räuberischer Erpressung ist ein 21-Jähriger zu achteinhalb Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden. Das Landgericht Paderborn sah es als erwiesen an, dass der Mann aus Geseke (Kreis Soest) im Frühjahr mehrfach Steine von Brücken auf Straßen geworfen hatte, um vom Stuttgarter Autobauer Daimler 250 000 Euro zu erpressen. Bei der ersten Tat auf der A44 bei Erwitte ließ er eine 14 Kilogramm schwere Betonplatte auf einen Mercedes Sprinter fallen, die die Windschutzscheibe auf der Beifahrerseite durchschlug. Die 25 Jahre alte Fahrerin, die allein im Auto saß, blieb unverletzt.
Ein Polizeiwagen steht vor dem Land- und Amtsgericht Paderborn. Foto: David Inderlied/dpa/Archivbild

Das Gericht glaubte dem geständigen Angeklagten nicht, dass der Wurf exakt gezielt gewesen sei, um keine Personenschäden zu verursachen. Vielmehr sei für den 21-Jährigen aufgrund der Höhe der Brücke und der Fahrzeuggeschwindigkeit der Einschlag der 14 Kilogramm schweren Platte nicht zu beherrschen gewesen. Die Richter gehen daher davon aus, dass er den Tod eines Menschen billigend in Kauf genommen hatte, um seine Drohkulisse für den Fahrzeughersteller aufzubauen.

Wenige Tage später waren auf der A33 im Raum Paderborn zwei Fahrzeuge leicht beschädigt worden, als sie über einen Haufen Steinbrocken fuhren, die auf der Fahrbahn lagen. Auch auf den Zubringer zum Flughafen Paderborn-Lippstadt ließ der Angeklagte eine Steinplatte fallen, jedoch ohne dass Fahrzeuge beschädigt wurden. Er gab an, bei den letzten beiden Steinwürfen jeweils darauf geachtet zu haben, dass sich kein Auto näherte. Hintergrund der Erpressungsversuche sind nach Angaben des 21-Jährigen aufgelaufene Steuerschulden. Die Daimler AG zahlte nicht.

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