Zweijähriger verdurstet: Haftstrafe für Vater bestätigt

Der kleine Luis aus Essen starb im Hitzesommer 2019 eingesperrt in sein 35 Grad heißes Kinderzimmer - jetzt ist der Vater des Zweijährigen rechtskräftig zu einer langen Gefängnisstrafe verurteilt. Der Bundesgerichtshof (BGH) verwarf die Revision des Mannes in den wesentlichen Punkten. Der Beschluss vom 8. Oktober wurde am Montag in Karlsruhe veröffentlicht. (Az. 4 StR 339/20)

26.10.2020, 13:42 Uhr / Lesedauer: 1 min
Eine Statue der Justitia mit einer Waage in ihrer Hand. Foto: David-Wolfgang Ebener/dpa/Symbolbild

Eine Statue der Justitia mit einer Waage in ihrer Hand. Foto: David-Wolfgang Ebener/dpa/Symbolbild

Das Landgericht Essen hatte den 32-jährigen Deutschen Ende März zu zehn Jahren Haft verurteilt, unter anderem wegen Körperverletzung mit Todesfolge und Misshandlung Schutzbefohlener. Laut Urteil hatte der Mann seinen kleinen Sohn am Abend des 26. Juli 2019 bei abmontierter Türklinke ins Kinderzimmer gesperrt und rund 18 Stunden lang nicht mehr nach ihm gesehen. In der Zeit war Luis qualvoll verdurstet.

Die obersten Strafrichter des Bundesgerichtshofs beanstandeten allein die Verurteilung wegen Verletzung der Fürsorgepflicht, einen dafür erforderlichen Gefährdungsvorsatz habe das Landgericht nicht festgestellt. Auf die Strafe hat das aber keinen Einfluss.

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