Baukosten gestiegen: Zweifach-Sporthalle in Selm wird deutlich teurer

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2018 gab es den ersten Spatenstich für die neue Zweifach-Sporthalle am Campus in Selm. Dass es ein Millionenprojekt werden würde, stand damals schon fest - nun wird es aber deutlich teurer.

Selm

, 12.03.2020, 12:23 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Oktober 2019 klang die Stadt noch sehr optimistisch bezüglich der neuen Zweifach-Sporthalle auf dem Campus: Die Fertigstellung der Zweifach-Turnhalle sollte im Juni 2020 erfolgen und die Baukosten sollte 5,1 Millionen Euro betragen. „Nach dem heutigen Stand können wir beides halten“, hatte Tim Mantei von der Stadtverwaltung unserer Redaktion damals gesagt.

Zumindest der zweite Teil der Aussage ist inzwischen nicht mehr haltbar. „Die Zweifach-Turnhalle wird teurer, weil die Baukosten teurer geworden sind“, das sagte Bürgermeister Mario Löhr am Rande der Sitzung des Umweltausschusses am 3. März.

Fast eine halbe Million Euro Mehrkosten

Wie viel teurer steht in den Unterlagen, die im Haupt- und Finanzausschuss am Donnerstag (12. März) diskutiert werden. „Insgesamt wird mit Mehrkosten in Höhe von 450.000 Euro gerechnet“, heißt es dort.

Statt 5,1 Millionen Euro würden die Baukosten dann fast 5,6 Millionen Euro betragen. Fast die Hälfte der Zusatzkosten ist gemäß der Vorlage auf die stark angezogenen Kosten im Baugewerbe zurückzuführen: 220.000 Euro sind hier mehr fällig, um die umfangreichen Beton- und Stahlkonstruktionen zu realisieren.

Sporthalle muss auf Pfähle gestellt werden

Die fertige Halle wird eine Höhe von zehn Metern aufweisen - davon bleiben etwa vier Meter unterirdisch. Neben der eigentlichen Halle, die zu einer Zweifachhalle geteilt werden kann, wird es auch noch einen Multifunktionsraum für Sportschützen geben. Die Halle soll ein Ersatz für die Sporthalle an der Overbergturnhalle sein sowie für die Halle der abgerissenen Pestalozzischule.

Doch nicht nur die Baukosten treiben die Kosten. Während der Rohbauphase sei festgestellt worden, dass der Grundwasserstand so hoch war, dass eine so genannte Pfahlgründung nötig war, heißt es in der Vorlage der Verwaltung. Das bedeutet: Pfähle müssen in den Boden gelassen werden, die das Gebäude stabilisieren. Allein für diese Maßnahme fallen nicht einkalkulierte Kosten von 160.000 Euro an. Hinzu kommen Kosten für eine funkvernetzte Brandmeldeanlage von 30.000 Euro und Absicherungsmaßnahmen an einem Abwasserkanal, der sich unmittelbar an der Baugrube befindet. Die Mehrkosten hier: 40.000 Euro.

Photovoltaikanlage für das Dach

Ebenfalls am Donnerstag entschieden wird über weitere Haushaltsmittel in Zusammenhang mit der Zweifach-Sporthalle: 95.000 Euro sollen außerplanmäßig bereitgestellt werden, damit die Halle eine Photovoltaikanlage erhält. Sie soll die Stromversorgung der Halle in Zukunft sicherstellen und auch der Diskussion über klimaverträglichere Bauprojekte Rechnung tragen.

Dabei handele es sich laut Baudezernent Stephan Schwager um eine besondere Technik, die auf die Dachfläche geklebt werden soll. Dadurch wird die Traglast von 25 Kilogramm pro Quadratmeter nicht überschritten. Herkömmliche Anlagen kommen auf 35 Kilogramm pro Quadratmeter.

Anders als bei der benachbarten Dreifach-Turnhalle ist eine Vermietung der Dachflächen allerdings nicht vorgesehen, wie Stadtsprecher Malte Woesmann erklärt. „Es war der Wunsch der Politik, dass die Stadt/Stadtwerke eine städtische Photovoltaikanlage installieren“, so Woesmann. Das hatte im November zunächst im Raum gestanden. Bürgermeister Mario Löhr hatte damals von ersten Interessenten gesprochen.

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