Glück für Fortuna: Quarantäne wird weitgehend aufgehoben

Nach zwei positiven Corona-Tests lag der Trainingsbetrieb bei Fortuna Düsseldorf lahm. Am Sonntag sorgt die Nachricht, dass die gegen den gesamten Profi-Tross verhängte Quarantäne weitgehend aufgehoben werden kann, für Erlösung. So kommt der Zweitligist glimpflich davon.

15.08.2020, 08:32 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nach den positiven Corona-Tests bei zwei Spielern kommt Fortuna Düsseldorf wohl doch noch mit dem Schrecken davon. Am Sonntag sorgte die Nachricht für Erlösung, dass die zunächst gegen den gesamten Profi-Tross mit rund 40 Personen verhängte Quarantäne größtenteils aufgehoben werden kann. „Durch eine aufwendige Kontaktverfolgung des Gesundheitsamtes und ein funktionierendes Hygienekonzept der Fortuna müssen lediglich einige Personen in Quarantäne bleiben“, hieß es in einer Mitteilung.

Am morgigen Montag werden die Mannschaft sowie das Trainer- und Funktionsteam um Chefcoach Uwe Rösler erneut auf das Covid-19-Virus getestet, nach den Ergebnissen werden weitere Maßnahmen entschieden. „Mein ausdrücklicher Dank gilt dem Gesundheitsamt in Düsseldorf, das durch eine schnelle und gewissenhafte Kontaktverfolgung identifizieren konnte, wer als sogenannte 'Kontaktperson 1' gilt und wer nicht“, sagte Clubarzt und Hygienebeauftragter Ulf Blecker.

Es habe sich gezeigt, „dass unser Hygienekonzept funktioniert und eine Nachverfolgung in kurzer Zeit möglich“ sei. „So muss nun lediglich eine kleine Personenzahl in der häuslichen Quarantäne bleiben“, erklärte der Clubarzt weiter. Man bleibe in einem „sehr engen Austausch mit dem Gesundheitsamt und werde die Situation sehr detailliert und gewissenhaft beobachten“. „Weiterhin hoffen wir, dass die positiv getesteten Personen einen milden Krankheitsverlauf haben.“

Nach Bekanntwerden der beiden positiven Corona-Fälle am späten Freitagabend nach einem Testspiel in Meerbusch wurde im Laufe des Samstags klar, dass durch eine Verzögerung im untersuchenden Labor alle Beteiligten zu spät von den Infektionen erfahren hatten. „Dass wir die Ergebnisse - auch aufgrund einer derzeit hohen Auslastung des Labors, mit dem wir zusammenarbeiten - erst nach dem Testspiel erhalten haben, ist natürlich sehr bedauerlich“, so Blecker am Samstag im Interview auf der Club-Homepage.

Die Corona-Tests waren schon am Freitagmorgen durchgeführt worden, erfahren hatte die Fortuna von den Befunden aber erst direkt nach dem Testspiel am selben Abend beim TSV Meerbusch (5:0), wo beide Spieler mitgewirkt hatten. Die namhaften Profis wurden sofort isoliert und fuhren getrennt vom Rest des Teams nach Hause.

Das Gesundheitsverwaltung hatte daraufhin zunächst eine umfangreiche Quarantäne verfügt und verlauten lassen, dass die Fälle beim Profi-Fußballteam genauso behandelt würden wie jeder andere: „Es gibt keine Lex Fortuna“, so ein Sprecher der Gesundheitsverwaltung. Offenbar gelang es dann sehr schnell, die entsprechenden Kontaktpersonen ausfindig zu machen und womöglich Schlimmeres zu verhindern. Letztlich wird dies erst die nächste Testreihe zeigen.

Direkt betroffen war auch der Testspielgegner aus der Nachbarschaft. Die Meerbuscher bekamen ebenfalls - zunächst für fünf Tage - Quarantäne verordnet. Beim Oberligisten ist man alles andere als amüsiert über den Vorfall, zumal die Spieler vor der Partie zweimal getestet wurden. „Bei uns lag kein positiver Befund vor. Wir müssen nun die Ruhe bewahren und abwarten“, sagte Meerbuschs Sportlicher Leiter Christoph Peters - zudem ein Sponsor der Fortuna - der „Rheinischen Post“. Er kritisiert: „Ganz schwach finde ich, dass bis zum Anpfiff keine Ergebnisse der Fortuna-Testung vorlagen. Wenn um halb neun am Morgen getestet wird, muss es möglich sein, die Ergebnisse vor dem Anpfiff zu haben. Alles andere ist fahrlässig.“

Nach den Resultaten der Testung am Montag wird Fortuna besprechen, wann und in welcher Form die Vorbereitung auf die am 18. September anstehende Zweitliga-Saison fortgesetzt werden kann. Ob das Rösler-Team zu den nächsten geplanten Testspiele am kommenden Dienstag gegen den Drittligisten Wehen Wiesbaden und am Samstag gegen den Ligakonkurrenten VfL Bochum antreten kann, ist noch offen. Am 25. August wollen die Düsseldorfer ins Trainingslager in die Niederlande reisen. Das traditionelle Auftakttrainingslager in Maria Alm war Anfang Juli wegen der Pandemie bereits abgesagt worden.

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