Zukunft des Rheinischen Braunkohlereviers: Über 150 Eingaben

Wie der Ausstieg aus der Braunkohle im Rheinischen Revier organisiert werden soll, hat die Landesregierung aufgeschrieben. Gerade läuft die Beteiligung der Öffentlichkeit bei dem umstrittenen Thema. Manche denken in die Zukunft - etwa an die Seen, die kommen sollen.

14.11.2020, 10:12 Uhr / Lesedauer: 1 min
Das Ortseingangsschild steht im Ort Kuckum bei Erkelenz vor einem verlassenen Haus. Foto: Oliver Berg/dpa/Archivbild

Das Ortseingangsschild steht im Ort Kuckum bei Erkelenz vor einem verlassenen Haus. Foto: Oliver Berg/dpa/Archivbild

Bislang hat es mehr als 150 Eingaben bei der Öffentlichkeitsbeteiligung zur Zukunft des Rheinischen Braunkohlereviers gegeben. Nachdem die Landesregierung im Oktober ihre Pläne über den Ablauf des Ausstiegs aus der Braunkohleverstromung bis 2038 vorgelegt hat, sind jetzt Bürger, Kommunen und Verbände am Zug. Erfahrungsgemäß kämen viele Vorschläge gegen Ende der Frist, teilte das NRW-Wirtschaftsministerium mit. Bis zum 1. Dezember sind vor allem die Menschen in der Region aufgerufen, ihre Meinung zu sagen. Start war am 8. Oktober.

Im Mittelpunkt der Anliegen stünden vor allem die Zukunft der Region, die Umsiedlung von Dörfern in den Tagebauen und Abstandsregelungen zu den Tagebaurändern, berichtete das Ministerium. Auch die künftige Umgestaltung zu Seen und deren geplante Befüllung mit Wasser aus dem Rhein beschäftigt offenkundig viele Menschen. Ein Vorschlag ziele darauf, die Einleitung aus dem Rhein über ein Kanalsystem mit dem Hochwasserschutz zu verbinden. Ein anderer Bewohner habe die Idee, schiffbare Kanäle zwischen den Seen zu bauen, um den Tourismus zu beleben.

Ein wichtiges Thema sei auch der gute Erhalt des Hambacher Forstes, erklärte das Wirtschaftsministerium. Die sogenannte Leitentscheidung - die im Frühjahr vom Landtag beschlossen werden soll - sieht den Erhalt des als „Hambi“ berühmt gewordenen Waldes vor, der zu einem Symbol des Widerstands gegen den Braunkohleabbau geworden ist. Auch der Erhalt landwirtschaftlicher Flächen ist laut Ministerium Thema.

Die Pläne wurden bei zwei Veranstaltungen in Erkelenz und Kerpen vorgestellt. Dabei ging es auch darum, dass vor dem Ende des Braunkohletagebaus im Bereich Garzweiler die Erkelenzer Ortschaften Keyenberg, Kuckum, Unter- und Oberwestrich sowie Berverath dem Tagebau weichen sollen. Der Abstand zwischen den Ortsrändern und dem Tagebau soll auf 400 Meter erhöht werden. Die Distanz reichte vielen Anwohnern noch nicht. Die Tagebaue Inden und Hambach sollen deutlich vor Garzweiler beendet werden.

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