Zoll auf den Baustellen - Gewerkschaft fordert mehr Kontrollen gegen Schwarzarbeit

IG Bau

Schwarzen Schafen das Handwerk legen, darum geht es: Im Kampf gegen illegale Machenschaften auf dem Bau fordert die Gewerkschaft IG Bau mehr Kontrollen des Zolls nicht nur in Lünen.

Lünen

06.03.2020, 15:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der Zoll auf der Baustelle: Die IG Bau fordert mehr Kontrollen.

Der Zoll auf der Baustelle: Die IG Bau fordert mehr Kontrollen. © IG Bau

Die Gewerkschaft wünscht sich mehr Kontrollen auf den Baustellen im gesamten Kreis Unna: Obwohl die Zöllner einen Schwerpunkt auf die Baubranche legten, gerate nur ein kleiner Teil der 268 Baufirmen im Kreis ins Visier der Beamten, kritisiert Garbriele Henter, Bezirksvorsitzende der IG Bau Bochum-Dortmund. Genaue Zahlen ausschließlich für Lünen liegen der Gewerkschaft nicht vor.

Nach Angaben der IG Bau wurden im gesamten Bereich des Hauptzollamtes Dortmund zwischen Januar und Juni letzten Jahres 155 Bauunternehmen kontrolliert. Dabei deckten die Beamten nach Gewerkschaftsangaben einen Schaden von rund 4,4, Millionen Euro durch nicht gezahlte Steuern und Sozialabgaben auf.

Das Ausmaß des Steuer- und Sozialbetrugs zeige, wieviel kriminelle Energie in einigen Firmen am Werke sei, sagt Gewerkschafterin Henter. Leidtragende seien nicht nur geprellte Bauarbeiter und der Staat, sondern auch sauber wirtschaftende Unternehmen.

Nach Informationen der IG Bau stattete der Dortmunder Zoll im ersten Halbjahr insgesamt 859 Firmen einen Besuch ab - darunter neben dem Baugewerbe auch Unternehmen im Reinigungs-, Transport- und Gaststättengewerbe. Damit sei die Zahl der Kontrollen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um zwei Prozent gestiegen. Für die IG Bau ist das nicht genug.

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