Zeiten von Corona: Was anders ist - wir nutzen alle Kanäle, um Kontakte zu pflegen

dzMeinung am Mittwoch

Wir fragen „Wie geht es dir?“ und meinen es auch so, wir sind überrascht, wie sich eine Stadt ohne Autolärm anhört, wir nutzen soziale Netzwerke: Seit „Corona“ ist einiges in Lünen anders.

von Björn Schreiter

Lünen

, 25.03.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Was anders ist: Die wenigen Menschen, die wir auf der Straße treffen, grüßen wir freundlich. Zum Abschied wünschen wir uns „Bleiben Sie gesund.“ Was kann man sich Wichtigeres wünschen?

Wir fragen „Wie geht es Dir?“ und meinen es auch so.

Beim Spaziergang mit dem Hund geht nicht mehr der Hund auf der dem Entgegenkommenden abgewandten Seite, sondern wir.

Wir nutzen alle Kanäle, um Kontakte zu pflegen. Vor kurzem haben wir die digitalen Netzwerke unserer Kinder und Enkel noch verteufelt. Jetzt nutzen wir sie intensiv.

Björn Schreiter.

Björn Schreiter. © Quiring-Lategahn

Gastautor Björn Schreiter ist Architekt

Selbst die stursten Arbeitgeber stellen fest, dass flexible Arbeitszeiten und Homeoffice auch in ihrer Branche funktionieren und nicht weh tun.

Sie stellen auch fest, dass Arbeitnehmer gar nicht den erstbesten Anlass nutzen, um nach Hause zu entschwinden, sondern die Abwechslung zwischen privatem sozialen Umfeld und beruflichem schätzen.

Berufstätige erkennen, dass Videokonferenzen auch zum Ziel führen und Zeit und Wegstrecken sparen.

Niemand schreit mehr „Datenschutzgrundverordnung!!!“ und es tut verdammt gut.

Verabredung zum Kochen über Face-Time

Kreative Energie wird frei: Restaurants stellen aus der Not auf Lieferdienst um, Fastfood-Ketten-Mitarbeiter werden kurzerhand dem Einzelhandel ausgeliehen und ich habe meine erste Face-Time-Koch-Verabredung mit Freunden. Wir denken darüber nach, was wir wirklich zum Leben brauchen und wie viel davon.

Wir sind überrascht, wie sich eine Stadt ohne Autolärm anhört und wie frische Luft riecht.

Politiker treffen harte Entscheidungen, die unser Leben einschränken und wir lassen es zu, weil wir ihnen vertrauen.

Wir stellen fest, dass es wichtig sein kann, auf Wissenschaftler zu hören.

Wir erkennen, wer die Gesellschaft wirklich am Laufen hält.

Was anders bleibt: Das liegt in unserer Hand

An dieser Stelle schreiben jeden Mittwoch im Wechsel unsere Gastautoren. Es sind:
  • Kira Engel, Pfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinde Horstmar-Preußen
  • Maren Feldmann, Geschäftsführerin Küchen Schmidt
  • Marie Hirschberg, Studentin, ausgezeichnet mit dem Förderpreis Kultur der Stadt Lünen
  • Heinz Werner Kleine, Chemielaborant und Kunstsammler.
  • Björn Schreiter, Architekt
  • Kevin Tigges, Studienreferendar und Akteur bei der „Abgedreht! Filmcrew“
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