„Zeit der Schmetterlinge“: Zählaktion noch bis Mitte Juli

Sie sind blau, gelb, orange und weiß: Schmetterlinge sind Farbtupfer im Sommer. Der Nabu hat eine neue Auflage seiner Zählaktion gestartet. Der häufigste Tagfalter ist in der Regel der Kohlweißling. Auch das bunte Tagpfauenauge wird oft gesichtet.

27.06.2020, 09:41 Uhr / Lesedauer: 2 min
Kohlweißlinge fliegen über Lavendelblüten, um Nektar zu sammeln. Foto: Federico Gambarini/dpa/Symbolbild

Kohlweißlinge fliegen über Lavendelblüten, um Nektar zu sammeln. Foto: Federico Gambarini/dpa/Symbolbild

Schmetterlinge sind hübsch und flatterhaft. Allerdings geht es den bunten Insekten nicht gut. Von den 129 heimischen Arten in Nordrhein-Westfalen sind die meisten gefährdet und stehen auf der Roten Liste. Dafür gibt es eine ganze Reihe von Gründen, wie Karl-Heinz Jelinek vom Naturschutzbund Nabu in NRW sagte.

Ein akkurater Rasen, eine gemähte Wiese ohne Blüten - das ist nichts für die zarten Schmetterlinge. „Es ist alles quadratisch, praktisch gut - nur nicht gut für Schmetterlinge“, beschreibt der Fachmann. Die Falter fühlen sich wohl, wenn es sonnig, warm und blütenreich ist.

Mit seiner Aktion „Zeit der Schmetterlinge“ macht der Nabu in Nordrhein-Westfalen derzeit zum fünften Mal auf die bunten Flatterwesen aufmerksam. 2019 war allerdings ein schlechtes Jahr. Wegen des kalten, trockenen Frühjahrs waren nur wenige Schmetterlinge unterwegs. Nur 12 000 Falter wurden dem Nabu gemeldet. Im Jahr zuvor waren es viermal so viele. Kohlweißlinge waren jedes Mal die häufigsten Tagfalter. Bis zum 15. Juli dauert die Aktion.

In diesem Jahr waren der April und der Mai sehr sonnig und trocken. Viele Arten hätten darauf nach seinem Eindruck mit einem vorzeitigen Schlupf der Falter reagiert, andere mit einer Verzögerung, sagte Nabu-Experte Jelinek. Die Schmetterlingszählaktion könnte eine Antwort darauf geben.

Unter den zarten Insekten gibt es sehr kleine - der Bläuling ist etwa so groß wie eine Zwei-Euro-Münze - und solche mit erstaunlich großen Flügeln. Den Kaisermantel beschreibt Jelinek als „fliegenden Putzlappen“: Der orange-getupfte Tagflügler kommt auf eine Flügelspannweite, so breit wie manches Handy. Der Schwalbenschwanz ist mit bis zu 7,5 Zentimetern noch etwas größer. Seinen Namen hat er von zwei kleinen, spitzen Ausläufern an den Flügeln, die an eine Schwalbe erinnern.

Viele Schmetterlinge brauchten bestimmte Biotope. Der Große Schillerfalter steigt zu einem Balzflug auf nur über großen Eichen. Sobald ein Weibchen auftaucht, starten die Männchen zu einer wilden Jagd. Eine der bekanntesten Arten, der Zitronenfalter, überwintert nicht als Raupe, sondern als Schmetterling: Zusammengeklappt hängt er in Brombeerhecken und sieht aus wie ein vertrocknetes Blatt.

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