Zahl der Elektrobusse in NRW nimmt langsam zu

E-Busse können eine wichtige Rolle im Kampf gegen Luftverschmutzung in Städten übernehmen. Die Fahrzeuge sind noch erheblich teurer als ein Bus mit Dieselmotor. In NRW geht es jetzt aber so langsam los.

29.11.2020, 09:22 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ein Elektrobus startet am Busbahnhof. Foto: Roland Weihrauch/dpa/Aktuell

Ein Elektrobus startet am Busbahnhof. Foto: Roland Weihrauch/dpa/Aktuell

Der Einsatz von Elektrobussen im öffentlichen Nahverkehr nimmt in Nordrhein-Westfalen langsam Fahrt auf. Am 1. Oktober waren landesweit 141 Busse mit Elektroantrieb angemeldet, wie aus Zahlen des Kraftfahrtbundesamtes (KBA) hervorgeht. Das waren 38 mehr als zu Jahresbeginn und ein Zuwachs um ein gutes Drittel. Zudem gab es am Stichtag 1. Oktober in NRW 478 Busse mit Hybridantrieb. Bundesweit verzeichnete das KBA am 1. Oktober 385 Elektrobusse und 1764 Busse mit Hybridantrieb.

Insgesamt stellen Elektrobusse noch einen geringen Anteil an allen Bussen im Land. Laut KBA waren in NRW am 1. Oktober 16 700 Busse gemeldet, Elektro- und Hybridbusse sind davon 3,7 Prozent. Bei den neu angemeldeten Bussen fallen die Alternativantriebe aber bereits stärker ins Gewicht. Das Kompetenzzentrum Elektromobilität des Landes hat ermittelt, dass im vergangenen Jahr 14 Prozent aller neu zugelassen Busse ein Elektro- oder Hybridantrieb hatten.

Ein Hindernis für die Anschaffung von Elektrobussen ist für die Verkehrsunternehmen der hohe Preis. Ein batterieelektrischer Bus koste mit 500 000 Euro in etwa das doppelte eine gleich großen Dieselbusses, sagte Joél Dupont, Experte für Elektromobilität bei der Energieagentur NRW. Ein Bus mit Wasserstoffantrieb sei etwa zweieinhalb Mal so teuer wie ein konventionelles Fahrzeug. In diesen Bussen wird der Wasserstoff in einer Brennstoffzelle in Strom für den Antrieb umgewandelt. Hinzu kommen die Investitionskosten für Ladestationen und Wasserstoff-Tankstellen.

Das Land NRW unterstützt seit Anfang 2017 die Anschaffung von batterie-elektrischen und wasserstoffbetriebenen Linienbussen des ÖPNV, die Ladeinfrastruktur sowie die Werkstatteinrichtungen. Ein E-Bus wird mit 60 Prozent der Kosten, die den Preis eines regulären Dieselbusses übersteigen, gefördert. Bislang hat das Land mit rund 83 Millionen Euro die Anschaffung von 188 Elektor- und 43 Wasserstoffbussen gefördert. Wie viele davon bereits über die Straßen rollen, kann das NRW-Verkehrsministerium nicht sagen. Auch Bund und EU fördern die Anschaffung von Elektrobussen.

Busse mit einer Brennstoffzelle sind in NRW erst wenige unterwegs. Ihre Zahl soll in den kommenden Jahren aber kräftig steigen. Die Wasserstoff-Roadmap des Landes sieht vor, dass 2025 im ÖPNV in NRW 500 Wasserstoffbusse unterwegs sein sollen. Sie haben in der Regel eine größere Reichweite als Batteriebusse und können auch schneller betankt werden. Die Wuppertaler Stadtwerke, die 10 Wasserstoffbusse seit dem Frühjahr im Einsatz haben, sind mit den bisherigen Erfahrungen nach eigenen Angaben sehr zufrieden.

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